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Publiziert am von genughaben | Kommentare deaktiviert

“Bald wird alles anders sein” – nur eben noch ganz anders.

Frank Riegers FAZ-Artikel ”Bald wird alles anders sein”.

Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Clubs, hat vor kurzer Zeit den Artikel “Bald wird alles anders sein” in der FAZ geschrieben. In ihm beschreibt er den sich verstärkenden Automatisierungstrend in allen Branchen, im Wege dessen sich die schrittweise Ersetzung menschlicher Tätigkeit schon lange nicht mehr nur auf Industriearbeitsplätze wie an Webstühlen, in der PKW-Fertigung und oder ähnlichen Fließband- Produktionsprozesse beschränkt, sondern längst auch zunehmend einfache und immer komplexer werdende geistige Tätigkeiten in Form von Softwaresystemen (Callcenter-Tätigkeit, Nachrichtenerstellung, Assistenz in der Interpretation von Rechtstexten) ersetzt werden.

Riegers (fehlerhafte) Schlußfolgerung.

Rieger folgert daraus, dass es somit laufend weniger Arbeit gibt und sich so laufend die staatliche Einnahmen aus der Besteuerung von Arbeit und Konsum verringern werden, wodurch unser aktuelles Gesellschaftsmodell in Gefahr gerät. Er schließt daraus die Notwendigkeit die sog. Automatisierungsdividende (= die Profite aus automatisierter Arbeit) in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens zu vergesellschaften und sich der Herausforderung einer Restrukturierung des dann ehemaligen Arbeitsalltag hin zu einer neuen Beschäftigungskultur zu stellen.

Ich halte einige nicht explizit erwähnte fundamentale Annahmen Riegers für grundfalsch und werde hier darstellen, warum ich nicht an die von ihm skizzierte Entwicklung glaube – bzw. allenfalls an eine Variante davon. Riegers Analyse ist sicher interessant, folgt aber dennoch eng den auf Allmachtsphantasien fußenden Grundannahmen der neoliberalen und modernen Weltordnung, die er eigentlich ins Visier zu nehmen scheint. Aus  meiner Sicht ist es höchste Zeit, dass es endlich zu einer breiten Diskussion aller dieser Themen kommt. Eine Möglichkeit für Hamburger ist der Stammtisch des Transition Netzwerk Hamburg, jeden zweite Montag im Monat oder an einem der anderen Termine (insbesondere interessant ist vielleicht der Open Ideas Sunday am 27.05.2012 in der Werkstatt 3, Nernstweg 32-34 von circa 10-14h).

Energie- und Ressourcenverknappung – ein ganz anderer notwendiger Gesellschaftsumbau.

Worum es mir zum Teil geht sind die Aspekte des Energie- und Ressourcenverbrauchs und den damit verbundenen Folgen, die Rieger nur in einer Fußnote abfertigt. Rieger schreibt, die Energiewende werde sich im Vergleich zur allgemeinen Lebensalltagumgestaltung, die infolge einer Vollautomatisierung nötig werde, als kleine Aufgabe ausnehmen. Schon hier unterschätzt Rieger die Sachlage völlig.

Es gibt nicht nur die durch das Wirken von Konzernen verzerrten Markt-Mechanismen, die aktuell verhindern, dass die Energiewende so schnell läuft wie sie laufen könnte. Es wird vor allem aber vollkommen überschätzt wie weit sie überhaupt getrieben werden kann. Das Radiofeature “Ein Windrad steht im Walde” vom Mitgründer des Postfossil Instituts Paul Nellen beleuchtet einen Teilaspekt der Sachlage gut: um die Energie, die Deutschland benötigten würde herzustellen, müssten wir riesige Landstriche mit Windrädern zustellen bzw. mit Solarplatten versiegeln. Zudem sind die sog. grünen Energietechniken noch bei weitem nicht so grün wie es den Anschein hat. Nur ein Beispiel: die Rotorblätter von Windrädern bestehen aus nicht-recyclebaren Kompositmaterialien, wodurch alle diese Rotoren in 20-30 Jahren Sondermüll sind. Auch das verwendete Stahl kann nicht beliebig oft recycelt werden – beim Wiedereinschmelzen sinkt die Qualität immer ab (downgrading). Vom Energie-Amortisationsbedarf von Solarzellen und deren Recyclingschwierigkeiten will ich gar nicht beginnen. Viel wichtiger ist jedoch zu erwähnen, dass alternative Enerigequellen zumeist Strom herstellen, die Industrie aber auf Strom als primäre zu verwertende Energieform gar nicht vorbereitet ist. Es fehlt an Infastruktur und zu großem Teil ganz grundlegenden Konzepten (E-LKWs für über 6 Tonnen??). Auch würden die Weltlithiumvorräte für die benötigten Akkus nicht ausreichen.

Eine scheinbar steigende ökonomische Effizienz steht einer schleichenden und unumkehrbar sinkenden Effizienz im Energieerzeugungssektor gegenüber.

Viel entscheidender ist aber etwas anderes: Trotz der Matra-artig wiedergekäuten Behauptung einer Effienzsteigerung in allen Bereichen (Moores Law oder auch die Extremform The Law of Accelerating Returns) wird diese von einem laufend schlechter werdenden Effienz im Energieerzeugungssektor überschattet: noch 1930 konnte für jedes investierte Energieäquivalent eines Barrels an Rohöl (159 Liter) 100 weitere Barrel Rohöl erhalten werden. Dieses Verhältnis ist aufgrund immer geringer werdender Ölvorkommen und immer schwierigerer Förderbedingungen laufend gefallen (aktuell zwischen 1:11 und 1:18). Keine der alternativen Energien (weder regenerative noch fossile) schafft auch nur ansatzweise 1:100 – in den meisten Fällen sind selbst 1:10 ein schwer zu erreichendes Ziel. Auch vergessen wird, dass unsere industrielle Infrastruktur zu großen Teilen auf der Verwendung hochenergiedichter, flüssiger Treibstoffe basiert, die nur aufwändig und verlustbehaftet aus Strom erzeugt werden könnten. (Siehe auch hier).

