(Klamotten-)fasten – eine Sinneskur.

Kuren und Wellness sind in. Für die Haare, für die Haut, für die Seele – blablabla. Dabei geht es vor allem um MEHR.

Nun steht die Fastenzeit bevor – und das kann man auch ohne religösen Hintergrund nutzen einmal etwas neues auszuprobieren – mit WENIGER.

Ich denke, dass Zufriedenheit und ein Wohlstandsempfinden in unserem Leben durch den Kontakt mit WENIGEN GUTEN Dingen zustande kommt. Wir neigen viel zu sehr VIEL für WENIG zu kaufen – dabei macht WENIG für VIEL zufriedener – zumindest mich. Das ist auch das Thema von Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser – Das Manufactum-Prinzip. Ein Buch des ehemaligen Manufactum-Marketingleiters, das ich im November 2013 las und das mich zum Nachdenken gebracht hat.

MEHR führt leicht zur Geringschätzung des Einzelnen. Eine Zeit mit WENIGER ist wie eine Kur für die Sinne: wir können so wieder erleben, was für uns welchen Wert hat. Was ist schon eine Jeans wert, wenn ich sie jeden Tag zweimal wechseln kann? Oder das Fleisch, wenn man es zweimal am Tag essen kann – oder Süßigkeiten den ganzen Tag? Hier angeregt von modeprotest.de ein Vorschlag für ein einfaches und reversibles Experiment in puncto Kleidung: reduziert für sieben Wochen (hier: 05.03. bis 20.04) euren Klamottenbestand auf 50 Teile: hier die Vorschlagsliste von modeprotest.de:

Hose, Rock, Kleid: 4
Shirt, Bluse, Hemd (lang- und kurzarm): 14
Stickjacke, Jacke, Blazer, Weste u.ä.: 4
Unterwäsche (Slips, ggf. BHs): 8/2
Strümpfe (Paare): 10
Strumpfhose, Leggings u.ä.: 2
Schuhe, Stiefel: 2
Jacke, Mantel: 1
Assessoires, Schal, Handschuhe, Mütze: 3

Ich schlage bei der Auswahl vor, möglichst Kleidungsstücke auszuwählen, die sich mit möglichst vielen anderen ausgewählten Kleidungsstücken kombinieren lassen. Packt alles andere in Umzugskartons und ab in den Keller oder auf den Dachboden oder zur Not auch in eine Ecke. Probiert aus, wie das so ist. Es hat ’ne ganze Reihe Vorteile, von denen weniger Gesuche am Morgen nur einer ist.

Wenn ihr wascht, dann probiert dazu gleich nochmal aus, auf den Trockner zu verzichten und nehmt eine Wäscheleine oder ’nen Wäscheständer. Spart enorm Energie. Und wenn man weniger im Schrank hat, ist das auch gar nicht so nervig.

Probiert es aus!

Beste Grüße

Frank

p.s.: Ne witzige Idee auf modeprotest.de ist, dass sich Modefaster ein kleines Erkennungszeichen knoten oder flechten. Ich finde das eine gute Idee, denn so kann man mit seinesgleichen in Kontakt kommen und wird zusätzlich noch spielerisch an die Fabrikation kleinster Textilien herangeführt.

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2 Kommentare zu (Klamotten-)fasten – eine Sinneskur.

  1. Achim sagt:

    Geil, der empfohlene Bestand beträgt fast das doppelte von dem was ich im letzten Jahr an Klamotten hatte.
    Außer bei Schuhen, weil es da einfach zu viele Einsatzzwecke gibt bei mir.

    Aber wir haben auch eine Single-Waschmaschine, da ist der Durchlauf höher.
    Der Vorteil dabei ist auch, dass man mit einem sehr kleinen Wäscheständer auskommt 🙂

    • genughaben sagt:

      Ach witzig, hast du zufällig ne Liste?
      Ich muss zugehen, dass ich den Artikel bisher publiziert habe, weil ich die Bewegung einfach geil finde. Habe aber das Aussortieren meines Schrankes noch nicht geschafft (kommt jetzt, da ich jetzt frei habe!).
      Würde mich aber dann auch gerne an deinem Modell orientieren. Mein Eindruck ist, dass ich eh den größtenteil meiner Sachen selten anziehe und die Sachen, die ich mag schleppe ich schon immer wieder zum Schuster oder zum Schneider…

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