Publiziert am von genughaben

5 Gedanken am Freitag – KW 24

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

hier meine fünf Anregungen der Woche:

1. Video der Woche: Berkshire Hathaway 2016 Annual Shareholders Meeting. Berkshire Hathaway ist die Holding Gesellschaft, der Warren Buffet vorsitzt. Die Jahresberichte, die ebenfalls aus Buffets Feder stammen sind lesenswert, aber Buffet persönlich zu erleben ist auch immer wieder sehr interessant – sofern man sich für Wirtschaft und das Investieren interessiert.

2. Öko-Tipp der Woche: Packt euch mal so ’ne Spülschüssel ins Spülbecken: solange ihr kein übermäßig gesalzenes Wasser zum Kochen und kein Spülmittel verwendet, könnt ihr das Wasser gut zum Gießen eurer Balkon-Pflanzen verwenden. Ist Seife dran, dann geht’s in die Toilette. Salz, sollte man möglichst vermeiden, den es ist für Böden nicht gut. Ich persönlich bezweifle auch sehr stark, dass es wirklich viel bringt, zumal man ja auch gut nach dem Kochen salzen kann.

3. Artikel der Woche: Dein Darm ist, was du isst. Das Darm, Gesundheit und geistige Verfassung eng zusammenhängen ist ja nicht ganz neu und noch gibt es auch sehr viel zu lernen. Wer mehr über das unterschätzteste unserer Organe erfahren will, kann Grundlagen in Giulia Enders Buch Darm mit Charme lernen.

4. App der Woche: radbonus ist ein von Nora Grazzini und Christoph Lippert gegründetes Startup aus Köln. Die Idee ist simpel und cool: trackt eure gefahrenen Radfahr-KM und erhaltet bei Erreichen bestimmter Challenges Boni. Installieren und mitfahren! Hier klicken für Android und hier für iPhones.

5. Zitat der Woche: Es gibt viele Wege, sich zu bereichern. Einer der besten ist die Sparsamkeit.“ (Francis Bacon, englischer Philosoph und Staatsmann, 1561 – 1626)

Ein schönes, hoffentlich sonniges (Regen haben wir ja aktuell genug – auch zum Glück) Wochenende wünsche ich euch! Hängt am besten mal irgendwo draußen rum, falls ihr für sowas was übrig habt.

Frank

Publiziert am von genughaben

Das Smoothie-Experiment – Teil 1

2011.09_smoothie2Früchte und Gemüse sind gesund. Soviel ist klar. Welche Form die beste ist? Die Form über die ihr am meisten davon reinbekommt! Um die 5-10 empfohlenen Portionen in den Körper zu bekommen bietet sich neben dem direkten Essen, dass immer noch am einfachsten ist, das pürieren an: einfach Obst und Gemüse in einen geeigneten Behälter geben, hartes ggf. etwas kleinschneiden und dann mit dem Pürierstab 15Sec-1min klein machen. Wir machen das immer wieder ganze Wochen. Aktuell halten wir das mit 3 Wochen schon so lange am Stück durch wie noch nie. Das funktioniert insbesondere, da wir uns abwechseln und man nach unserem neuen Putz- und Haushaltsplan dafür Punkte bekommen kann.

Ein Rezept, das wir recht häufig machen geht so:

  • 1 Handvoll Beeren – Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren – was immer ihr mögt und zur Hand habt – bevorzugt aus dem Garten, aber es gehen natürlich auch Tiefkühlbeeren
  • 1 Apfel
  • 1 Banane
  • circa 100 Gramm Spinatblätter – frisch vom Balkon oder aus dem Garten – gelegentlich gibts den auch günstig und frisch in Beuteln oder sogar frei zum Abwiegen zu kaufen. Zur Not kann man auch hier auf Tiefkühlspinat zurückgreifen.
  • 1 TL Leinsaat
  • circa 100mL Wasser
  • Optional: ein paar Blätter frische Minze – nehmen wir nur, wenn es gerade auf dem Balkon wächst.

Apfel in circa 8 Stücke schneiden, Spinatblätter drüber, darüber die Beeren und oben die in ein paar Stücke gerupfte Banane (Tipp: Bananen, die schwer am Stiel zu öffnen sind: einfach in der Mitte durchbrechen). Dann die Leinsaat drüber und am Schluss das Wasser. Pürieren und in ein Glas füllen. Ich packe es auch oft einfach über Hafer drüber.

Selbstverständlich kann so ein Rezept ebenfalls im Sinne des Austauschprinzips abwandeln: probiert, was ihr mögt.

Ihr bekommt dann mit einer solchen Mahlzeit 4 Portionen zusammen. Wenn ihr sie euch teilt immerhin schon 2. Ganz gut, finde ich.

Was für Smoothie-Rezepte verwendet ihr?

Publiziert am von genughaben

5 Gedanken am Freitag – KW 23

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

heute endlich einmal wieder pünktlich zum Freitag – 5 Gedanken am Freitag. Diese Woche steht voll im Lichte der Ernährung und des Gärtnerns.

1. Fund der Woche. Auf Utopia findet ihr hier eine Liste mit verpackungsfreien Supermärkten in Deutschland. In Hamburg isses  das 12 Monkeys auf St. Pauli http://twelvemonkeys.de/index.html. Geiler Name übrigens. Ich werde da demnächst mal hingehen. Auch wenn das schon super ist, könnte es ruhig noch mehr Möglichkeiten geben…

2. a) Anbau-Highlights vom Balkon und Garten: JH hat wirbelt schon seit Februar auf dem Balkon herum. Es wachsen – zum Teil als Vorzucht, zum Teil aber auch für hier: Kräuter, Kapuziner-Kresse, Salat, Kartoffeln, Mangold, Tomaten, eine Säulenbrombere, Stangenbohnen, Erbsen, Kürbis, Grünkohl …

IMG_4034
und sogar Zucchinis, die wir hier auch ernten werden:

IMG_4032

2. b) Anbau-Highlights aus dem Garten. Der Folientunnel sieht großartig aus. Die Obstbäume wachen prächtig. Dieses Jahr werde ich auch erstmals nicht alle Pfirische mehr abknipsen. Außerdem haben wir circa 25 Tomaten, 6 Pysalis und viele weitere Pflanzen. Das Bild hier stammt von vor einem Monat. In einem Garten-Update in den nächsten Tagen kommt dann der aktuelle Stand, in dem ich dann auch auf Bienen und alle Beete draußen eingehen werde:

IMG_3930

3. Food porn. Spargel mit Kartoffeln, Seitanwürstchen, Salat und eine Nuss-Kern-Mischung. Schmeckt hervorragend und ist mittlerweile auch verhältnismäßig günstig.

IMG_3986

4. Ideen für ein Experiment: Versucht’s morgens mal mit Smoothies. Solange ihr nicht schon total eingefleischt (haha) seid, reicht dafür ein ganz normaler Pürierstab für’n Zwacken. Wir haben ziemlich genau den hier: Stabmixer von Braun. Oft kann man den auch – wie wir – in der Bekanntschaft abstauben, weil jemand ein teureres Gerät kauft. Ganz festes Obst, muss man ein klein wenig schneiden, aber immerhin hat man sich dann 600+ EUR für nen Vitamix o.ä. gespart. Die sind zwar natürlich total geil, lohnen sich aber nur, wenn man das WIRKLICH regelmäßig macht. Wir machen das jetzt schon wieder seit circa 3 Wochen. Ein Rezept gibt’s morgen.

5. Zitat der WocheDeine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel. Hippokrates, griechischer Arzt und mutmaßlicher Erfinder der Medizin.

Schönes Wochenende von

Frank

Publiziert am von genughaben

Angewandter Kapitalismus im Haushalt: das Putzplan-Spiel!