Wer nun glaubt, es werden sich schon hier die rechten technischen Mittel finden lassen, dem sei gesagt, dass die steigende Ressourceneffizienz in fast allen Bereichen relativ schwach ist. Kosteneffizienzen werden zumeist durch erhöhte Personaleffizienz erzielt (siehe hierzu u.a. Suffizienz von Oliver Stengel).

Das Problem der Produktion ist nicht gelöst!

Rieger geht, wie die meisten völlig selbstverständlich davon aus, dass uns diverse Ressourcen auch in Zukunft grenzenlos zur Verfügung stehen, die Entwicklungen der Märkte von Metallen der Seltenen Erden und deren Preisentwicklungen sprechen jedoch diesselbe andere Sprache wie auch die nächsten sich abzeichnenden Ölpreiskrisen: das Problem der Produktion ist nicht einmal ansatzweise gelöst – worauf schon E. F. Schumacher in “Small is beautiful” im Jahre 1973 aufmerksam machte, wodurch nicht bloß die Implementation, sondern insbesondere auch die Aufrechterhaltung und der Betrieb einer flächendeckenden Automatisierungsinfrastruktur zweifelhaft wird. Wir geben uns einer Illusion hin – und das seit vielen Jahrzenten. Wir produzieren überwiegend so, dass extrahierte Rohstoffe nach einer verhältnismäßig kurzen Nutzungsdauer anschließend Müll sind. Die bisherigen Gedanken und Bemühungen um funktionierendes Cradle-to-Cradle (Rohstoff-Kreislaufwirtschaft) sind skizzenhaft, wären aber unerlässlich – nicht bloß für eine dauerhaft automatisch funktionierende Gesellschaft wie sie sich Rieger vorstellt – sondern ebenso unerlässlich für unsere aktuelle Gesellschaft und alle anderen ebenso. (So nützlich 3D-Drucker und Open Source Blueprints für industrielle Anlagen etc. werden könnten, so klar ist, dass auch eine derartige dezentrale Gesellschaft ressourcensparender sein muss als die Jetztige.)

Fehlende bzw. falsche Perspektive.

Grundsätzlich fehlt es sowohl den Konsumente, als auch den Produzenten (vor dem Wirken von Edward Bernays auch einmal bekannt als Bürger) an praktischem Wissen sowie an Wissen über die Notwendigkeit von umfassenden Recyclingprozessen und der Erkenntnis, dass wenn wir auf den heute verwendete Produktionsweisen weiterhin bestehen diese energetisch viel teurer sind, als die bisherige Ressourcenausbeutung der Erde – wir pflücken im wahrsten Sinne des Wortes bislang immer nur die am weitesten unten hängenden Äpfel vom Baum. Es fehlt nicht bloß an Konzepten, sondern auch an Bewußtsein – das zeigt gerade Riegers Artikel deutlich, da er sonst zu einer ganz anderen Schlußfolgerung hätte kommen müssen . Ich finde das umso eigenartiger, als das Frank Rieger und Felix von Leitner (aka fefe) in ihrem Politpodcast “Alternativlos” Folge 18 bereits ein paar der hier angeführten Themen zumindest oberflächlich diskutiert hatten – es scheint mir jedoch eine erweiterte Diffusion derartiger Themen im Mileu der Nerds vonnöten zu sein. (CCC und Transition bzw. Permakultur?)

Riegers (software-)technische Fähigkeiten werden so zum Hammer für jeden Nagel (Problem) – und so auch für die Welt und so wird er zum Opfer seiner Strategie zur Auflösung kognitiver Dissonanzen. Die beschränkte Sichtweise – nicht nur Riegers – ergibt sich aus meiner Sicht aus der problematischen viel zu umfassenden (geistigen) Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft, in der den meisten eine breitere Perspektive und damit die Möglichkeit die aktuellen Problemlagen adäquat einzuschätzen abhanden gekommen sind.

Andernfalls wäre sofort klar, was vor allem nötig ist, um sich auf die dramatischen Veränderungen in den nächsten 10 oder 20 Jahren vorzubereiten: Der Aufbau persönlicher Resilienz (Krisenfestigkeit und Stabilität – materielle wie immateriell) und der Suffizienz (“genug haben”) in Form von Fähigkeiten und Fertigkeiten abseits der Bedienung automatischer Maschinen – denn der Digitalisierbarkeit und Virtualisierbarkeit der Wirtschaft wie des Lebens allgemein sind recht enge Grenzen gesetzt (Lebensmittel? Transport? Medizin? Produkte aller Art?). Und diese Grenzen werden offenbar in einer Euphorie um qualitatives Wachstum bedauerlicherweise immer schnell vergessen.

Lebensmittelherstellung im Kreuzfeuer der Ressourcenkrisen.

Verknappfende Energieressourcen stellen insbesondere einen Bereich des modernen Lebens in Frage: den der Lebensmittelerzeugung. Je nach Statistik verschlingt dieser Bereich 35-40% der von Menschen verbrauchten Primärenergie. Dieses Problem wird in der Welt bereits drückender. Nicht nur wegen der Teller-oder-Tank-Problematik, die sich aus dem völlig irrationalen, weil ineffizienten und humusraubbaunden (peak soil!) Bedürfnis ergibt Biotreibstoffe anzupflanzen, sondern auch deswegen, weil wir schon seit Jahrhunderten die beackerbaren Flächen und seit einigen Jahrzehnten immer schneller durch nicht-nachhaltige Landwirtschaftspraktiken per Erosion zerstören oder durch künstliche Bewässerung versalzen (ein erstaunlich unbekannter Effekt). Die Entwaldung für die Erschließung neuer Ackergründe beeinflußt im Verein mit allen anderen Emissionen empfindlich nicht bloß das vieldiskutierte globale Klima, sondern auch lokale, sowie die Wasserkreisläufe und die (daran hängenden) Ökosysteme allgemein. Es wird Zeit sich nicht länger mit Exponentialgraphen über die Entwicklung von Flops pro Euro oder DNA-Sequenzlänge pro Euro oder sonstige verhältnismäßig unwichtige Wachstumsbereich besoffen zu machen und zu erkennen, dass eben Nahrungsmittel und Energie überhaupt nicht im Preis fallen – im Gegenteil und dadurch (!) vor allem auch unsere Schulden exponentiell Wachsen während weiteres Wirtschaftswachstum auf sich Warten lässt. Statt aber daraus erntlich Konsequenzen zu ziehen spielen wir lieber weiter Kaiser mit neuen (ohne) Kleider.

