Alle Jahre wieder … Strategien um mit Weihnachten umzugehen.

Ich kann Shoppen nicht leiden. Und ein Freund von sinnlosem Konsum bin ich auch nicht. Aber jemanden eine Freude zu machen, macht auch mir viel Spaß. Dafür das Richtige zu finden, ist aber nicht unbedingt einfach: vor allem, wenn man nicht dafür sorgen will, dass der Kampf des Beschenkten gegen die häusliche Unordnung noch aussichtsloser wird. Außerdem will ich auch nicht unendlich viel Zeit mit dem Aussuchen verbringen. Hier also meine Strategien und Geschenkideen.

Strategien

  1. „Nicht-Angriffs-Pakt“: Die ideale Lösung. Mit Bekannten, Freunden, Familienmitgliedern absprechen, sich nichts als gemeinsame Zeit zu schenken -wenn überhaupt 😉
  2. Den Weihnachtsstress auf einen Tag beschränken. Das Parkinsonsche Prinzip besagt, dass sich eine Aufgabe immer in die für sie zur Verfügung stehende Zeit ausdehnt. Umgekehrt lassen mit etwas Diziplin und Kreativität viele Aufgaben in einem nicht unsinnig kurzen, aber deutlich beschränkten Zeitintervall erledigen. Um sich also nicht tagelang zu stressen, kauft man nur an einem Tag Weihnachtsgeschenke: einfach nur am 23. oder 24. – je nachdem, welcher Tag gerade ein Wochentag ist. Hat bei mir schon diverse Male geklappt. Im Prinzip bleibt nur weniger Zeit, eh irrelevante Schenkalternativen zu erwägen. Und: zur Not muss man etwas kreativ werden und spontan ein Buch aus dem eigenen Bestand verschenken …
  3. Antizyklisch Geschenke und Weihnachtsutensilien einkaufen. Vor Weihnachten ist es überall voll. Und, es wird so viel gekauft wie sonst zu keiner anderen Zeit. Und, dreimal dürft ihr jetzt raten, zu welcher Zeit Preise besonders hoch sind. Korrekt: VOR Weihnachten. Sicher ist euch umgekehrt schon aufgefallen, dass gerade Weihnachtsschokolade und -gebäck nach Weihnachten oft nur 10-20% soviel kostet, wie vor Weihnachten. Das gilt auch für diverse andere Waren – wenn auch etwas weniger extrem. Fakt ist jedenfalls: NACH Weihnachten sind viele Preise niedriger. Ich kaufe daher Weihnachtssachen einfach direkt NACH Weihnachten.
  4. Nicht-schenken-Liste. Es gibt Geschenke, die über Jahre herumgereicht werden. Ich nenne hier keine Beispiele, aber ich denke, das kennt fast jeder. Also: Hand auf’s Herz: schreibt eine Nicht-schenken-Liste, also Dinge, die ihr nicht haben wollt und stellt sie jedem zu, der euch etwas schenken will. So lassen sich unliebsame Ereignisse wie: „Ähh, habe ich dir das nicht vorletztes Jahr zum Geburtstag geschenkt… ?!“, sowie unnötige finanzielle Transaktionsverluste durch Wiederverkauf auf Ebay vermeiden.
  5. Sich etwas zusammen schenken. Das bekomme ich nicht jedes Jahr hin. Aber gerade zu Weihnachsten bietet es sich an, der besseren Hälfte und sich etwas zusammen zuschenken. Wir brauchen z.B. dringend einen neuen Staubsauger und Kühlschrank … aber JH will doch etwas „Netteres“ – also bin ich damit (noch) nicht durchgekommen, obwohl ich die zwei Geräte schon nett fände, aber wir haben da eben Differenzen. Ich werde dranbleiben 🙂

Geschenkideen

Wenn es nicht mehr zu verhindern ist …

Hier ein paar Denkrichtungen sowie konkrete Geschenkbeispiele dazu, die ich für sinnvoll halte:

