Klaus‘ Weg zu einem einfacheren Leben

Klaus ist Leser meines Blogs und hat schon so manchen interessanten Kommentar beigesteuert. Ich habe mich mit Klaus vor circa 2 Wochen unterhalten und dies hier ist seine Geschichte zu mehr Unabhängigkeit. Wenn auch ihr Lust habt eure Geschichte zu erzählen, meldet euch gerne hier über Kontakt oder an genughaben ett yahoo punctt de.

Vor 6 Jahren ging mein Auto kaputt, auch TÜV und Versicherung waren nicht mehr lange hin – 2.000 EUR hätte alles zusammen gekostet. Ich entschied mich, auf das Auto zu verzichten, verkaufte es und bezahlte vom Verkaufspreis ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Seitdem habe ich kein Auto mehr. Die 12 km zur Arbeit lege ich seitdem morgens mit dem Bus zurück. Einkaufen tue ich bei einem Supermarkt, der 1.5 km entfernt ist. Ich gehe dort zu Fuß mit Rucksack und Taschen hin.

Vor über 3 Jahren begann ich mich zunehmend pflanzlich zu ernähren. Irgendwann bemerkte ich, dass mein Kühlschrank so gut wie leer war. Ich machte ein Experiment: ich stellte den Kühlschrank ab. Ich erkannte, dass ich gut auf einen Kühlschrank verzichten konnte. Noch ein Jahr lang stand der Kühlschrank in meiner Wohnung: ich verwendete ihn geöffnet als Gewürzregal. Das Experiment wurde belohnt: meine Nebenkostenabrechnung war 200 EUR niedriger. Vor einiger Zeit kamen Stromableser (wegen dem stetig gesunkenem Stromverbrauch) vorbei, um sich zu vergewissern, dass ich die Anzeige nicht manipulierte, so sparsam war ich. Ein Problem ist jedoch nicht entstanden.

Auch beim Heizen bin ich genügsam: 16-17 Grad Celsius reichen mir.
Mit Feuchtigkeit habe ich auch keine Probleme. Vermutlich auch, weil ich kalt dusche: schon vor zwei Jahren habe ich von Wim Hof erfahren. Zu den vielen Artikeln die ich über das kalte Duschen gelesen hatte, kamen immer wieder Hinweise auf eine „30 days cold shower challenge“ Sehr interessant in dem Zusammenhang ist die Seite von Nick Reese – http://www.nicholasreese.com/exclusives/cold-showers/ Neben der Motivation zum kalten Duschen gibt es hier eine 30-Tages-Challenge mit praktischen, fast schon philosophischen Tipps. Auch ich mache das nun schon seit einer ganzen Zeit und ich kann nur sagen: 3-4 Minuten kalt duschen bringt einem morgens gleich das erste Lächeln ins Gesicht und es macht mich vital: ein Wow-Effekt. Und gut für Haut, Haare und Immunsystem ist es auch – was will man mehr! Die ersten paar Mal waren heftig, aber dann wurde es immer besser!

Auch meine Bücher und meine CD-Sammlung habe ich verkauft. Ich lese natürlich immer noch – z.B. auf meinem Kindle.

Früher habe ich viel mehr Geld verdient. Ich wollte mir und anderen viel bieten können. Aber zunehmend wurde mir das hektische Plastikleben lästig: ich erkannte, dass es auch mit deutlich weniger geht und dass mir Unabhängigkeit und Freiheit wichtiger sind als Besitz. Weitere Aspekte, die mir wichtig sind, sind Themen wie Generationengerechtigkeit und Umweltschutz. Mir erschien es immer als naheliegend bei mir selbst anzufangen. Überhaupt stelle ich mir heute mehr die Frage: wie haben die Menschen früher gelebt und wende das Wissen an: Ich erinnere mich noch genau daran, dass als ich klein war nicht jeden Tag heiß geduscht wurde. Mein Vater war Gärtnereimeister und unter der Woche wusch man sich am Waschbecken und am Wochenende ging es in die Wanne: Duschen zum Stehen kamen erst in den 80ern. Ebenso habe ich mich in der Survival- und Prepper-Szene umgesehen.

Ein einfacher Lebensstil macht mich zufriedener und meine Freunde teilen diese Ansicht: der Austausch mit Freunden und Gleichgesinnten ist mir wichtig. In unserer Freizeit helfen meine Freunde und ich uns gegenseitig: z.B. beim Renovieren. 2012/2013 war ich sogar einmal die ganzen Ferien im Sommer im Haus eines Freundes und half beim Renovieren. Besonders war, das dieses Haus weder über einen Strom- noch einen Wasseranschluss verfügt. Alles an Strom, das wir benötigten, kam von einem Solarpanel und einem kleinen Windrad. Wasser aus der Regenwasserzisterne und Trinkwasser aus Flaschen. Es hat gereicht und die Nächte waren so friedlich wie man es in der Stadt selten erlebt. (Mecklenburg Vorpommern eben – das ist schon eine andere Welt als hier – östlich von Köln 😉 )

In meiner Freizeit habe ich Spaß daran, neue Fähigkeiten zu erlernen: aktuell ist es so, dass ich z.B. das jonglieren mit 3 Bällen lerne. Bereits nach einer guten Stunde schafft man es, einigermaßen mit 3 Bällen zu jonglieren – aber um das richtig gut zu können, braucht es schon etwas Übung. Ich fand das schon immer faszinierend, deshalb fing ich im Januar damit an. Neben dem Spaßeffekt bringt es noch einige körperliche und geistige Verbesserungen mit sich. Auch Meditation ist etwas, was ich seit Jahren immer mal wieder, und seit letztem Jahr regelmäßig mache. Über den Sinn und Nutzen wurden schon viele Bücher geschrieben. Am besten, man erlebt es mal selbst.

Dann noch etwas, was mir schon lange in den Sinn kam, wozu ich mich bisher aber nie richtig aufraffen konnte… das blinde schreiben mit 10 Fingern. Seit den frühen 90ern benutze ich Computer. Nach wie vor mit einem eigenen 4-Finger-System, bei dem ich jedoch immer auf die Tastatur schauen muss, um zu schreiben. Auf die Dauer und bei längeren Taxten ganz schön Zeitaufwändig. Das 10-Finger-System bringt da schon viele Vorteile. Der Anfang scheint zwar schwer zu sein und es gibt immer wieder Tage (oder Wochen), wo ich nicht zum Üben komme, aber ich will das auf jeden Fall dieses Jahr noch lernen.

So gibt es sicherlich unzählige kleine Fähigkeiten, die man lernen kann. Dinge, die einem das Leben erleichtern oder das Gehirn geschmeidig halten. Meistens kostet es nicht mal Geld, da die Anleitungen dazu im Internet zu finden sind.

Auch der Blog minimamuse.de hat mich beeinflusst. Zudem habe ich bis vor einem Jahr habe ich diese App hier als Haushaltsbuch verwendet: http://www.erfolg-mit-geld.de/mvgapp/

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