360px-Janitor's_bucket_with_mopEs ist gar nicht so einfach eine faire Verteilung der Hausarbeit zu erreichen. Finde ich zumindest. Und JH auch. Wir putzen / räumen und kaufen in unterschiedlichen Rhythmen ein und mal findet der eine, der andere hätte zu wenig gemacht und umgekehrt. Nicht wirklich dramatisch und gleichzeitig immer wieder Grund für unliebsame Diskussionen. Daher habe ich die Anregung eines Kollegen aufgegriffen und folgendes Putzplan-Spiel für uns ersonnen:

  • Für jede erledigte Haushaltstätigkeit erwirbt man Punkte. Unsere erste Punkteverteilung pro Aufgabe findet ihr hier: Putzplan-Spiel.
  • Die Punktzahl pro Aufgabe variiert mit der Person: wenn JH eine Aufgabe viel ätzender findet als ich, bekommt sie mehr Punkte. Die Anzahl derartiger Differenzen muss sich ausgleichen (Differenz der Punktzahl * Häufigkeit der Aufgabe), was immer wieder mal geprüft werden muss (alle paar Wochen). Die Idee dahinter ist Anreize zu geben auch einmal eine der weniger favorisierten Aufgaben zu erledigen. Sollte das nicht funktionieren und jeder mit einem jeweils anderen Aufgaben-Set auf Dauer zufriedener sein passen wir das Spiel vielleicht noch einmal an.
  • Aktuell machen wir noch Striche direkt neben den Aufgaben auf einem etwas breiteren Zettel. Das hat auch den Sinn zu schauen wie oft Aufgaben tatsächlich erledigt werden – so ungefähr. Da wir einander vertrauen, werden wir aber wohl zeitnah neben dem Zettel mit den Punkten einen weiteren mit unseren Kürzel hängen haben und einfach nach ereldigter Aufgabe oder am Ende des Tages eine aggregierte Summe notieren.
  • Am Ende der Woche / des Monats sieht man dann, wer „im Plus“ und wer „im Minus“ ist.

Wir machen das jetzt seid circa zwei Wochen und neben dem es tatsächlich Spaß macht sich mit Hausarbeit „etwas zu verdienen“, haben wir in der Tat weniger diskutiert. Es ist einfach klar, dass, wenn z.B. JH unter der Woche mehr geputzt hat, dass ich am Wochenende ran muss – oder umgekehrt.

Eine netter Zusatzeffekt: wenn jemand wirklich viel mehr Punkte gesammelt hat, als der andere, dann kann man sich vom anderen etwas wünschen: z.B., dass der andere nächsten Woche alle Einkäufe erledigt oder immer den Müll rausbringt oder für Sonnabend ein Candle-Light-Dinner organisiert 🙂

Alles in allem sind wir mit der Lösung aktuell zufrieden.

Es gibt übrigends das Haushalts-Managment auch Apps: Hier ein paar Beispiele nach Betriebssystem

Wir verwenden keine App, da JH aktuell kein Smartphone hat und ich aktuell den Overhead scheue. Vielleicht habe ich damit auch unrecht, dennoch probieren wir es erst einmal ohne Technik. Sollte sich da was ändern, lasse ich es auch wissen.

Wie sorgt ihr eine faire Verteilung der Hausarbeit?

Publiziert am von genughaben

Kochen lernen und 1.000 EUR oder mehr im Jahr sparen.

selbst-kochen copyEs ist ja heute nicht ungewöhnlich auf Menschen zu treffen, die 250 EUR oder mehr für sich allein für Essen im Monat ausgeben. Und ich will es nicht leugnen: auch ich habe, insbesondere, als ich angefangen habe zu arbeiten, manchen Monat so viel Geld für Essen ausgegeben. Der größte Teil ist für Essen außer Haus draufgegangen oder für teures Bio-Fleisch. Damit ist allerdings Schluss. Und: es ist durchaus möglich mit circa 60-180 EUR pro Kopf für Lebensmittel pro Monat auszukommen. 60 EUR erfordert schon einiges an Disziplin (Selbstanbau, Dumpster Diving und/oder den mehr als gelegentlichen Besuch von Free-Food-Veranstaltungen), aber 120-180 EUR ist gut möglich. Erfordert aber etwas Planung und die Fähigkeit zu kochen – es sei denn man ist bereit, jeden Tag Fertigpizza zu essen, was auch sehr günstig ist, aber andere Nachteile hat.

Der erste Schritt dazu ist: kochen lernen! Und damit meine ich nicht Pizza in den Ofen legen! Wobei auch dagegen von Zeit zu Zeit nichts spricht. Ihr meint, ihr könnt nicht kochen? Ich denke, wenn ihr eine Checkliste (z.B. einen Einkaufszettel) abarbeiten könnt, dann könnt ihr auch nach Rezept kochen. Beginnt mit etwas Einfachem, z.B. Nudeln mit Tomaten-Gemüse-Sauce. Besorgt euch ein Rezeptbuch mit einfachen und schnellen Rezepten – oder recherchiert im Internet. Das sollte aber nur der Anfang sein und es würde mich auch nicht wundern, wenn ihr damit noch nicht bei <100 EUR pro Monat pro Person ankommt.

Das Austauschprinzip. Ein Grund dafür, dass Kochen leicht teuer wird ist, dass man sich strikt ans Rezept hält. Da steht dann drin, man brauche eine Prise Zimt. Man kauft aber nicht eine Prise, sondern eine ganze Packung Zimt, obwohl man es sonst nie verwenden mag und zack, ist ein Gericht 3 EUR teurer. (Apropos Zimt: kann man super in Kaffee tun.) Für das Austauschen ist vor allem nötig zu lernen, was man in Rezepten weglassen und was ersetzen kann. Das ist auch ein wenig eine individuelle Frage. Ich substituiere beispielsweise Milchprodukte so: Statt Käse nehme ich Milch mit etwas Salz und Öl oder Frischkäse oder Sahne. Gerade bei Angaben zu Gemüsesorten und Gewürzen in Rezepten verlasse ich mich vielmehr auf das, was ich aktuell da habe und auf meine Intuition und weniger auf den genauen Wortlaut des Rezeptes.

Weitere Beispiele für das Austauschprinzip: Wenn in einem Rezept beispielsweise Zucchini steht und die Zucchini ist aber gerade recht teuer, dann würde ich sie sofort gegen ein anderes grünes Gemüse ersetzen (z.B. Gurke, Wirsing-Kohl oder Spinat). Gerade durch solche Experimente kommt ihr auch auf Kombinationen, die ihr mögt und auf die ihr sonst nicht gekommen wäret. Die Austauschstrategie gilt auch für Brot (Mehlsorte, mit Milch, Getreidemilch oder Wasser, mit Gewürzen, Samen oder sogar Bohnen) oder auch für Hummus: eine Hülsenfrucht (Kichererbsen, weiße oder rote Bohnen, Linsen), ein Nuss- oder Samenmus (Tahin-, Erdnussmus oder Sonnenblumenkerne), eine Säurequelle (Zitrone oder Essig) und Gewürze (Koriander oder whatever you like) und Öl (Olive o.ä.). Das Nussmus kann man ggf. auch auslassen und mit etwas Mehl und/oder (mehr) Öl auswechseln… es gibt noch mehr solche Gebiete. Wie gesagt: das Rezept ist nur der Anfang.

Ein Tipp zum Austauschen, probiert ein bisschen von dem, was ihr schon gekocht habt und riecht an den Zutaten, die ihr überlegt, hinzuzufügen, dann kann man sich meist schon ganz gut vorstellen, wie es zusammenpasst. Ein guter Trick ist auch ein wenig vom Reingewürz zu essen und damit ein wenig hin und her zu laufen. Es gibt sogar Geschmacksnerven nahe dem Magen, die einem erst den endgültigen gemschacklichen Eindruck vermitteln. Wenn ihr die Zutat dann hinzugetan habt, schaut wie es zusammenwirkt.

