Wäsche waschen

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Kleidung (Quelle: Pixabay)

Manchmal wird die Waschmaschine als eine Wegbereiterin für die Emanzipation der Frauen genannt. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob der Zeitaufwand für die Reinhaltung unserer Kleidung noch immer so viel niedriger ist, als in Zeiten, in denen uns nur einfache Möglichkeiten zur Verfügung standen. Ich denke zumindest, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Zeitersparnis durch die Maschine dadurch wieder aufgefressen wurde, dass einfach viel häufiger gewaschen wird als früher.

Googlet gerne selbst einmal hin und her oder fragt in euren Freundeskreis: es ist nicht selten, dass 2-Personenhaushalte durchschnittlich die Waschmaschine 3-4x pro Woche verwenden! In nicht wenigen Familien wird mehr als 1x pro Tag (!) gewaschen. Ich gebe es zu: ich kenne mich mit der Kinderaufzucht nicht aus und möchte das daher nicht bewerten. Aber wozu muss man als Einzelperson mehr als eine Maschine Wäsche pro Woche waschen? Mit etwas Management geht es auch mit weniger und das ohne sich gehen zu lassen – auch ich arbeite in einem Büro und habe gelegentlich Kundenkontakt!

Kleider-Management

Ich wechsle meine Kleidung mehrmals am Tag. Das kommt aus der Zeit, als ich noch klein war. Damals gab es Schul-, Spiel- und Besuchskleidung. Die Kleidung für Besuche (meist am Wochenende) war strikt nicht zum Spielen anzuziehen und auch die Kleidung für die Schule war mit mehr Sorgfalt zu behandeln – also auch nicht wirklich zum Spielen vorgesehen. Die Kleidung zum Spielen durfte hingegen ruhig auch einmal dreckig werden.

Analog zu dieser Zeit habe ich heute Arbeits-, Freizeit und Gartenkleidung sowie ein paar Stücke für besondere Anlässe. Die Kleidung für besondere Anlässe, aber auch die Arbeitskleidung wird pfleglich behandelt. Sie ist repräsentativer. Die Freizeitkleidung habe ich ab abends bis zum Schlafen an. Es ist nicht soo schlimm, wenn die nicht immer 100% in Topform ist und beispielsweise Falten aufweist. Ähnliches gilt für die Gartenkleidung: meine Gärtnerhose wasche ich nur alle x Einsätze. An einer Gartenhose dürfen ruhig Erdreste sein.

Weniger zu Waschen hilft den Eintrag abgeriebener Fasern ins Abwasser zu reduzieren und verlangsamt die Alterung der Kleidung. Auch zum Trocknen solltet ihr Trockner vermeiden und stattdessen die unterschätze, hocheffiziente und zu unrecht unbeachtete Technologie der Wäscheleine zurückgreifen 🙂 Genaueres könnt ihr hier nachlesen.

Regeln für den Umgang mit Kleidung

1) Verwendung der Sicht- und Riechprobe: was nicht dreckig aussieht und auch nicht riecht ist nicht dreckig!
2) Auslüften ist King: nach einmaligem Tragen kann man viele Kleidungsstücke nachdem man sie ausgelüftet gut wiederverwenden.
3) Maschinen nur voll waschen.
4) Reduktion der Waschtemperatur auf 30 Grad für das meiste. Wenn etwas wirklich entkeimt werden muss, wasche ich es bei 60 Grad und tue wenig Desinfektionsmittel dazu. Küchenhandtücher und andere Dinge, die wirklich dreckig werden, werden i.d.R. auch bei 60 Grad sauber. Wenn es wirklich nicht geht (was circa 1-2 pro Jahr passiert), dann wird eben doch einmal bei 90 Grad gewaschen.

Wie Kleidung wechseln?