Wir stören jedes soziale und ökologische System aufgrund einer falschen Grundidee.

Nicht bloß, um uns unser selbst Willen ist ein Umsteuern nötig, um die augenblicklich immer gefährlicher werdende globale Entwicklungen zu verhindern (der Osterinselkollaps lässt grüßen), denn wir rotten unmittelbar oder mittelbar auch noch so schnell Spezies aus, dass Paläontologen längst von einem neuen Massensterben sprechen.

Und selbst wenn es uns nur um unser Selbstwillen geht – also auf der gefährlichen und reichlich bizarren Grundlage unserer modernen Gesellschaft, dass die Welt schon dann allein ein guter Ort werde, wenn jeder nur nach seinem eigenen Vorteil strebt (*) – die uns aus meiner Sicht gerade in die Lage gebracht hat, in der wir uns nun befinden – dann sollten wir bedenken, dass ein Ökosystem nicht stabil ist ohne Spezies. Wir verhalten uns wie bei einem Jengaspiel: wir freuen uns über die wachsende Höhe, die wir erhalten, in dem wir Steine unten im Turm entfernen und oben verwenden, um ihn höher zu bauen. Es sieht nach Fortschritt aus, ist aber sein fatales Gegenteil.

(*) Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass das wissenschaftliche und methodische Fundament, dass in der kreativen Phase der Renaissance und der Aufklärung gelegt wurde uns befähigt hat mit Hilfe einer verhältnismäßigen geringen Zahl genialer Denker die gegenwärtige Gesellschaft aufzubauen – nicht wegen, sondern trotz dieser völlig verirrten Vorstellung. Wir befinden uns aktuell in einer mit den dunklen Jahren des Mittelalters vergleichbaren von ideologischen Wahnfantasien beherrschten Zeitperiode. Heute glaubt z.B. der größte Teil der Bevölkerung, dass “sie” (die Politik, das System u.ä., die letztlich sinnbildlich für die real zum größten Teil toten Konstrukteure der modernen Gesellschaft stehen), die Welt schon ins Lot bringen werden – ein moderne urbane Religion. Das Egoismus, Gier und Geiz relativ wenig bewirken wird ersichtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die meiste Kreativität gerade nicht in rein wirtschaftlichen Zusammenhängen frei- und umgesetzt wird, sondern außerhalb davon (z.B. im CCC, im Global Village Construction Set, in freien Werkstätten oder z.B. in Permakultur- bzw. Transition-Town Initiativen) entsteht – dafür wiederum spielt eine Automatisierung zur Verbesserung der Kommunikation und der Know-How Verfügbarkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Alternativen sind gefragt.

Nach dem hier erwähnten Aspekten sehe ich kaum, welche Antwort die (digitale) Automatisierung auf diese drängenden und verdrängten Fragen geben soll. Aus meiner Sicht fehlt die grundlegende Erkenntnis, dass wir es hier weniger mit Sachkrisen als mit einer Krise der Unfähigkeit des Menschen äußere Zwänge richtig zu erkennen und darauf zu reagieren zu tun haben. Hierzu und zu allen anderen praktischen Problemen wäre aus meiner Sicht zunächst eine grundlegene Beschäftigung mit den historischen und sozialpsychologischen Mechanismen vonnöten, die uns in diese Lage gebracht haben und dann eine konstruktive Entwicklung lokaler und globaler Lösungsstrategien. Ein besonders wichtiges System zum Verständnis dafür wie diverser Lösungen praktischer Probleme aussehen und aussehen könnten ist die Permakultur, dessen Erfinder Bill Mollison im Jahr 1981 mit dem alternativen Nobelpreis geehrt wurde. Ich meine, dass diverse essentielle lebensnotwendigen Services wieder dezentralisiert und in Rohstoffkreisläufen erstellt werden können müssen (teilweiser Wiederaufbau lokaler Ökonomien), sowie eine grundsätzlich stärker generalistisch ausgerichtete Ausbildung – auch mit praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Hierbei könnten Ideen wie das bedingungslose Grundeinkommen helfen – auch interessant ist das Modell der 20 Stunden klassische Arbeit und 20 Stunden “Gemeinschaftsarbeit”-Konzept des Postwachstumsökonomen Niko Peach. Ich glaube, dass ein konstruktiver Diskurs, Planen und Zupacken und eine Beschäftigung mit zugrundeliegenen Charakteristiken des Menschen allgemein (z.B. hier oder hier) nicht nur die diversen scheinbar individuellen sozialen und ökonomischen und ökologischen Probleme lösen würden, sondern den Menschen auch ein glücklicheres und zufriedeneres Leben ermöglichen könnten.  Ich würde es sehr begrüßen, dass zu allen diesen Themen ein breite Diskussion beginnen würde!

Die Wurmkiste.

Ich möchte ich euch heute gerne die Wurmkiste vorstellen. In einer Wurmkiste zersetzen Kompostwürmer (zumeinst aus der Familie eisenia) eure Grünschnittabfälle innerhalb weniger Wochen zu hochwertigem Wurmhumus, über den sich jede Pflanze im Haus oder Garten als Beigabe (bis ein Viertel) freuen wird. Gleichzeitig verringert man das eigene Müllaufkommen und -geschleppe und reduziert den Biomüllgeruch – den eine Wurmkiste riecht im Gegensatz zu Biomülltonne und entgegen der Befrüchtung vieler nicht.

Offene Wurmkiste von Nutzmüll e.V.

Was ist eine Wurmkiste?

Eine Wurmkiste ist zunächst einmal einfach eine Holzkiste – möglichst getrennt in zwei Fächer z.B. durch einen einsetzbaren Rahmen, der mit einem Drahtnetz bespannt ist oder einem Trennbrett mit eingebohrten Löchern durch die die Würmer wandern können.

Wie betreibt man eine Wurmkiste?