Wichtig: Es ist in jedem Fall eine gewisse Unerschrockenheit erforderlich: Wenn ihr bei Geschmackserlebnissen unflexibel seid und alles, was nur ein wenig anders als erwartet schmeckt gleich gar nicht mehr mögt, dann solltet ihr eher ein Rezept aussuchen, dass das berücksichtigt, was gerade günstig ist (das ist bei Gemüse übrigens meist das, was gerade hier Saison hat, insofern ist es häufig auch ökologisch sinnvoll). Im Zweifel: vertraut darein, dass euer Geschmack gar nicht so unflexibel ist. Es ist in der Regel nur ein wenig Wiederholung nötig, um sich ganz neue Geschmacksqualitäten dauerhaft zu erschließen. Ganz konkret: die ersten 3 Süßkartoffeln mochte ich auch nicht soo gerne, aber mittlerweile habe ich mich an den Geschmack gewöhnt und mag sie richtig gerne.

Einfache Dinge essen. Das bringt mich zu einem weiteren wichtigen Eckpfeiler einer kosteneffektiven Ernährung: esst wirklich einfache Dinge. Ich esse beispielsweise 1-3x pro Woche einfach eine große Süßkartoffel, die ich in der Mikrowelle zubereite und über die ich stark entöltes, zartbitteres Schokoladenpulver gebe. Ggf. noch ein paar Nüsse und manchmal noch etwas Marmelade dazu. Gerne dazu dann noch 1-2 Äpfel oder was sonst gerade gut und günstig zu haben ist: fertig ist das Mittagessen für 1-1,50 EUR. Auch okay: Brot – am besten selbst gebackenes und dazu einen Aufstrich ggf. auch selbst-gemacht. Oder auch gut: Bohnen in Tomantensauce (passierte Tomaten + Gewürze) gekocht und dazu Rotkohl. Alles sehr günstige Mittagessen-Menüs.

Einkaufregeln. Damit es wirklich günstig ist müsst ihr beim Einkaufen Acht geben:

  1. Kauft haltbare Lebensmittel in Großpackungen. Am besten ihr bestellt sie 1-2x im Jahr bei einem Großhändler oder direkt beim Erzeuger. Wenn ihr diese Regel befolgt, spart ihr schon einmal bis zu 25%, manchmal mehr. Das gilt für z.B. Reis, Hafer, Nudeln, Linsen, Bohnen, Mehl, Gewürze, Nüsse, Kerne und Dosenvorräte.
  2. Was ist gerade heruntergesetzt?
  3. Was hat Saison? Das sollte euren Einkaufszettel bestimmen.
  4. Kann ich irgendwo eine große Menge herbekommen -> 20kg Reis im Asia-Markt sind meist günstiger als 20x 500g Reis im Supermarkt.
  5. Und: immer in die Ecke mit den reduzierten Produkte nahe am MHD gucken: meist sind die noch gut.

Größere Mengen kochen. Seit ihr dann etwas weiter gekommen und habt schon etwas Routine, weil ihr z.B. für 3-4 Wochen 1-3x pro Woche abends gekocht habt: kocht größere Mengen! Kocht gleich für 3 oder mehr Tage. Euch reicht die Abwechslung nicht? Dann kocht 2-3 verschiedene Gerichte für die ganze Woche! Oder kocht den aufwendigen Teil, z.B. gebratenes Gemüse, Fisch, Fleisch, Tofu und Saucen fertig, so dass ihr nur noch Reis oder Nudeln dazu machen müsst. Generell: esst weniger teure Sachen: i.d.R. schmeckt ein Linsen-Reis-Eintopf auch mit relativ wenig Fleisch oder Tofu schon sehr gut. Auch das ist eine Frage der Gewöhnung.

Eintöpfe. Apropos Linsen-Reis-Eintopf. Eintöpfe sind am simpelsten. Der Linsen-Reis-Eintopf ist ein sehr einfaches Gericht, schnell gemacht und pro Portion weniger als 1 EUR: in einem großen Topf 2 Zwiebeln anbraten, dann 2 Tassen Rote Linsen dazu (vorher die Linsen abwaschen: wenn ihr habt in einem Sieb, sonst einfach in einer Schüssel etwas durchspülen) und die 2,5x Menge Wasser dazu (wenn ihr 2 Tassen Linsen genommen habt, dann nehmt 5 Tassen Wasser). Nun lasst ihr die Linsen im Wasser mit den angebratenen Zwiebeln kochen. Kocht 2 Tassen Reis mit 2-2.5 facher Menge Wasser im Drucktopf. Am Ende mischt ihr alles zusammen mit klein geschnittenem Gemüse eurer Wahl inkl. 5-10 Zehen Knoblauch. Pfeffer, Salz, Thymian, Oregano und 1-2 Dosen gehackte Tomaten. Reicht für mind. 4 Mahlzeiten. Auch hier: einfach googlen, es gibt unzählige Varianten von Eintöpfen.

Weitere Rezeptanregungen. Auch einfach geht Kartoffeln + Pfannengemüse: z.B. eine Zwiebeln + Gemüse eurer Wahl in Würfeln, Scheiben o.ä. in der Pfanne anbraten: es gibt heutzutage unendlich viele Kochvideos. Sucht Dinge, die schnell und einfach gehen. Auch Ofengemüse ist einfach, lecker und gesund.

Je genauer ihr wisst, was ihr zusammen mögt und was nicht, umso eher könnt ihr euer Essen um die günstigen Nahrungsmittelangebote herumplanen und nicht umgekehrt: das ist im wesentlichen das Geheimnis günstigen Essens.

Anbauen. Falls ihr Fläche und Lust habt: alles, was ihr selbst anbaut, müsst ihr nicht kaufen. Inwieweit ihr dabei allerdings kosteneffektiv bleibt, hängt davon ab wie stark eure Aktivitäten ausarten und wie sehr ihr auf ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis achtet. Den Folientunnel habe ich mit dem in ihm angebauten Gemüse noch nicht wieder hereingeholt, das wird aber passieren. Die Äpfel, die wir jedes Jahr ernten, sparen mir hingegen im Jahr locker 100 EUR. Letztlich ist der Garten inklusive der eingekochten Gerichte der Grund dafür dass ich in in so manchem Monat <100 EUR für essen ausgebe. Jetzt könnte man mit dem Argument kommen: in der Zeit, in der du gärtnerst, würde es sich eher lohnen, Geld zu verdienen. Das stimmt im Prinzip, gleichzeitig bleibt der Netto-Geldabfluss dennoch kleiner, es macht mir mehr Spaß, als noch 1 Stunde mehr zu arbeiten und je nachdem, worauf man sich konzentriert, kann man durchaus ein recht ansehnliches Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen (z.B. mit Salat).

