Treibende Kartoffeln, Zwiebeln.

Austreibende Zwiebel.

Austreibende Zwiebel. (Q: Wikipedia)

Ihr habt treibende Kartoffeln oder Zwiebeln? Entweder ihr esst diese einfach, denn sie sind entgegen häufiger Befürchtungen nicht giftig oder ihr pflanzt sie im auf dem Balkon oder im Garten ein.

Option 1: Einfach Essen

Bei der Kartoffeln einfach Triebe abbrechen und eventuell grünliche Stellen wegschneiden, da diese tatsächlich etwas Gift (Solanin) enthalten.
Bei der Zwiebel ist das getriebene Grün essbar: man kann es als Salatbeilage verwenden. Natürlich kann auch der Zwiebelkörper noch gegessen werden!

Option 2: Einpflanzen!

Überschüssige Kartoffeln und Zwiebeln könnt ihr jedoch auch einfach einpflanzen. Zwiebeln auf dem Fensterbrett oder draußen, Kartoffeln nur draußen. Zwiebeln treiben weiter aus und ihr könnt auch das weiter austreibende Grün im Salat verwenden. Manche Leute pflanzen Zwiebeln nur wegen des Grüns ein (Zwiebelhecke). Kartoffeln bilden nach wenigen Monaten zahlreiche Tochterkartoffeln.

Mutter- und Tochterkartoffeln.

Mutter- und Tochterkartoffeln. (Q: Wikipedia)

Um die Saat der Zwiebeln zu gewinnen und für ein paar Zwiebeln im nächsten Jahr aufzubewahren lasst einfach die Blüten stehen – die auch recht hübsch anzusehen sind. Die Samen, die dort entstehen (klein, unregelmäßig oval und dunkelbraun-schwarz) könnt ihr durch einen darüber gestülpten Papiertrichter (einen Kreis aus einem Stück Papier oder Pappe ausschneiden, ein Loch in die Mitte machen und zu einem Trichter verkleben) ernten.

Kartoffeln sind schon selbst Saat. Wenn ihr also auch Kartoffeln zum Pflanzen behalten wollt, nehmt Kartoffeln und lagert diese kühl, trocken und im Dunkeln, z.B. in Holzkörben. Nicht einfrieren! Gegebenenfalls ist es aber leichter im nächsten Jahr neue ungewollte oder gewollt gekeimte Kartoffeln zu verwenden.

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Improvisierte Kartoffeltürme

Kartoffelturm. Wer keinen Garten hat, kann auch einen großen, leeren Reissacke (vom Asia-Mark) oder Fächerkisten (gibt’s beim Bäcker oder Gemüsehandel) nehmen und ihn zunächst mit wenig Erde füllen und die Kartoffeln einsetzen. Sobald es grün durch die Erdschicht wächst, kann man mit weiterer Erde auffüllen und noch mehr Kartoffeln einsetzen. Dieses Verfahren kann man wiederholen, bis der Sack ordentlich voll ist. Ihr werdet euch wundern wie viele Kartoffeln ihr ernten werdet! Diese Konstruktion hat sogar einen Namen: Kartoffelturm. Mit einem Kartoffelexperiment solltet ihr allerdings noch bis Mitte Mai warten, da Kartoffeln Nachtkälte nicht gut vertragen. Bewahrt die treibenden Kartoffen: legt sie dazu in etwas Erde in einen Sack in den Keller. Den könnt ihr dann später raus auf den Balkon oder an einen sonnigen Platz auf der Terrasse oder den Garten stellen. Wenn ihr die Ernte etwas einfach haben wollt, dann gibt es für’n Zehner auf Säcke, die sich auf der Unterseite öffnen lassen: z.B. den hier: Kartoffelpflanztasche.

Wer schon jetzt loslegen will, kann dies mit getriebenen Zwiebeln, Radieschen, Plücksalat oder auch Kräutern in Kübeln oder anderen Gefäßen (aufgeschnittene Milchpackungen, alte Blumentöpfe, Kunststoffkisten, leere Gemüseschalen etc,) auf der Fensterbank tun oder diverse andere Pflanzen (Bohnen, Salat, Karotten, Zucchini, Tomaten, Gurken…) direkt im Garten bzw. in Reissäcken oder Fächerkisten pflanzen. Reissäcke und Fächerkisten können Sie auch auf versiegelten oder ungesunden Böden verwenden (sog. mobiles Gärtnern) – gesunde Erde erhalten Sie günstig – wenn nicht sogar umsonst von Bauhöfen oder Recyclinganlagen. Saatgut gibt es bei Veranstaltungen für den Saatguttausch – einfach mal googlen, so etwas gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Dort kann man sich auch Tipps holen und fragen, ob der eigene Boden geeignet und was man dann tun kann, wenn das nicht so ist (z.B. mobil Gärtnern). Um sich nicht zum Kauf vieler Produkte wie Dünger, Pestizide, Werkzeug usw. überreden zu lassen würde ich einen Permakultur- oder Biogärtnerverein oder -stammtisch empfehlen – auch dann, wenn man selbst nicht unbedingt auf Bio schwört.

Ggf. lohnt sich die Vorzucht: Mischt einfach 2/3 Erde mit 1/3 Sand – wenn Sie keinen Sand haben verwenden Sie einfach Erde. Füllen Sie Kübel, oder auch präparierte Milchpackungen o.ä. mit Erde und setzen sie Ihre Samen ein – ruhig näher beieinander, als auf der Verpackung steht – Sie können später die Pflanzen noch umsetzen und ihnen dann mehr Abstand zueinander geben. Sollten die Keimlinge dünn und lang hervorsprießen („Schießen“), dann graben Sie die Keimlinge vorsichtig tief ein, sodass nur nochein paar Blätter bzw. ein kleiner Teil des Stiels sichtbar ist. Die meisten Keimlinge wachsen dann normal weiter.

Verwenden statt verschwenden! Wenn ihr euch auch von Zeit zu Zeit fragt, wie ihr mit Lebensmitteln, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, umgehen wollt oder wie ihr generell nachhaltiger mit euren Lebensmitteln umgehen könnt – was gut für Geldbeutel und Umwelt ist – dann möchte ich euch auf das Buch: Verwenden statt verschwenden!: Nachhaltig mit Lebensmitteln umgehen ans Herz legen: es gibt auf viele Fragen eine Antwort!

Wer lesen möchte, was ich in meinem Garten tue, kann dies hier tun.

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