Den Würmer in der Kiste füttert man kleingeschnittene Grünabfällen. Ideal sind Tee- und Kaffeesatz inklusive Filter, Kartoffelschalen, Tomaten-, Salatreste, Gurkenschalen, alte Schnittblumen, zerkrümelte Eierschalen, Haare von Mensch und Tier, Obstschalen (wenig Zitrusfrüchte und wenn nur ungespritzt) sowie altes trockenes Brot. Weniger gut sind Zwiebelschalen (obwohl ich sie ihnen z.T. auch gebe) und zu vermeiden sind schimmelnde Essensreste sowie Fleisch, Fisch und andere leicht verderbliche Speisen, da es sonst doch riechen könnte.
Grünschnitt entweder per Hand oder (vorsichtig) per Schaufel etwas untergraben. Besonders Wohl fühlen sich die lichtscheuen Würmer, wenn man die Fächer mit nasser Pappe (kein Hochglanz und möglichst wenig Druckerschwärze) abdeckt. Gelegentliches Gießen mit abgestandenem Wasser nicht vergessen und das war es.

Woher bekommt man eine Wurmkiste und wie geht es los?

Eine Wurmkiste kann man leicht selbst bauen oder z.B. bei Nutzmüll e.V. inkl. einiger Würmer und etwas Starterde für 45 Euro zzgl. Versand bestellen. Dort haben TJ und ich unsere her und wir sind sehr zufrieden mit der Qualität und der Optik (s. Bild oben).
Zu Beginn legt man beide Fächer mit circa 5-10 cm frischer Komposterde aus, gibt die Würmer in ein Fach und gibt nun abhängig vom Wurmbesatz unterschiedlich große Mengen Grünabfälle immer nur in ein Fach hinzu.
Wer wenig Würmer hat gibt zu Anfang 200g Grünabfälle pro Woche hinzu, später kann die Menge gesteigert werden. Pro 1000 Würmer können bis zu 500g Grünabfälle pro Tag zugegeben werden. Wer nicht lang warten möchte, bis die Kiste voll einsetzbar ist, kann sich bei der Regenwurfarm Tacke für 15 Euro 1000 Würmer bestellen (am besten man ruft an!). Besser sind 2000 Würmer. Es ist darauf zu achten, dass jemand am Tag der Ankunft der Würmer vormittags da ist, damit sie nicht ersticken.

Die Würmer werden sich immer in der Kammer aufhalten, in der wir neuen Grünschnitt (=Wurm-Essen) nachlegen. 8 Wochen bevor wir Erde ernten wollen beginnen wir dann Grünabfälle nur in das andere Fach zu füllen. Die Würmer wandern nun rüber in das andere Fach und im ersten Fäch können wir wurmfreien Kompost für Balkon-, Topf oder Gartenpflanzen ernten.

Das ganze funktioniert auch mit einer Kamnmer, nur muss man dann vor Verwenden von Humus eventuell enthaltene Würmer entfernen und zurück in die Kiste tun. Wer Wurmhumus draußen anwenden will, kann natürlich auch ein paar Würmer mit ins freie lassen – gerade wenn man dann auch dann, wenn irgendwann viele Würmer hat.

Und im Winter?

Im Winter ist die Kiste drinnen (z.B. im kühlen Keller) zu lagern – in dieser Zeit ist auch kein Grünabfall einzufüllen. Sobald es nicht mehr friert kann die Kiste nach draußen oder auf den Balkon gestellt werden. Alternativ kann die Kiste aber auch drinnen behalten und dann ganzjährig betrieben werden. Es gibt regelrecht sehr ästhetische Kompostkistenbänke bzw. -truhen, die auch zum darauf Sitzen geeignet sind,.

Bei uns steht die Kiste unweit der Küche im kleinen Flur direkt vor der Haustür. So ist der Weg von der Küche nicht weit.

Die Wurmkiste ist eine einfache und kostengüntige Möglichkeit die Ressource “Bioabfälle” produktiv zu nutzen und so das Müll(transport)aufkommen zu reduzieren, sowie hochwertigen biologischen Dünger für die eigenen Pflanzen zu produzieren.

Wer noch Fragen hat: bitte stellt sie oder schreibt doch mal, warum ihr die Idee gut oder nicht so gut findet.

Ansonsten viel Spaß mit der Wurmkiste!

Selbstbetrug. Teil 1: Kognitive Dissonanz und wie sie unser Verhalten beeinflusst.

Wenn auch die (persönlichen) Finanzen eines der Hauptthemen meines Blogs sind, schreibe ich verhältnismäßig wenig über konkrete Spar- oder Anlegemöglichkeiten. (Dazu gibt es andere Blogs wie etwa diesen hier). Das hat den Grund, dass die persönlichen Finanzen meiner Meinung nach symptomatisch sind für den Lebensstil, den wir verfolgen bzw. unsere persönliche Haltung. Aus meiner Sicht ist die Strategie zu guten Finanzen zu kommen relativ trivial und leicht zu benennen: man muss weniger oder genauso viel ausgeben wie man einnimmt. Nicht mehr und nicht weniger.
Daher sind aus meiner Sicht nicht so sehr die konkreten Maßnahmen entscheidend, die zu guten Finanzen führen, als unser Lebensstil und unserer Umgang mit uns selbst.
Wie viele andere Aspekte des Lebens sind auch gute Finanzen ein Ausdruck der persönliche Resilienz und der Ehrlichkeit gegenüber den aktuellen eigenen Mitteln und des aktuell eigenen Vermögens (womit nicht nur Geld gemeint sein muss) und einer konstruktiven Entwicklung dieser. Schon in meinem letzten Artikel ging es um Ehrlichkeit - ich will mich auch noch in ein paar weiteren Artikeln mit diesem Thema befassen und dieser hier ist einer davon.
Gute Finanzen isoliert zu verbessern – also ohne auch den eigenen Lebensstil kritisch zu betrachten – ist in meinen Augen uneffektiv und unwirksam. Gleichzeitig erbringt aber eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil und den eigenen Überzeugungen und Handlungen nicht nur gute Finanzen, sondern hat auch diverse weitere positive Effekte. Gute Finanzen werden so zu einem Zusatznutzen, das sich ganz automatisch ergibt (oder eben nicht).