Gesund kochen. Lest 1-2 Bücher über Ernährung, merkt euch, was ihr mögt und ihr seid in ein paar Monaten in der Lage, sehr gesund für 100 oder weniger EUR zu wirtschaften. Wer Englisch kann, kommt an How Not to Die: Discover the Foods Scientifically Proven to Prevent and Reverse Disease nicht vorbei. Auch wenn du nicht vegan bist. Auf Deutsch finde ich Krebszellen mögen keine Himbeeren: Nahrungsmittel gegen Krebs. Das Immunsystem stärken und gezielt vorbeugen. Wen der Krankheitsbezug verwirrt: eure Ernährung ist eure absolute first line of defense. Mit nichts könnt ihr eure Gesundheit selbst besser kontrollieren. Nicht einmal mit Sport. Obwohl rein gar nichts dagegen spricht, beides zu betreiben. Das Thema ist so umfassend, dass man dazu einen eigenen Blog schreiben müsste. Für wen das total neu ist, der lese unbedingt The Seventy Percent Solution von Terry L. Wahls. So, jetzt bin ich weit abgeschweift, dabei sollte es in diesem Artikel ja nur um günstige Ernährung gehen. Gleichzeitig macht günstig ohne gesund aus meiner Sicht keinen Sinn, denn sonst spart man später nur in einer anderen Währung: mit der eigenen Lebenszeit. Wer entweder vegan kochen mag oder wem z.B. Dr. Gregers starker Fokus darauf nicht allzu viel ausmacht (ich bin nach wie vor kein Veganer, finde Gregers Arbeit aber sehr gut), der kann vieles auf seinem Portal: nutritionfacts.org über gesunde Küche lernen. Für Kochmethoden ist z.B. dieses Video interessant: Best Cooking Method.

Publiziert am von genughaben

5 Gedanken zu Beginn der Woche – KW 23

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

hier die verspätete Ausgabe von 5 Gedanken am Freitag der letzten Woche. Da aber nicht mehr Freitag ist, heißt der Artikel anders. Mein neues Projekt hält mich ziemlich in Atem und außerdem war ich über’s WE bei Achim in Berlin. Apropos Achims letzte Artikel zum Thema Hackintosh ist auch lesenswert.. Ich war letzte Wochen recht stark auf das Thema Investitionen fokussiert: bestimmte Papiere sind unter den von für mich akzeptablen Kaufpreis gefallen und ich daher zugeschlagen habe.

  1. Ereignis der Woche: JH hat mein Portemonnaie wiedergefunden! Das bedeutet circa 250 EUR weniger Schaden an dem Tag, als ich gedacht habe. Einzig etwas ärgerlich ist, dass ich schon sämtliche Karte gesperrt hatte. Aber wenn es nur das ist, bin ich sehr zufrieden damit.
  2. Investitionen: Ich habe letzte Woche mein Portfolio aufgestockt und einen amerikanische Technologie-Titel dazugekauft. Amazon war es aber nicht. Ich werde aber den Gedanken nicht los, dass ich möglicherweise trotz des schon zuvor recht hohen KGVs auch in Amazon hätte investieren sollen. Aber beim aktuellen Rekordkurs von 723 Dollar eine Handlung, der ich nicht nachgeben werde. Naja, kein Kurs steigt in den Himmel und sobald das Unternehmen auch buchhalterisch das leistet, was es verspricht überlege ich es mir vielleich noch. Aktuell habe ich ein leichte Fehlgewichtung in puncto Aktien bezüglich meiner Vorstellung und werde daher in den nächsten Wochen/Monaten noch Anleihen nachkaufen.
  3. Artikel der Woche. Ich verfolge mit Interesse die Entwicklung verschiedener Fin-Techs. Wer sich fragt, was das ist: ich habe am WE diesen Artikel – App statt Bank – aus der Zeit gefunden. Er ist zwar von 2015, bietet aber einen guten Einstieg, finde ich.
  4. Bücher: Ich habe am Wochenende das Buch So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen: Quartalsergebnisse, Bilanzen & Co – und was der größte Investor aller Zeiten daraus macht gelesen. Es ist eine nette kleine Einführung in das Thema Rechnungswesen. Leicht und schnell zu lesen. Kein so großes Hexenwerk und sicher nicht alles, was man braucht. Wer aber mit den Themen Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Cashflow-Rechnung in Kontakt gekommen ist eine sehr einfach zu lesende Einführung. Und unterhaltsam. Von einer Ex-Frau von einem der Söhne Warren Buffets.
  5. Zitat der Woche. „Ich habe viele Menschen an Alkohol oder Fremdfinanzierung — also Geld, das von anderen für einige Investitionen geliehen wird — zugrunde gehen sehen. Man muss sich in dieser Welt eigentlich kein Geld leihen. Wenn Du smart bist, wirst Du auch eine Menge Geld machen können, ohne Dich zu verschulden.” – von Warren Buffett. Es ist einfach keine besonders moderne Weisheit, dass Schulden nicht so schön sind – außer man besitzt sie. Z.B. Unternehmensschulden via Mintos.

Viel Spaß diese Woche wünsch euch

Frank

Publiziert am von genughaben

Selbstbetrug: Kognitive Dissonanz und wie sie unser (Kunsum-)Verhalten beeinflusst.

Wenn auch die (persönlichen) Finanzen eines der Hauptthemen meines Blogs sind, schreibe ich verhältnismäßig wenig über konkrete Spar- oder Anlegemöglichkeiten. Das hat den Grund, dass die persönlichen Finanzen meiner Meinung nach symptomatisch sind für den Lebensstil, den wir verfolgen bzw. unsere persönliche Haltung. Aus meiner Sicht ist die Strategie zu guten Finanzen zu kommen relativ trivial und leicht zu benennen: man muss weniger oder genauso viel ausgeben wie man einnimmt. Nicht mehr und nicht weniger.
Daher sind aus meiner Sicht nicht so sehr die konkreten Maßnahmen entscheidend, die zu guten Finanzen führen, als unser Lebensstil und unserer Umgang mit uns selbst.

Wie viele andere Aspekte des Lebens sind auch gute Finanzen ein Ausdruck der persönliche Resilienz und unserer Ehrlichkeit gegenüber den uns aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln bzw. Vermögens (womit nicht nur Geld gemeint sein muss) und einer konstruktiven Entwicklung dieser.
Gute Finanzen isoliert zu verbessern – also ohne auch den eigenen Lebensstil kritisch zu betrachten – ist in meinen Augen uneffektiv und unwirksam. Gleichzeitig erbringt aber eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil und den eigenen Überzeugungen und Handlungen nicht nur gute Finanzen, sondern hat auch diverse weitere positive Effekte. Gute Finanzen werden so zu einem Zusatznutzen, der sich ganz automatisch ergibt (oder eben nicht).

Ein besonders wesentliches Charakterelement für ein (finanziell) ausgeglichenes Leben ist aus meiner Sicht die Selbt-Ehrlichkeit. Es dürfte klar sein, dass wenn ich mir selbst und meinen (finanziellen) Möglichkeiten gegenüber nicht aufrichtig bin bzw. selbstbegrügerisch vorgehe, ich nie auf einen grünen Zweig kommen werde. Zum (Selbst-)Betrug gibt es allerlei zu sagen.
Zum einen ist es ratsam sich 1) über die zugrundeliegenden Mechanismen des Selbstbetruges Klarheit zu verschaffen und 2) wie mit der menschlichen Tendenz zum Selbstbetrug in konstruktiver Weise umgegangen werden kann. Ich will mich in diesem Artikel um eine verständliche Einführung bemühen.

Um sich dem Konzept Selbsttäuschungen zu nähern, um die es mir geht, machen wir einen Einstieg über das Thema der optischen Täuschungen, da das wirkende Grundkonzept dort – im wahrsten Sinne des Wortes – direkter “einsehbar” ist.

Quelle: Massachusetts Institute of Technology

Betrachten wir dazu die Schachbrett-Schattenillusion des MIT-Professors Edward Adelson: Das Quadrat “A” und “B” haben den gleichen Grauton.

Diese Bild ermöglicht uns eine erstaunliche Erfahrung: unsere Augen lügen uns dreist an – und das ohne persönliches Zutun. Diese Art der Täuschung ist sozusagen neuronal verdrahtet. Wir können uns ihr nicht entziehen. Die Täuschung lässt sich jedoch durch Anwendung von Hilfsmitteln aufdecken: wenn man mit den Fingern alle hellen Felder um das Feld B und zusätzlich das helle Feld rechts von A abdeckt, erschließt sich unmittelbar die “Wahrheit” – nämlich dass Feld A und B den gleichen Grauton haben.