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich wechlse

  • Unterwäsche und Socken – 1x pro Tag
  • T-Shirts – alle 1-2 Tage – je nachdem wie viel ich geschwitzt habe
  • Hosen und Pullover – alle 3-7 Tage, außer sie werde dreckig

Kleidungsvolumen

Die von mir regelmäßig verwendete Kleidung umfasst circa das Volumen von zwei Waschmaschinen: eine Ladung ist immer in Benutzung, die andere kann gewaschen, getrocknet oder zusammengelegt im Schrank liegen. Ich sehe nicht wozu ich mehr Kleidung besitzen soll.

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6 Kommentare zu Wäsche waschen

  1. Hermann sagt:

    Stimme auf jeden Fall zu was die Haeufigkeit vom Waschen angeht.
    Wir waschen auch nur einmal die Woche aber dann gleich 2 Waeschen. 60 Grad und 30 grad.

    Die Waschmaschine ist aber auch etwas das auch in einem Niedrig Energie Haushalt nicht fehlen darf. Der Aufwand per Hand zu waschen ist einfach zu hoch. Ich kenne einige Leute die nicht am Elektrizitaetsnetz haengen und selbst die haben eine Waschmaschine.

    • genughaben sagt:

      Moin Hermann,

      aber ihr seid auch zu viert, richtig? Ohne Waschmaschine würde ich es auch nicht aushalten. Die Einstiegsbemerkung war bewusst etwas polemisch. Ich habe schon ein paar Mal in einem Eimer gewaschen und die Technologie hat auf jeden Fall was für sich: aber wer deutlich mehr als 1x pro Woche und Person in einem Haushalt wäscht ist vom Optimum schon entfernt, denke ich. Außnahmen gibt es sicher immer (kotzende Kinder, schwere körperliche Arbeit…).

      Gruß
      Frank

  2. Florian Komm sagt:

    Vielen Dank, dass Du auch mal solche Themen aufgreifst. Habe mein Trageverhalten in den letzten Jahren auch verändert. Der CEO von Levis Jeans hat vor einiger Zeit sogar gesagt, dass Jeans, die nicht dreckig sind, überhaupt nie gewaschen werden müssen. Wenn diese richen, dann soll man die Hose in den Tiefkühler geben. Dann verschindet dieses Problem wohl. Ich persönlich habe es aber noch nicht getestet. Beim Waschen sind wir bei uns in der Familie auf das Waschpulver der Waschkampagne umgestiegen. So wird unsere Kleidung beim Waschen weniger durch Überdosierung strapaziert.

    • genughaben sagt:

      Hallo Florian,

      Waschkampagne klingt interessant, ich nehme an nach der Machart Faltins‘ Teekampagne? Du bist in dem Umfeld aktiv? Der Trick mit dem Tiefkühler hört sich plausibel an. Ich selbst habe und brauche allerdings keinen. Wer ihn aber hat und braucht, soll das mal ausprobieren. Die Waschkampagne schaue ich mir einmal genauer an…

      Gruß
      Frank

  3. Kleider-Mangement – das ist ja ein klasse Begriff. Ich habe mir dieses uralte Prinzip vor längerer Zeit auch wieder angewöhnt: Verschiedene Kleidung für verschiedene Anlässe. Am Feierabend auf der heimischen Couch, bei den Aufräum- und Putzorgien darf es bei mir gerne auch mal „schlunzig“ sein, da reicht auch das ältere, evtl. schon etwas verwaschene oder ausgeleierte T-Shirt. Diese können dann noch aufgetragen werden und die Kleidungsstücke, die noch besser in Form sind halten länger. Super altmodisch ist in diesem Fall super minimalistisch finde ich.

    • genughaben sagt:

      Hallo Gabi,

      sehe ich aus so, insbesondere für Arbeiten, bei denen sicher Dreck anfällt, lohnt es sich separate Kleidung dafür zu besitzen und zu tragen. Danke übrigens für deine Erwähnungen auf deiner minimalisms-tipps.de-Seite und für diese Arbeit insgesamt! Man findet dort viele interessante Texte!

      LG Frank

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