Sparsamkeit ist nicht gleich Entbehrung

Transformationskurve-Effizienzbereiche_und_Realisierungsmöglichkeiten_im_Modell

Quelle: Wikipedia. Pareto-effiziente Güterbündel liegen auf der Produktionsmöglichkeitenkurve. Von keinem der beiden Güter kann eine zusätzliche Einheit hergestellt werden, soll die Produktion des anderen Gutes nicht eingeschränkt werden.

Sparsamkeit wird gewöhnlich mit Entbehrung gleichgesetzt und als Zeichen von Armut interpretiert. Es ist das Letzte, das, was man erst macht, wenn nichts anderes mehr geht. Ich sehe das anders. Meiner Meinung nach ist Sparsamkeit ökonomische Effizienz. Niemand würde in seinem Geschäft bewusst Geld verschwenden. Warum soll das im Privatleben anders sein?

Wenn ich jemanden sehe, der verschwenderisch agiert, sehe ich keine Person, die Entbehrungen vermeidet, sondern jemanden, der …

  • weniger bekommt, als möglich wäre
  • zuviel bezahlt
  • jemandes Lage (vermutlich die eigene) verschlimmert

Ökonomische Effizienz hingegen bedeutet:

  • das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Blick zu behalten: mit dem geringstmögliche Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erreichen
  • die niedrigsten möglichen Stückkosten zu erreichen
  • eine Ressource, ob das Güter, Geld oder Zeit ist, kann bei fixer Effizienz nur einmal eingesetzt werden, was bedeutet, wenn wir einen Teil davon zur Verbesserung an einer Stelle einsetzen, wir automatisch weniger und damit eine Verschlechterung an einer anderen Stelle haben: z.B. bedeutet mehr Zeit für Sport, weniger Zeit für andere Dinge, z.B. Lesen.

Es bedeutet, nicht mehr als nützlich zu konsumieren. Dabei kein Geld und damit auch keine Ressourcen zu verschwenden. Und unsere Ressourcen mit Bedacht zu investieren. Das ist zwar theoretisch trivial, aber wie oft habt ihr schon gleichzeitig x Dinge „mehr“ tun wollen? Das funktioniert daher nicht, da wir unsere Ressourcen eben nur einmal einsetzen können – auch wenn diese bereits alle effizient investiert sind. Diese Prinzip ist auch als Pareto-Optimalität bekannt. Oben seht ihr ein Bild mit einen Beispiel aus der Produktion. Dieses Bild zeigt: beim effizienten Einsatz von Ressourcen (alle Punkte auf der Kurve), ist es immer nur Möglich von einem Gut 1 mehr zu produzieren, wenn man gleichzeitig von Gut 2 weniger produziert. Dasselbe gilt für den Einsatz von Zeit für unterschiedliche Dinge – wie beschrieben.

Wie bei einer schlecht geführten Firma fehlen einer verschwenderischen Person Fähigkeiten, Wissen oder Willen das eigene Vermögen – also Zeit und Geld – wirksam einzusetzen, was letztlich in einer geringeren Eigenkapitalrendite – oder hier: Lebensqualität resultiert. Wer ohne Verständnis für den Wert von Produkten oder Dienstleistungen konsumiert, zahlt zu viel und bekommt zu wenig und schadet sich – oder anderen – damit. Warum? Wenn jemand seine Bedürfnisse aufwändiger erfüllt als eigentlich nötig, sind die Ressourcen dafür verbraucht und können nicht von jemand anderem verwendet werden, der diese benötigt, um wenigstens minimale Zufriedenheit erreichen zu können.

Selbst der Verkäufer, der kurzfristig etwas davon hat, das jemand sein Geld verschwendet, hat auf Dauer weniger als möglich, da Verschwender gerne auch einmal Pleite gehen und dann auch dem Händler nichts mehr einbringen können – von den Umweltfolgen systematischen Überkonsums will ich gar nicht erst anfangen. Eine sparsame Person wäre demnach auch für den Händler auf lange Sicht besser: er hätte einen sicheren Abnehmer mehr. Und: um den Sparsamen etwas mehr Geld abnehmen zu können, muss er sich anstrengen und ein besseres und haltbareres Produkt fertigen, statt mehr von dem Einwegschrott. Das wäre sicher auch für die Welt besser und es wäre weitere Effizienz gewonnen.

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