Wichtiger als diese konkrete optische Täuschung oder optische Täuschungen im Allgemeinen ist die unbehagliche Frage, ob denn diese Art der Täuschungen allein auf optische oder andere Sinneswahrnehmungen beschränkt sind. Können etwa auch unsere höheren kognitiven Funktionen ebenfalls von Effekten dieser Art in Mitleidenschaft gezogen werden? Gibt es derlei Phänomene?

Ja, die gibt es und leider wird ihnen kaum der Stellenwert zugemessen, den sie verdienen. Schon gar nicht wird ein Umgang mit ihnen gelehrt. Genau genommen scheint nur ein kleiner Teil der Menschen darüber Bescheid zu wissen oder auch nur eine Ahnung davon zu haben.

Kognitive Dissonanz

Gerne sehen wir uns, unseren Verstand und unsere Bewusstsein als etwas Rationales an. Im Zweifel handeln andere irrational – nicht aber wir. Es spricht jedoch einiges dafür, dass jeder von uns immer wieder sein rationales Denken ausschaltet und sogar eigene Überzeugungen umgeht, um ein positives Image vor uns und anderen zu erhalten.

Leon Festinger begründete die Theorie der kognitiven Dissonanz. Nach dieser Theorie treten innere Konflikte u.a. auf, wenn

  • man eine Wahl trifft, obwohl auch andere Alternativen attraktiv waren (z.B.: wir müssen für eine Unzahl ähnlich schlechter oder guter Produkte entscheiden)
  • man eine Wahl trifft, die sich anschließend als ungünstig oder fehlerhaft erweist (wir haben etwas gekauft, was sich später als untauglich erweist)
  • man erfahren muss, dass eine begonnen Anstrengung größer, weniger lohnend oder unangenehmer ist als ursprünglich angenommen (ein angefangenes Projekt erweist sich als deutlich umfangreicher und der “Stundenlohn” bzw. der Nutzen sinkt im Verhältnis zum Aufwand ins Bodenlose)
  • man sich entgegen seiner Überzeugungen verhält, ohne dass aufgrund äußerer Umstände ein deutlicher Zusatznutzen ensteht oder Kosten deutlich vermieden werden (wenn man beispielsweise Fastfood isst, obwohl man überzeugt davon ist, dass es schadet)

Tritt ein Fall von Dissonanz auf, so können wir entweder unser Verhalten oder unsere Werte ändern. Sofern wir bereits gehandelt haben oder eine Verhaltensänderung sehr aufwendig ist, tendieren Menschen dazu ihre Werte und Überzeugungen zu ändern – dauerhaft oder ggf. sogar nur für den zeitlich beschränkten Moment des Konflikts, der z.B. während eines Gesprächs mit einem anderen Menschen entsteht oder bei der Entscheidung für einen Kauf.

Wie Menschen innere Konflikte infolge kognitiver Dissonanzen durch Selbstbetrug “auflösen”.

Der Mensch bemüht sich nun durch Anwendung unterschiedlicher Arten von Selbstbetrug Dissonanzen aufzulösen.

Meinungsumformung.

Eine Möglichkeit ist es Überzeugungen kurzfristig zu ändern oder zu übergehen. Festinger fand so z.B. im Experiment mit Student_innen heraus, dass, wenn diese anderen eine langweilige Tätigkeit als spannend und interessant verkaufen sollten, auch nach dem Experiment umso überzeugter davon waren, die Tätigkeit wäre eigentlich gar nicht so uninteressant – sofern sie dafür Geld erhielten.
Die Dissonanz entsteht dadurch, dass ein eigentlich langweiliges Thema als spanned dargestellt wird. Um – gerade auch, weil dafür Geld erhalten wurde – den Konflikt um unser positives Selbstbild infolge dieser Lüge abzumildern, begannen die Studierenden ihre Einstellung bzw. ihre Meinung zur Tätigkeit zu verformen: sie fanden sie anschließend tatsächlich nicht mehr so uninteressant. Tatsächlich können solche Meinungsumformungen nicht nur temporär, sondern auch dauerhaft erfolgen.

Festhalten an irrigen Vorstellungen.

Eine andere Form der Dissonanzauflösung kann durch Ignorieren der offensichtlich Fakten und auf dem Festhalten an irrigen Vorstellungen beruhen: so glaubten sowohl Mubarak als auch Al-Gadhafi noch daran, dass Volk stünde hinter ihnen als dies schon lauthals auf der Straße ihre Rücktritte forderte. Strukturell ähnlich ist auch die Behauptung eines Karl-Theodor zu Gutenbergs nicht plagiiert zu haben, trotz der mehr als tausend offensichtlich kopierten Textstellen in seiner “Doktorarbeit”. Thema Finanzen: Auf Finanzen bezogen könnte man z.B. in dem Moment, wo man mit der Entscheidung konfrontiert ist eine Konsumentscheidung zu tätigen, die man sich eigentlich nicht leisten kann, dass man sich vormacht, man könnte sich die Anschaffung in Wirklichkeit gut leisten, obwohl das nicht stimmt.

Andere Gründe herbeifantasieren.

Wieder eine andere Möglichkeit inneren Konflikten zu vermeiden ist es andere Gründe für offensichtlich Fakten herbeizufantasieren. So scheint der aktuelle Machthaber in Syrien, al-Assad, fest davon überzeugt zu sein, dass Terroristen seine Macht untergraben wollen, statt anzuerkennen, dass große Teile des Volkes seinen Sturz herbeiführen möchten.Thema Finanzen: Besonders gut für nachträgliche Rechtfertigungen von Handlungen eingesetzt: z.B. ich habe ABC ja nur gekauft, weil ich dachte XYZ.

Abwertung von Opfern.

Eine Dissonanz tritt auch auf, wenn Menschen in Not geraten, es aber mit viel Aufwand verbunden wäre ihnen zu helfen. Um den resultierenden inneren Konflikt abzumildern, ist das Begehen einer Opfer-Abwertung möglich: man überzeugt sich dazu davon, dass der arme Mensch an seinem Schicksal selbst Schuld hat oder das die vergewaltigte Frau es doch irgendwie gewollt hätte. Beide Meinungsumbildungen sind Ausdruck eines Selbstbetrugs, mit dem man sich trotz unterlassener Hilfe sein positives Selbstbild zu erhalten versucht. Thema Finanzen: Es lag an dem Verkäufer oder an dem Freund/der Freundin, die einem zum Kauf überredet hat.

Herunterspielen von Fakten und fiktive bzw. überbewertet Umstände.

Eine weitere Variante der Dissonanzauflösung tritt durch Herunterspielen von Fakten auf: “Es gibt doch so viele Raucher, die alt geworden sind.”
Auch ist es möglich, dass zur Konfliktvermeidung auf fiktive äußere Zwänge bzw. Situationen hingewiesen wird oder faktisch vorhandene Zwänge bzw. Situationen überbewertet bzw. anders bewertet werden. “Ich habe die Prüfung nur nicht bestanden, weil ich die Nacht vorher nicht schlafen konnte.” Thema Finanzen: „Fast jeder hat heute Schulden, dass ist ganz normal“. Womit ich die Frage aufwerfen möchte welchen inneren Wert es hat „normal“ zu sein. Aber dazu in einem anderen Artikel vielleicht noch einmal mehr.

Kognitive Dissonanz und Konsum.