Ein besonders wesentliches Charakterelement für ein (finanziell) ausgeglichenes Leben ist aus meiner Sicht die Selbt-Ehrlichkeit. Es dürfte klar sein, dass wenn ich mir selbst und meinen (finanziellen) Möglichkeiten gegenüber nicht aufrichtig bin bzw. selbstbegrügerisch vorgehe, ich nie auf einen grünen Zweig kommen werde. Zum (Selbst-)Betrug gibt es allerlei zu sagen.
Zum einen ist es ratsam sich 1) über die zugrundeliegenden Mechanismen des Selbstbetruges Klarheit zu verschaffen und  2) wie mit der menschlichen Tendenz zum Selbstbetrug in konstruktiver Weise umzugegangen werden kann. Ich will mich in diesem Artikel zunächst um eine verständliche Einführung bemühen.

Um uns dem Konzept Selbsttäuschungen zu nähern, um die es mir geht, machen wir einen Einstieg über das Thema der optischen Täuschungen, da das wirkende Grundkonzept dort – im wahrsten Sinne des Wortes – direkter “einsehbar” ist.

Betrachten wir dazu die Schachbrett-Schattenillusion des MIT-Professors Edward Adelson:

Das Quadrat “A” und “B” haben den gleichen Grauton.
Quelle: Massachusetts Institute of Technology

Diese Bild ermöglicht uns eine erstaunliche Erfahrung: unsere Augen lügen uns dreist an – und das ohne persönliches Zutun. Diese Art der Täuschung ist sozusagen neuronal verdrahtet. Wir können uns ihr nicht entziehen. Die Täuschung lässt sich jedoch durch Anwendung von Hilfsmitteln aufdecken: wenn man mit den Fingern alle hellen Felder um das Feld B und zusätzlich das helle Feld rechts von A abdeckt, erschließt sich unmittelbar die “Wahrheit” – nämlich dass Feld A und B den gleichen Grauton haben.

Wichtiger als diese konkrete optische Täuschung oder optische Täuschungen im Allgemeinen ist die unbehagliche Frage, ob denn diese Art der Täuschungen allein auf optische oder andere Sinneswahrnehmungen beschränkt sind. Können etwa auch unsere höheren kognitiven Funktionen ebenfalls von Effekten dieser Art in Mitleidenschaft gezogen werden? Gibt es derlei Phänomene? Ja, die gibt es und leider wird ihnen kaum der Stellenwert zugemessen den sie verdienen. Schon gar nicht wird ein Umgang mit ihnen gelehrt. Genau genommen scheint nur ein kleiner Teil der Menschen darüber Bescheid zu wissen oder auch nur eine Ahnung davon zu haben.

Kognitive Dissonanz

Gerne sehen wir uns, unseren Verstand und unsere Bewusstsein als etwas Rationales an. Im Zweifel handeln andere irrational – nicht aber wir. Es spricht jedoch einiges dafür, dass jeder von uns immer wieder sein rationales Denken ausschaltet und eigene Überzeugungen umgeht, um ein positives Image vor uns und anderen zu erhalten.

Leon Feistinger begründete die Theorie der kognitiven Dissonanz. Nach dieser Theorie treten innere Konflikte auf, wenn

  • man eine Wahl trifft, obwohl auch andere Alternativen attraktiv waren (wir müssen für eine Unzahl ähnlich schlechter oder guter Produkte entscheiden)
  • man eine Wahl trifft, die sich anschließend als ungünstig oder fehlerhaft erweist (wir haben etwas gekauft, was sich später als untauglich erweist)
  • man erfahren muss, dass eine begonnen Anstrengung größer, weniger lohnend oder unangenehmer ist als ursprünglich angenommen (ein angefangenes Projekt erweist sich als deutlich umfangreicher und der “Stundenlohn” bzw. der Nutzen sinkt im Verhältnis zum Aufwand ins Bodenlose)
  • man sich entgegen seiner Überzeugungen verhält, ohne dass aufgrund äußerer Umstände ein deutlicher Zusatznutzen ensteht oder Kosten deutlich vermieden werden

Tritt ein Fall von Dissonanz auf, so können wir entweder unser Verhalten oder unsere Werte ändern. Sofern wir bereits gehandelt haben oder eine Verhaltensänderung sehr aufwendig ist, tendieren Menschen dazu ihre Werte und Überzeugungen zu ändern – dauerhaft oder ggf. sogar nur für den Moment des Konflikts, der z.B. während eines Gesprächs mit einem anderen Menschen entsteht.

Wie Menschen innere Konflikte infolge kognitiver Dissonanzen durch Selbstbetrug “auflösen”.

Der Mensch bemüht sich nun durch Anwendung unterschiedlicher Arten von Selbstbetrug Dissonanzen aufzulösen.

Meinungsumformung.

Eine Möglichkeit ist es Überzeugungen kurzfristig zu ändern oder zu übergehen. Feistinger fand so z.B. im Experiment mit Student_innen heraus, dass wenn diese anderen eine langweilige Tätigkeit als spannend und interessant verkaufen sollte, auch nach dem Experiment umso überzeugter davon waren, die Tätigkeit wäre eigentlich gar nicht so uninteressant, sofern sie dafür Geld erhielten.
Die Dissonanz entsteht dadurch, dass ein eigentlich langweiliges Thema als spanned dargestellt wird. Um – gerade auch, weil dafür Geld erhalten wurde – den Konflikt um unser positives Selbstbild infolge dieser Lüge abzumildern, begannen die Studierenden ihre Einstellung bzw. ihre Meinung zur Tätigkeit zu verformen: sie fanden sie anschließend tatsächlich nicht mehr so uninteressant. Tatsächlich können solche Meinungsumformungen nicht nur temporär, sondern auch dauerhaft erfolgen.

Festhalten an irrigen Vorstellungen.

