Das Konzept der Cashflow Quadranten von R. Kiyosaki

Eines der wichtigsten Konzepte, die ich aus den Büchern von Robert Kiyosaki – insbesondere Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen – mitgenommen habe, ist das der Cashflow-Quadranten. Es stellt ein einfaches Modell für Menschen und ihre Rolle in unserem ökonomischen System dar.

Das System teilt sich in zwei Seiten:

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Die Personengruppen der linken Seite sind hinsichtlich ihrer Lebensentscheidungen vor allem vom Motiv “Sicherheit” geprägt. Der Angestellte (oben) hat einen Job in einer Firma eines Unternehmers oder beim Staat. Der Einsatz seiner persönlichen Zeit resultiert in einem “sicheren” Einkommen. Die Höhe und tatsächliche Sicherheit hängt vom Ausbildungsgrad ab. Fast alle Menschen werden – auch durch unsere Schulen – zu Angestellten sozialisiert. Kiyosaki sagt, dass jede Rolle ihre eigene Sprache hat, an der man sie erkennen kann: Angestellte sprechen häufig davon, dass sie diese und jene Noten haben/hatten oder anstreben, in XYZ ein absoluter Spezialist sind, dass sie schlecht/gut bezahlt werden, zu wenig Urlaub haben und bald eine Gehaltserhöhung verlangen oder ihren Chef gut/schlecht finden usw.

Die zweite Personengruppe der linken Seite bilden die Selbstständigen. Sie sind gewissermaßen selbst die Eigentümer ihres Arbeitsplatzes. Technisch gesehen sind sie meist Freiberufler oder Einzelunternehmer. Auch bei den Selbstständigen ist das Einkommen stark vom persönlichen Zeiteinsatz abhängig. Da selbstständige sehr oft allein arbeiten, hängt zudem der Erfolg 100% von ihnen, ihrem Einsatz und ihrer Gesundheit ab. Das Einkommen ist zwar sicher, aber nur solange der Selbständige auch tatsächlich die beauftragten Arbeiten erledigt. Selbständige sind ebenfalls Spezialisten. Ihre Sprache ähnelt der der Angestellten, es gibt aber Unterschiede: Sie sprechen davon, wie hoch ihr Stundensatz ist, wie viele Aufträge sie im letzten halben Jahr hatten, dass ihre Aussicht auf das nächste Quartal gut oder schlecht ist usw.

Angestellte und Selbstständige verdienen zu 100% das, was sie selbst leisten.

Die Rollen der rechten Seite des Systems sind mit Hinblick auf ihre Lebensentscheidungen vom Motiv “Freiheit” geprägt.

Der Unternehmer baut ein System auf, in dessen Rahmen ein Produkt erzeugt, Kunden gefunden und beliefert werden und Geld eingenommen wird. Dazu werden Mitarbeiter eingestellt, Verträge mit Dienstleistern geschlossen und ihre Tätigkeiten so aufeinander abgestimmt, dass ein profitables Geschäftssystem entsteht. Seine Einnahmen hängen davon ab, wie gut das von ihm aufgebaute System funktioniert und wie gut die Mitarbeiter und Dienstleister zusammenarbeiten und wie gut das Produkt ein Bedürfnis von Kunden erfüllt. Sein Verdienst entspricht einem %-Anteil der Leistung der Angestellten. Der Unternehmer spricht u.a. von Verkaufszahlen, der Marktlage von Konkurrenten, der Profitabilität, von Investitionen und Verlust und Gewinn.

Der Investor lässt Geld für sich arbeiten, indem er sein Geld in Vermögenswerte investiert, von denen er sich einen Ertrag verspricht. Dies können Anteile anderer Unternehmen sein, Anleihen, Fondsanteile, ETFs, Anteile an Immobiliengesellschaften, REITs, Privatkredite, Immobilien, Rohstoffe oder Gold, Kunst, Autos oder andere Gegenstände von denen er sich eine Rendite verspricht. Sein Verdienst entspricht der Rendite, die er auf das von ihm eingesetzte Kapital erhält, Es hängt von seinen Kenntnissen, seinem Geschick und Gespür sowie seinem Mut ab, die ihm zur Verfügung stehenden Geldressourcen einzusetzen. Die Sprache des Investors ist von Kennzahlen geprägt: Rendite, KGV, KBV, Sharp-Ratio, Schiller-KGV, beta und alpha sind darunter.

Unternehmer und Investoren verdienen einen %-Anteil dessen, was andere durch den Betrieb ihres aufgebauten oder finanzierten Systems betreiben. Ihr Einkommen ist, sofern das Unternehmen bzw. die Investitionen entwickelt sind nur noch im geringen Maße von der Anwesenheit des Unternehmers oder Investors abhängig.

Warum das Ganze? Die Quadranten zeigen das Feld der Möglichkeiten, Geld zu verdienen, die es (heutzutage) so gibt. Interessant finde ich es, weil die meisten – auch ich selbst den bisher größten Teil meines Lebens – dazu tendieren, in dem Quadranten zu verbleiben, der ihnen von ihren Eltern vorgelebt wurde. Mein Ziel ist es Schritt für Schritt, vom Sicherheitsquadranten des Angestellten in den Freiheitsquadranten des Investors zu wechseln, indem ich durch radikale Reduktion meiner Konsumanforderungen Geld spare und investiere, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

Die Pfade, die Kiyosaki in seinen Büchern beschreibt – insbesondere in Cashflow Quadrant sind inspirierend. Ich empfehle euch vor allem Rich Dad Poor Dad und Cashflow Quadrant zu lesen, sofern ihr nicht schon Erfahrung als Unternehmer oder Investor habt.

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3 Kommentare zu Das Konzept der Cashflow Quadranten von R. Kiyosaki

  1. Martin Wehning sagt:

    Finde ich einen großartigen Ansatz. Der entscheidende Satz für mich, dass man „Schritt für Schritt“ in Richtung eines anderen Quadranten wechseln kann. Wenn ich anfange, mein Essen selbst zu kochen statt Fertigprodukte, so ist das ein Schritt hin zum Selbstständigen, vielleicht zum Unternehmer. Ich mache mich nicht von Vorproduziertem abhängig (schmeckt oft nicht und ist überteuert), sondern entscheide, verantworte, mache selbst mit allen Konsequenzen. So lernt man nach und nach, die eigenen Freiheitsgrade zu entwickeln.
    Dies nur als Beispiel!

  2. Rico sagt:

    Gut auf den Punkt gebracht. Je öfter ich mir die Quadranten anschaue, desto besser finde ich sie. Man kann sie nicht oft genug erklären. Danke dafür.

    • genughaben sagt:

      Hallo Rico,

      fühle mich geehrt vom Betreiber von Erfolgreich-Sparen.com einen Kommentar zu erhalten. Danke dafür.

      Beste Grüße
      Frank

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