Häufig gehört Aussagen:

  1. “Ich musste in die größere Wohnung umziehen, da die alte zu klein geworden ist.”
  2. “Ich kann mir keine Bio-Lebensmittel kaufen, da sie zu teuer sind – außerdem ist es ja gar nicht klar, ob die wirklich besser sind.”
  3. “Ich musste das Produkt X unbedingt haben.”

Zu (1) Die deutlich einfachere Lösung wäre Dinge auszusortieren bzw. überhaupt erst einmal weniger zu kaufen. Das Einziehen in einer größere Wohnung lenkt hier von der eigenen Unfähigkeit ab endlich Ordnung zu schaffen und verursacht auch noch höhere Kosten.
Zu (2) In Wahrheit ist diese Äußerung eine Folge der eigenen Prioritäten. Man würde sich zwar lieber noch gesünder ernähren, aber es sind einem andere Dinge wichtiger, daher behauptet man zunächst man hätte nicht genügend Mittel. Als nächstes behauptet man noch, dass der Vorteil unklar wäre  – eine Abwertung – obgleich in meinen Augen klar sein sollte, dass Essen ohne Pesiziden gesünder ist als solches mit Pestiziden.
Zu (3) Besonders im Nachhinein – gerade dann auch, wenn ein Produkt nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht, erfinden wir Gründe, warum wir etwas haben wollten oder warum wir es unbedingt brauchten. Ggf. verteidigen wir unsere Wahl sogar vor anderen trotz der Nachteile, die es hat. Das könnte der Mixer oder ein Tablet sein, den/das  wir “unbedingt” brauchten obwohl die Brotbackmaschine bereits nach zweimaliger Verwendung im Schrank steht und das Tablet eben doch nicht so gut für Textarbeit geeignet ist wie zuvor erhofft. Es kann sich dabei auch um das Rennrad drehen, dass wir uns enthusiastisch gekauft haben und nun nicht verwenden können, “weil wir keine Zeit haben”. Im Falle des Fahrrades tritt aus zwei Gründen eine Dissonanz auf: wir haben Geld ausgegeben, das wir auch anders hätten ausgeben können(*) und wir haben uns eigentlich vorgenommen etwas für unsere Gesunheit zu tun (was wir jetzt nicht machen). Für beides muss “wir haben keine Zeit” herhalten.

(*) BTW: 1000 Euro zu 5% in eine eigene Solaranlage bedeutet 50 Euro Zinsen im Jahr.

Natürlich wissen die Marketing-Fachleute um den Effekt der kognitiven Dissonanz und bemühen sich die daraus erwachsenden Konflikte derart abzubauen, dass wir mehr kaufen.
Es hilft daher aufmerksam mit seinen Wünschen (“das will ich unbedingt haben”) umzugehen und sich zu fragen: “Brauche ich das wirklich?” und “Ist es sinnvoll mir das jetzt zu kaufen – wo mein Kontostand eh schon nicht der Beste ist?” und eventuell angesicht kostengünstigerer Alternativen. So spart man nicht nur Geld, sondern auch Ärger und bringt so die eigenen Finanzen ins Gleichgewicht und ggf. auch sich selbst – da unsere Wünsche sowieso nicht nachhaltig durch Konsum befriedigt werden können.

Fazit und Buchempfehlung:

Gerade weil die hier angerissenen Verhaltensmuster so universell sind, ist es ein Jammer, dass heute sogut wie keiner davon weiß. Meiner Meinung nach ist das Thema so wichtig, dass es eigentlich in der Schule gelehrt werden müsste. Wer mehr über dieses wichtige Thema erfahren möchte, dem empfehle ich ungeeingschränkt das Buch Ich habe recht, auch wenn ich mich irre: Warum wir fragwürdige Überzeugungen, schlechte Entscheidungen und verletzendes Handeln rechtfertigen von Carol Travis et al. Gebunden ist es recht teuer, aber als Kindle-Version kann man sich das gut leisten. Travis zeigt wie start die kognitive Dissonanz (Fehl-)Entscheidungen in der Rechtssprechung, der Medizin und Therapie, der Wirtschaft und Politik und natürlich – wie auch in diesem Artikel schon angerissen – im Privatleben beeinflusst. Viel Spaß bei der Lektüre!

Quellen:

Original veröffentlicht am: 15. Mai 2012 @ 17:38. Überarbeitet und veröffentlicht am 02.06.2016 13:40

Publiziert am von genughaben

Investieren auf dem P2P-Lending-Marktplatz von Mintos

mintos-logo-250x250Seit einiger Zeit lege ich Geld über verschiedene P2P-Lending-Anbieter an. Das Prinzip ist einfach: Einzelpersonen und Unternehmen, die Geld brauchen werde mit Einzelpersonen und Unternehmen zusammengebracht, die Geld verleihen möchten. Seit es die ersten P2P-Plattformen gibt, hat sich der Markt entwickelt und es gibt schon längst nicht nur noch Plattformen, die Privatpersonen untereinander für z.B. Konsumkredite vernetzten. Man kann via P2P-Plattformen heute auch in Immobilien-, PKW- oder verschiedene Aspekte der Unternehmensfinanzierung (z.B. Factoring) investieren. Meiner Meinung nach ist das Feld dadurch erheblich interessanter geworden.

Ich möchte in diesem Artikel speziell etwas auf Mintos eingehen. Es handelt sich dabei – wie bei vielen P2P-Anbieten – um ein lettische Firma. Anders als die meisten Plattformen, die selbst die Vermittlung von Kreditprojekten übernehmen funktioniert Mintos anders. Mintos hat Verträge mit verschiedenen sog. Anbahnern. Das sind Untenehmen, die Kredite für z.B. Immobilien, PKWs oder Rechnungsfinanzieung in Unternehmen in Estland, Lettland, Litauen, Georgien, Tschechische Republik und Polen vergeben. Einer diese Anbahner ist z.B. das estische Unternehmen Mogo, dass PKWs finanziert. Mogo bietet diese PKW-Kredite dann über Mintos an, so dass man dann als investierende Privatperson oder Firma Anteile an PKW-Darlehen erwerben und entsprechend dieser Anteile Zinsen erhalten kann. Eine typische Rendite liegt zwischen 5-15%. Mintos liefert dazu Statistiken. Interessant an Mintos ist, dass

  • man sehen kann in wen und was man genau jeweils investiert, z.B. Hinterlegen Unternehmen ihre aktuellen Leistungsdaten und auch den Zweck für den Kredit
  • man beim Investieren recht genau einstellen kann, welche Risikofaktoren einem wichtig sind (Loan-to-Value, Bonität, Besicherung)
  • und, was ich am spannendsten finde: man kann in verschiedene Bereichen der Unternehmensfinanzierung investieren, was viele andere Plattformen nicht ermöglichen.

Wer nicht Geld in z.B. persönliche Kredite oder Immobilienfinanzierung investieren möchte, aber die Rechnungsfinanzierung von Unternehmen interessant findet, ist bei Mintos richtig. Wen lange Anlagezeiträume schrecken: es gibt auch viele Kredite mit nur recht kurzer Laufzeiten von 1-12 Monaten. Man hat also sein eingesetztes Kapital relativ schnell zurück. Wem das im Einzelfall immer noch nicht schnell genug ist, kann angelegtes Geld durch Liquidierung der Kreditanteile am Zeitmarkt – notfalls mit etwas Abschlag – noch schneller zurückerhalten. Aber dazu später mehr.

Besicherung

Manche der Anbahner bieten Rückkaufgarantien: d.h., dass wen ein Kreditnehmer zahlungsunfähig wird, kauft der Anbahner den Kredit zurück. Das gilt z.B. für die meisten PKW-Kredite von Mogo. Selbstredend ist die Rendite für diese dann meist etwas niedriger.

Auto-Invest-Funktion.