Eine andere Form der Dissonanzauflösung kann durch Ignorieren der offensichtlich Fakten und auf das Festhalten an irrigen Vorstellungen beruhen: so glaubten sowohl Mubarak als auch Al-Gadhafi noch daran, dass Volk stünde hinter ihnen als dies schon lauthals auf der Straße ihre Rücktritte forderte. Strukturell ähnlich ist auch die Behauptung eines Karl-Theodor zu Gutenbergs nicht plagiiert zu haben, trotz der mehr als tausend offensichtlich kopierten Textstellen in seiner “Doktorarbeit”.

Andere Gründe herbeifantasieren.

Wieder eine andere Möglichkeit inneren Konflikten zu vermeiden ist es andere Gründe für offensichtlich Fakten herbeizufantasieren. So scheint der aktuelle Machthaber in Syrien, al-Assad, fest davon überzeugt zu sein, dass Terroristen seine Macht untergraben wollen, statt anzuerkennen, dass große Teile des Volkes seinen Sturz herbeiführen möchten.

Abwertung von Opfern.

Eine Dissonanz tritt auch auf, wenn Menschen in Not geraten, es aber mit viel Aufwand verbunden wäre ihnen zu helfen. Um den resultierenden inneren Konflikt abzumildern, begeht man eine Opfer-Abwertungen: man überzeugt sich davon, dass der arme Mensch an seinem Schicksal schon selbst Schuld hat bzw. das die vergewaltigte Frau es doch irgendwie gewollt hätte. Beide Meinungsumbildungen sind Ausdruck eines Selbstbetrugs, mit man sich trotz unterlassener Hilfe sein positives Selbstbild zu erhalten versucht.

Herunterspielen von Fakten und fiktive bzw. überbewertet Umstände.

Eine weitere Variante der Dissonanzauflösung tritt durch Herunterspielen von Fakten auf: “Es gibt doch so viele Raucher, die alt geworden sind.”
Auch ist es möglich, dass zur Konfliktvermeidung auf fiktive äußere Zwänge bzw. Situationen hingewiesen wird oder faktisch vorhandene Zwänge bzw. Situationen überbewertet bzw. anders bewertet werden. “Ich habe nur nicht bestanden, weil ich die Nacht vorher nicht schlafen konnte.”

Kognitive Dissonanz und Konsum.

  1. “Ich musste in die größere Wohnung umziehen, da die alte zu klein geworden ist.”
  2. “Ich kann mir keine Bio-Lebensmittel kaufen, da sie zu teuer sind – außerdem ist es ja gar nicht klar, ob die wirklich besser sind.”
  3. “Ich musste das Produkt X unbedingt haben.”

Zu (1) Die deutlich einfachere Lösung wäre Dinge auszusortieren bzw. überhaupt erst einmal weniger zu kaufen. Das Einziehen in einer größere Wohnung lenkt hier von der eigenen Unfähigkeit ab endlich Ordnung zu schaffen und verursacht sich nun auch noch höhere Kosten.
Zu (2) In Wahrheit ist diese Äußerung eine Folge der eigenen Prioritäten. Man würde sich zwar lieber noch gesünder ernähren, aber es sind einem andere Dinge wichtiger, daher behauptet man zunächst man hätte nicht genügend Mittel. Als nächstes behauptet man noch, dass der Vorteil unklar wäre  - eine Abwertung – obgleich in meinen Augen klar sein sollte, dass Essen ohne Pesiziden gesünder sein sollte als solches mit Pestiziden.
Zu (3) Besonders im Nachhinein – gerade dann auch, wenn ein Produkt nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht, erfinden wir Gründe, warum wir etwas haben wollten oder warum wir es unbedingt brauchten. Ggf. verteidigen wir unsere Wahk sogar vor anderen trotz der Nachteile, die es hat. Das könnte der Mixer oder ein Tablet sein, den/das  wir “unbedingt” brauchten, die Brotbackmaschine, die nach zweimaliger Verwendung nun im Schrank steht oder das Rennrad, dass wir uns enthusiastisch gekauft haben und nun nicht verwenden können, “weil wir keine Zeit haben”. Im Falle des Fahrrades tritt aus zwei Gründen eine Dissonanz auf: wir haben Geld ausgegebe* (das wir auch anders hätten ausgeben können(*)) und wir haben uns eigentlich vorgenommen etwas für unsere Gesunheit zu tun (was wir jetzt nicht machen). Für beides muss “wir haben keine Zeit” herhalten.

(*) BTW: 1000 Euro zu 5% in eine eigene Solaranlage bedeutet 50 Euro Zinsen im Jahr).

Natürlich wissen die Marketing-Fachleute um den Effekt der kognitiven Dissonanz und bemühen sich die daraus erwachsenden Konflikte derart abzubauen, dass wir mehr kaufen.
Es hilft daher aufmerksam mit seinen Wünschen (“das will ich unbedingt haben”) umzugehen und sich zu fragen: “Brauche ich das wirklich?” und “Ist es sinnvoll mir das jetzt zu kaufen – wo mein Kontostand eh schon nicht der beste ist” und eventuell angesicht kostengünstigerer Alternativen. So spart man nicht nur Geld, sondern auch Ärger und bringt so die eigenen Finanzen ins Gleichgewicht und ggf. auch sich selbst – da unsere Wünsche sowieso nicht nachhaltig durch Konsum befriedigt werden können.

Quellen:

http://www.zeit.de/2011/50/Selbstbetrug
http://permaculture.org.au/2009/12/19/the-tricks-of-the-human-mind/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz

Kampagnen und Konflikte.

Ilona von fuereinebesserewelt.info hat einen Artikel zum Thema “Chinesische Taktiken für geschickte Campaigner” geschrieben, der zwar interessant ist, dem ich inhaltlich jedoch kaum zustimme. Sie bezieht sich darin auf ein Buch von Andreas Graf von Bernstorff der jahrelang Kampagnen für Greenpeace organisiert hat und dafür Anleihen aus Sun Tzus Strategien aus “Die Kunst des Krieges” macht. Das ist zwar eine interessante Perspektive, aber ich stimme ihr nicht zu. Ja, ich halte sie als moralisches Fundament für Campainger für ungeeignet.