  1. Ordnung schenken. Davon hat fast jeder zu wenig. Zum Beispiel in Dingen, die wir täglich mit uns herumtragen. Wer kennt das nicht, dass sich in Rucksäcken, Handtaschen und auch Jackentaschen immer wieder nach Tagen oder gar Wochen Dinge anfinden, die man schon abgeschrieben hat. Um diese Dinge beisammen und in Ordnung zu halten bietet sich das GRID-IT Organisationssystem von Cocoon an. Ich selbst habe den mittelgroßen in blau-schwarz. Kann ich sehr empfehlen. Seitdem gerät nichts mehr am Grunde meines Rucksacks in Vergessenheit: es hat ja seinen Platz! Wer mit weniger Platz auskommt, für den gibt es ein kleineres Modell. Und wer mehr Platz braucht, für den gibt es ein größers Modell.
  2. Anregungen zum Minimalismus schenken. Ganz klar: simplify your life: Einfacher und glücklicher leben. Es gibt auch seit Oktober 2016 eine neue Auflage. Ich habe dazu ein Interview mit Werner Tiki Küstenmacher gesehen. Er hat viele Anregungen und Feedback seiner Leser eingearbeitet. Sehr gut geeignet als Geschenk.
  3. Wissen schenken. Bücher haben viele Vorteile. Liegen aber physisch herum. Und ich bin trotz monatelagen Aussortierens immer noch nicht auf einem für mich akzeptablen Bestandsniveau angekommen. Mehr dazu hier. Aber über mein Audible Hörbuch-Abo freue ich mich in der Tat sehr. Das Probe-Abo zu meinem Lieblingspreis von 0,- EUR kann man sich auch gut selbst schenken.
  4. Genuss schenken: Dinge, die wir alle gerne hätten, die wir uns aber mit Blick auf die zu enge Haushaltskasse im Alltag eher versagen. Das kann z.B. ein gutes Olivenöl ab 10,- EUR pro Liter sein wie etwa dieses hier von der Insel Kreta. In diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung könnt ihr nachlesen, worauf ihr achten müsst. Ein guter Wein erfüllt denselben Zweck. Ebenso wie edler Tee z.B. Matchatee.
  5. Ökologischer Ablasshandel: Für den kleinen Geldbeutel kann das z.B. eine Nalgene-Trinkflasche sein. Ich habe mich vor zwei Jahren sehr über diese hier gefreut. Wer mehr ausgeben will, dem sei die Wurmkiste empfohlen.
  6. Selbsterkenntnis schenken: Wer schafft es schon, täglich Tagebuch zu schreiben, um so dem Sturm an Gedanken etwas Ordnung zu geben? Mit dem 5-Minuten-Tagebuch lässt sich das bewerkstelligen. Es lassen sich so persönliche Erfahrungen, Gedanken und Erfolge dokumentieren und in jeden Tag kurze Momente der Ruhe und Reflexion einbauen.
  7. Etwas Selbstgemachtes schenken: Wenn ihr etwas gut könnt, dann haut rein! Ich finde z.B. Stricksocken super – allerdings nur, wenn ich die nicht jedes Jahr bekomme. Wir verschenken gelegentlich Honig, Tomatensauce von eigenen Tomaten oder auch Gewürze und Kräutertee. Aber auch das geht nicht jedes Jahr und nicht an jeden.
  8. Wer schon alles hat. Für die, die wirklich schon alles haben oder nichts mehr wollen, für die kann man immer in ihrem Namen noch spenden: z.B. für den Regenwald oder Ärzte ohne Grenzen – inklusive Urkunde.

Auch gut: zu Weihnachten gemeinsam den Besitzstand durchgehen und in Erinnerungen schwelgen – und dabei gleich ein paar Sachen aussortieren 🙂

So, ob mit oder ohne Geschenke: ich wünsche euch eine frohe Weihnachtszeit.

Euer Frank

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