Wie bei den meisten Portalen bietet Mintos die Möglichkeit an die Kreditprojekte einzeln unter die Lupe zu nehmen und manuell und benutzerdefinierte Beträge zu investieren. Man kann aber auch mit Hilfe der Auto-Invest-Funktion Portfolios definieren. Man kann wählen in welche Kredittypen (Immobilien, Privat, PKW, Geschäftskredit, Rechnungsfinanzierung), welche Länder, welche Anbahner, zu welcher Zinsrate man investieren will und wie viel Kapital pro Kredit eingesetzt werden soll und, ob erzielte Erträge direkt automatisch re-investieren werden sollen usw. Um durch Diversifikation mehr Sicherheit zu erreichen, empfiehlt es sich maximal 1% des Gesamtsumme in ein Kreditprojekt zu investieren: das bedeutet für z.B. eine Anlage von 1.000 EUR, dass man dem Portfolio-Builder mitteilt maximal 10 EUR pro Kreditprojekte zu investieren. Der Auto-Investor wählt entsprechend euren Einstellungen Kreditprojekt aus und investiert, sodass man nicht 100 oder mehr Kreditprojekte manuell finden muss. Man kann parallel mehrere solche Portfolio-Builder betreiben, um verschiedene Strategien zu testen. Ebenso kann man immer parallel noch weitere Einzelinvestitionen manuell ausführen.

Zweitmarkt

Auch interessant ist der Zweitmarkt. Hier kann man seine Darlehensanteile entweder verkaufen oder Teile bereits laufender Darlehen von anderen Investoren abkaufen. Je nachdem, ob die Kredite möglicherweise in Verzug sind, kann man Kreditanteile hier mit Abschlag erwerben. Anders herum kann man Kredite, die bereits seit vielen Monaten regelmäßig zahlen mit einem Aufschlag verkaufen. Mancher Anleger kann so eine deutliche Aufbesserung seiner Rendite erreichen. Anders herum kann man sein angelegtes Geld so auch aus länger laufenden Krediten – zwar möglicherweise mit Abschlag, besonders, wenn es schnell gehen soll – wieder liquidieren.

Risiken

Den interessanten Renditen stehen selbstverständlich auch Risiken gegenüber. Z.B. haben Kredite, die nicht besichert sind, natürlich ein Ausfallrisiko. Andererseits sind besicherte Kredite auch nur solange sicher wie der Besicherer sicher ist. D.h. wenn z.B. der Anbahner für PKW-Kredite, Mogo, der viele seiner Kredite besichert (was bedeutet, dass er ausfallende Kredite nach 30 Tagen zurückkauf) selbst in Geldprobleme geraten sollte, könnte er z.B. die Garantien möglicherweise nicht einhalten. Investieren ohne Risiko ist eine Illusion. Mintos als Plattform trägt durch die Besicherung durch Anbahner selbst ein relativ niedrigeres Risiko, als Plattformen, die die Besicherung selbst anbieten, denn es ist unwahrscheinlich, dass mehrere oder alle Anbahner pleite gehen – aber auch selbst das ist nicht unmöglich.

Ich kann nur sagen: Ich investiere immer nur Geld, dass ich absolut nicht notwendigerweise zum Leben brauche. Natürlich will ich das Geld zurück und erhoffe mir ein gutes Geschäft, bin mir aber im Klaren darüber, dass Anlegen auch immer mit Risiken verbunden sind und diese Risiken auch eintreten können! Desweiteren will ich noch sagen: ich bin kein zertifizierter Finanzexperte, sondern ein interessierter Laie und ihr könnt diesen Artikel allein als meine Meinung und nicht als Beratung auffassen.

Mir selbst gefällt das Angebot, die Risikoverteilung (Anbahner, Plattform, Ich), die Anlagemöglichkeiten sowie die Rendite, die ich bisher verdienen konnte bei Mintos gut.

Sofern ihr euch für Mintos interessiert, dann schaut es euch doch einfach mal an: hier klicken.

Viel Spaß auf eurem Weg in die Investor-Klasse!

Gruß Frank

Publiziert am von genughaben

5 Gedanken am Freitag – KW 21

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

heute leider noch einmal einen Tag später als normal – ist gerade viel zu tun – hier meine 5 Gedanken am Freitag.

  1. Video der Woche: In diesem Video spricht Paul Stamets über 6 Wege mit denen Pilze die Welt retten können (YouTube). Paul Stamets ist eine der Koryphäen auf dem Gebiet der Pilze. Der TED-Talk gibt ein paar Themen in Kurzform wieder, die Stamets in seinem Buch Mycelium Running: How Mushrooms Can Help Save the World: A Guide to Healing the Planet Through Gardening with Gourmet and Medicinal Mushrooms ausführlich beschreibt. Jedem, der mehr über Pilze erfahren will und was sie alles tun, ist sowohl das Video, als auch das Buch ans Herz gelegt. Zu praktischen Aspekten der Speisepilz-Zucht komme ich noch einmal später zurück.
  2. Lied der Woche: Little Boxes von Malvina Reynolds. Das Lieb beschreibt und karikiert die Konformität der Mittelschicht. Zur Geschichte und Rezeption könnt ihr hier weiteres lesen.
  3. Artikel der Woche: ‚Acrylglas-Akku‘ übersteht hunderttausende Ladezyklem (Spektrum der Wissenschaft). Diese neuen Gel-Batterien scheinen die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien extrem stark zu erhöhen. In dem Fall wäre ein festverbauter Akku – wie z.B. im iPhone – gar nicht mehr so dreist. Ich hoffe, dass sich das auch auf Auto-Batterien für eAutos übertragen lässt. Wenn jemand etwas genaues weiß, würde mich das interessieren.
  4. Experiment: Die 2×6 Minunten-Routine: Ich mache immer wieder Experimente zur Tagesroutine und ich habe darüber u.a. im Artikel „Effektiver werden – mit einer soliden Tagesroutine“ geschrieben. Vieles davon befolge ich bis heute. Seit circa 2 Wochen ist eine weitere hinzugekommen. Es ist die 2×6 Minuten-Routine: Immer gleich nachdem ich von der Arbeit abends nach Hause komme, nehme ich mir meine Kettlebell und arbeite 6 Minuten damit und danach setze ich mich 6 Minuten zum Meditieren hin. Warum mache ich das? Das Training mit der Kettlebell ist sehr intensiv und bringt meinen Körper innerhalb von ein paar Minuten auf Maximum und erzeugt Hormonausschüttungen: ich fühle mich danach sehr gut und wieder frisch. Die 6-Minuten-Meditation danach hilft den Kopf vom Tag zu klären – zumindest ein wenig. Und, warum nicht länger? Vielleicht 3-4 Monate habe ich täglich 20 Minuten meditiert und vielleicht einen Monat habe ich mit der Kettlebell 12 Minuten pro Tag gearbeitet. Beides hat aber wieder aufgehört und schon gar nicht habe ich beides gleichzeitig hinbekommen. Mit der 2×6-Routine möchte ich beide Aspekte – Kettlebell-Training und Meditation – dauerhaft in meinen Alltag zu integrieren. Die Theorie ist, dass es wohl kaum einen Tag geben sollte, an dem ich wirklich keine 12 Minuten Zeit habe, um das beides zu machen. Mal sehen wie gut das so läuft. Sofern ihr analoge Experimente fahrt, würde ich gerne davon hören!
  5. Zitat: Anlässlich der republikanischen Wahlen heute ein Zitat von Donald Trump: „Du kannst keinen guten Deal machen, wenn du dich nicht traust keinen Deal zu mache“. Und bei allem, was der Herr sonst so von sich gibt, hat das was wahres: wenn man immer wieder von dem, was man will abrückt, um anderen zu gefallen, dann erreicht man die das, was man will.