Laut der Legende von Sun Tzus schrieb er seine Lehren auf, nachdem er einen Krieg des Königreichs Wu gegen das Königreich Chu gewann. Das besondere daran ist, dass Chu Wu militärische haushoch überlegen war. Sun Tzu kommandierte an die 33.000 Wu-Soldaten und Chu 300.000 Soldaten. Sun Tzu konnte den Krieg durch strenges Befolgen seiner später in “Die Kunst des Krieges” niedergeschrieben Strategien dennoch gewinnen.

Entscheidend ist aus meiner Sicht nicht, dass Sun Tzus Strategien nicht funktionieren – denn sie tun es zweifellos (nicht wenige Kriege wurden aufgrund der Befolgung Sun Tzus Strategien gewonnen und nicht wenige Kriege wurden verloren, da Sun Tzus Strategien missachtet wurden) – jedoch hängt es davon ab, was man erreichen will. Zum “Gewinnen” taugen Sun Tzus Strategie. Aber geht in Kampagnen wirklich ums grundsätzlich ums “Gewinnen”?

Entscheidender für die Eignung Sun Tzus Strategien für moderne Kampagnen ist, was nach dem Krieg zwischen Wu und Chu passierte: Laut der Legende von Sun Tzu zog sich dieser angewidert von der Habgier und der Niederträchtigkeit mit der, der König von Wu nach dem Sieg über Chu dessen Städte und Besitz übernahm und ausnahm aus der Öffentlichkeit zurück.

Ich räume ein, dass Bernstorff die Anwendung der Strategien Sun Tzus so modifizierte, dass etwa auch das Publikum als Ziel verstanden wird: durch inszenierte “Show-Kämpfe”, soll die Aufmerksamkeit der Menschen erregt und das Nachdenken angestoßen werden. Aber ist da eine gewaltige, konfliktbeladene Inszenierung das richtige Mittel? Ich denke nicht.

Ich werde jetzt erklären, warum ich nicht Bernstorffs Meinung bin und ich auch eine Orientierung an Sun Tzus Strategie, auf die sich Bernstorff bezieht für das Campaigning für verirrt halte.

Ich zitiere einmal ein paar Punkte, die Ilona über Bernstorff schreibt:

(1) “Ein guter Campaigner darf seine Kampagne nie scheitern lassen.”

“Also der Tat­sa­che, dass man als guter Cam­pai­gner eigent­lich nie­mals, nie­mals, nie­mals eine Kam­pa­gne schei­tern las­sen darf. Nicht, dass sie nicht tat­säch­lich geschei­tert wäre, weil man die Ziele, die man sich (intern) gesteckt hat, nicht erreicht. Aber in der Öffent­lich­keit, so von Bern­storff, muss man die »Inter­pre­ta­ti­ons­ho­heit« über den Aus­gang der Sache behal­ten. Mit ande­ren Wor­ten: Es muss von außen gese­hen immer so erschei­nen, als sei man ans Ziel gelangt.”

Das erinnert mich stark an das, was viele politische Parteien nach verlorenen Wahlen tun: Letztlich behaupten sie fast immer sie hätten gewonnen und sei das auch noch so lächerlich bzw. selbstbetrügerisch. Aus meiner Sicht ist gerade das, was im Kern alle Kampagnen betreffen sollte: eine Auflösung von Betrug bzw. Selbstbetrug bzw. eine Annäherung an die Wahrheit – den letztlich resultieren alle Konflikte aus einer Art Betrug gegen jemanden oder als Selbstbetrug in Form einer Verleugnung wahrer Fakten, mit denen man sich Fehlhandlungen schön oder Konsequenzen ausgebliebenen Handelns kleinredet.

Ich finde nicht, dass es ehrlich ist anderen Gegenüber das eigene Versagen als Sieg auszulegen und ich meine Wahrheit sollte einem als Campaigner am Herzen liegen – andernfalls hat man seinen Job verfehlt, meine ich. Um z.B. die Wahrheit dessen, dass “der noch legale Giftmüllexport eigentlich Giftschieberei ist”, dass “sich die Banker unberechtigt durch die Finanzkrise bereichert haben” oder dass “das Herunterschrauben der Solarstromförderung ein Fehler war” – oder worum es einem Campaigner auch sonst gehen mag – zu vermitteln, muss er zu allererst selbst ehrlich sein.

Diese Wahrheit bzw. ihre Vermittlung nun aber dadurch zu verdünnen, dass man sich im Falle einer nicht so erfolgreichen Kampagne dennoch als Sieger portratiert, halte ich weder für zielführend noch für redlich, noch für glaubwürdig. Nicht wenige werden denken: “Und wenn sie/er schon darin unaufrichtig ist – worin dann vielleicht alles noch?”. Was sonst als seine Glaubwürdigkeit hat ein Campaigner überhaupt?

Daher würde ich eher davon abraten sich selbst als Sieger darzustellen, wenn man das nicht auch wirklich war. Wenig spricht jedoch dagegen seinen Fortschritt zu feiern, auch wenn man vielleicht hinter idealen Zielvorstellungen zurückgeblieben ist. Das kann man jedoch auch so kommunizieren und mit der Absicht verknüpfen in Zukunft sich noch verbessern bzw. noch mehr erreichen zu wollen.

(2) “Zur Not muss man sich einen Gegner konstruieren.”

“Er muss »Geg­ner« kon­stru­ie­ren, um die poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen her­bei zu füh­ren, um die es ihm eigent­lich geht. Da muss dann auch schon mal ein Unter­neh­men für her­hal­ten, das eigent­lich gar nicht zu den »Schlim­men« gehört. Das sich aber unter Druck setz­ten lässt (etwa, weil es im Ver­gleich zu den wirk­lich »Schlim­men« auf sei­nen guten Ruf bedacht ist).”