Ich hoffe, es war für euch etwas Interessantes dabei. Wie immer: wenn ihr hier etwas veröffentlich haben wollt, schickt mir eine Mail an genughaben (ett) yahoo (punggt) de.

Schönes Wochenende wünscht ich euch!

Frank

Publiziert am von genughaben

Veränderungen Wirklichkeit werden lassen.

Quelle: Wikipedia

Bei persönlichen Veränderungen, die nicht allein von unseren Fähigkeiten, sondern von unserer persönlichen Haltung abhängen durchlaufen wir nach dem transtheoretischen Modell eine Reihe von Phasen: Absichtslosigkeit, Überlegung, Vorbereitung, Handlung, Aufrechterhaltung und Abschluss. Veränderungen können sich auf  unsere persönlichen Finanzen (Schulden bzw. Sparen), unsere Gesundheit (Sport bzw. Ernährung) oder unser Art uns zu unterhalten (Konsolenspiele vs. Lesen) beziehen.

Voraussetzung: Es gibt etwas, dass verändert werden kann. Z.B. ein Problem, eine Verhaltensweise oder Sichtweise.

1. Absichtslosigkeit: Wir haben keine Absicht etwas zu ändern. Wir haben kein Problem oder wir nehmen kein Problem wahr oder entscheiden uns bewusst gegen eine Veränderung. Sofern andere meinen ein Problem an uns zu sehen, erwägen und vollziehen wir ggf. Veränderungen, um dem anderen zu gefallen. Wir tun dies aber nicht aus uns selbst heraus. Und die Veränderung ist somit wenig stabil, weil wir nicht selbst an ein Problem glauben.

2. Überlegung: Wir sind uns eines Problems oder eines Bereichs in unserem Leben bewusst und sehen (Handlungs-)alternativen, die wir ggf. ergreifen wollen. Wir tun aber noch nichts. Möglicherweise haben wir noch keine Absicht uns zu verändern, weil wir das Problem zwar sehen, es aber für wenig relevant halten und damit keinen Aufwand für gerechtfertigt halten. Es ist jedoch aber auch möglich, dass wir Alternativen gegeneinander abwägen.

3. Vorbereitung: Wir haben einen Willen zur Veränderung, wir haben uns für eine mögliche Veränderung unseres Sichtweise-, unseres Verhaltens oder Handelns entschieden und bereiten uns auf die Veränderung vor. Wir halten ein Problem für wichtig genug, ihm durch eine Veränderung zu begegnen. Möglicherweise testen wir bereits Alternativen (Beispiel: Ernährung: wir essen testweise 1 Woche vegan, 1 Woche vegetarisch, 1 Woche nur abends, 1 Woche nur jeden zweiten Tag usw.).

4. Handlung: Wir verändern etwas. Wir haben einen Plan und wir haben uns für eine Alternative entschieden, die wir umsetzen wollen. In dieser Phase ist es möglich, dass es Rückfälle gibt. Besonders dann, wenn uns eine schwere Veränderung ausgesucht haben: also wenn also die Vorteile der Veränderung erst schrittweise und verzögert spürbar werden (z.B. gesundheitliche Vorteile oder mehr finanzielle Unabhängigkeit), während die Kosten unmittelbar spürbar sind (z.B. der Verzicht auf Süßigkeiten oder Konsumerlebnisse). Wir benötigen starke Selbstdisziplin und Menschen, die uns unterstützen.

5. Aufrechterhaltung: Wir behalten die Veränderung bei, nehmen die Veränderung aber immer noch als etwas Neues wahr. Sie kostet uns noch Aufwand: in Form von Selbstdisziplin oder in Form von Unterstützungsleistungen aus unserem Netzwerk. Wir sind bei Wegfall des einen oder anderen noch rückfallgefährdet.

6. Abschluss: Wir haben die Veränderung beibehalten und haben sie verinnerlicht. Die Veränderung fällt uns nicht mehr weiter als etwas „Neues“ auf, weil wir ein neuer Mensch geworden sind. Wir essen nun z.B. gesund und nicht mehr zuviel. Wir geben jetzt immer nur noch soviel aus wie wir einnehmen oder weniger. Wir machen jetzt Sport und sitzen nicht nur noch herum. Wir haben mit dem Rauchen aufgehört… oder anderes.

Ich glaube, dass die Phase der Tests in der Vorbereitungsphase sehr wichtig sind. Man verharrt sonst oftmals viel zu lang in rein abstrakten Überlegungen: mache ich dies oder das? Wie wird es sein, wenn ich … ? usw. Ich glaube es ist sinnvoller schnell zu einem ersten Test zu kommen: d.h. eine Veränderung über einen begrenzten Zeitraum auf Probe. Der Test kann uns schnell offenbaren, dass eine Veränderung überhaupt keine wesentliche Anstrengung kostet. Ich fand es z.B. sehr leicht nur noch kalt zu duschen. Natürlich ist es auch möglich, dass wir gerade die besondere Schwierigkeit feststellen. Aber selbst das bringt uns weiter: nämlich darin entweder das Kosten-Nutzenverhältnis der Problemlösung neu zu bewerten und damit entweder eine andere Lösung zu wählen oder das Problem nicht weiter zu betrachten oder eben merken, was wir sonst tun müssen, um effektiv zum Ziel zu kommen (z.B. die Heizung ausstellen, sodass zum Duschen einfach nicht spontan heißes Wasser verfügbar ist, was die Tendenz leicht zu warmen Duschen zurückzukehren erschwert und damit die Aufrechterhaltung erleichtert).
Ich glaube, dass Übungen wichtig sind. Das können z.B. wiederholte oder modifizierte Tests sein. Selbst wenn wir einmal nicht das erreicht haben, was wir wollten oder einmal oder auch mehrfach einen Ausreißer ins alte Verhaltensmuster hatten, ist das kein Grund es nicht wieder zu versuchen. Haben wir z.B. wieder einmal abends eine Zigarette geraucht nach x Monaten oder Jahren? Kein Grund gleich wieder anzufangen! Es ist nicht „alles verloren“. Einfach gleich wieder weiter nicht rauchen.
Ich denke, wir sollten im Zweifel kleine, aber ganze Schritte gehen: es bringt nichts alles auf eimal ändern zu wollen. Das Risiko zu scheitern ist groß. Das, was wir verändern gelingt aber leichter, wenn wir es definiert und vollständig tun. Kälter zu duschen funktioniert nicht, da wir keine Toleranz für das kalte Wasser entwickeln. Immer mal wieder weniger oder keine Süßigkeiten zu essen bringt genauso wenig wie gelegentlich weniger zu Rauchen: die Sucht bzw. die Vorliebe bleibt ständig im Gedächtnis und wir können leicht rückfällig werden. Es motiviert auch nicht sonderlich, wenn wir nach 2 Monaten Diät gerade mal 500 g abgenommen haben.
Es hilft – zumindest mir – ein Verhalten gleich ganz zu ändern: so werden auch die Vorteile des veränderten Verhaltens schneller spürbar.
Haben wir eine Veränderung vollzogen, so ist es möglich darauf aufzubauen. Angenommen wir sind nun Vegetarier geworden. Dann kann man als nächstes probieren nur noch einmal am Tag oder alle zwei Tage oder vegan zu essen. Haben wir das Auto zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs aufgegeben, dann ist es möglich, dass wir als nächstes aufs Fahrrad umsteigen. Es gibt noch viele weitere Bereiche, für die diese Überlegungen gelten.

Was sind eure Ideen?

Buchempfehlung zum Thema:

Die Kunst der Selbstveränderung: Kleine Schritte – große Wirkung

Original veröffentlicht am: 16. Okt. 2013 @ 16:30. Republiziert am 25. Mai 2016 22:30

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...