Wenn es darum geht einen Missstand zu verändern, muss man gegen diesen Vorgehen und nicht stellvertretend gegen jemand anderen. Das wirkt auf mich sonst in etwa so wie folgende Geschichte:

Ein Polizist trifft nachts auf jemanden, der angetrunken etwas unter einem Laternenpfahl sucht. “Was suchen Sie denn?”, fragt ihn der Polizist. “Meinen Autoschlüssel”, gibt der Suchende zurück. “Na, dann will ich Ihnen mal helfen!”, spicht der Polizist und macht sich daran dem anderen zu helfen. Nach einer ganzen Weile fragt dann der Polizist: “Wo in etwa haben Sie denn den Schlüssel fallen lassen?”. “Da hinten”, antwortet der andere und deutet in einen dunkeln Winkel am Ende der Staße. “Ja, aber warum suchen Sie denn dann hier?”, fragt der Polizist. “Weil hier Licht ist, dorthinten ist es viel zu finster.”, gibt der Suchende zurück. (Paul Watzlawick:  Der verlorene Schlüssel oder „mehr desselben“)

Um etwas zu erreichen müssen wir uns schon mit dem tatsächlichen Problem und nicht mit einem Stellvertreter auseinandersetzen. Einen Gegner zu suchen, der es auch falsch macht, der sich aber leichter beeinflussen lassen mag, ist vielleicht dennoch keine falsch Strategie – aber jemanden zu suchen, der nur auf jeden Fall reagiert, halte ich für falsch.

(3) Das Konfliktverständnis. (ohne Zitat)

Der fatalste Fehler liegt für mich jedoch im zugrundeliegende Verständnis dessen, was ein Konflikt ist. Ein Konflikt wird gemeinhin als eine Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien mit gegensätzlichen Interessen aufgefasst, die sie versuchen so gut als möglich gegen die Interesse der Gegenpartei durchzusetzen.

Diesem Verständnis liegt z.B. das Werk  “The Strategie of Conflict” von Thomas Schelling zugrunde, dessen spieltheoretischen Ergebnissen die Welt einige Male nahe an den Atomkrieg führten. Erstaunlicherweise bekam er 2005 dennoch den Wirtschaftnobelpreis (der im Übrigen gar kein Nobelpreis ist), was aus meiner Sicht als Beweis für die Verirrung der modernen Zeit betrachtet werden kann.

Was aber, wenn es gar nicht wahr ist, dass Konflikte allein aus gegensätzlichen Interessen hervorgehen? Was wenn ein Konflikt allein aus der Tatsache resulitert, das zwei Gegner jeweils die Motive ihres Gegenübers nicht völlig verstehen bzw. gar beide ein unvollständiges Bild von der Wahrheit (= wahren Fakten der Realität) haben und deswegen zu einer Differenz und von dort zu einem Konflikt kommen. Dieses Konfliktverständnis enthält die Forderung, man möge ihn so bereinigen, dass beide Parteien ihr unvollständiges Bild ergänzen.

Der Begriff der Wahrheit wird in unserer Kultur oft als etwas relatives empfunden – jemand “hat sie gepachtet” oder “nimmt sie für sich in Anspruch”. Was ist aber, wenn wir die Wahrheit als das begreifen, was uns die Realität an Unumstößlichkeiten präsentiert, über die wir uns nicht dauerhauft hinwegsetzen können? Damit erhält die Wahrheit etwas Absolutes. So sahen es zumindest Ghandi und Marthin Luther King. Und das sollten eher die Menschen sein, deren Lehren wir beachten sollten, wenn es um die Beilegung von Konflikten geht und weniger die Schellings und Sun Tzus.

Was nun, wenn also die Auflösung eines Konfliktes eigentlich darin bestehen müsste erst einmal unsere gegenseitigen Weltbilder, unsere gegenseitigen Bedürfnisse und Forderungen in Ordnung zu bringen?

Dazu bedarf es einer echten Interaktion. Nicht bloß einem Reagieren aufeinander. Dass, was wir in der Regel anstreben sind Kompromisse, die jedoch den zugrundeliegenden Konflikt nicht lösen, was heißt, dass es keine richtigen Lösunge sind. Wenn man jedoch einen Konflikt nach der Lesart Ghandis angeht, sollte man sich nicht wundern, wenn sowohl das Problem, als auch die Lösungen am Ende ein vollig anderes Aussehen haben, als zu Anfang.

Energieversorger vs. Umweltschutzorganisation.

Nehmen wir einen Energieversorger. Dieser möchte nun ein Kraftwerk in einer Region bauen, die aus Umweltgründen besonders schützenswert wäre.

Nun könnte sich auch die Umweltschutzorganisation durchsetzen und den Bau verhindern. Andersherum könnte sich der Energieversorger durchsetzen und das Kraftwerk einfach bauen. Ein Kompromiss nach der Lesart der Spieltheorie wäre, dass man das Kraftwerk baut, dafür aber einen Teil der Profite in den Schutz anderer Gebiete zu investiert.

Der Hintergrund des Konfliktes bleibt jedoch unklar und damit ungelöst. Aus meiner Sicht sehe er in diesem Fall folgendermaßen aus: Wir alle glauben, dass wir viel Strom brauchen, um ein glückliches Leben zu leben, zum anderen glauben wir aber auch, dass der Schutz der Umwelt wichtig ist. Gleichzeitig glauben wir, dass Spezialisierung und Arbeitsteilung in allen Belangen die beste Strategie ist – ohne Rücksicht darauf, dass unsere in vielen Gebieten dadurch immer kleiner werdenden Kenntnisse einen immer beschränkteren Blick auf die Welt (= auf die Wahrheit) ermöglichen. Darum gibt es Insitutionen, die uns einerseits zentral mit Energie versorgen und andererseits gibt es Instiutionen, die uns (durch unsere Spende) helfen etwas für unsere Umweltüberzeugungen zu tun.

Wie würde könnte nun eine echte Lösung aussehen? Vermutlich so,

  1. dass wir Energie selbst und lokal herstellen (in dem wir uns z.B. eine Solaranlage auf unser Dach, Balkon oder Carport bauen)
  2. dass wir uns klarmachen, dass wir so und so viel Energie verschwenden und lernen, dass wir mit weniger vermutlich sogar glücklicher sein könnten
  3. dass wir selbst direkt unseren Teil für die Umwelt tun könnten, indem wir unseren kleinen Garten vor der Tür in ein kleines Biotop für Kleintiere und nebenbei vielleicht sogar für etwas eigenen Gemüseanbau verwandeln. Alternativ könnte man im Rahmen anderer Initiativen sich engagieren konkret die Landschaft “Umwelt” wieder zu regenerieren.

Das Bild des Konfliktes ursprünglichen Konflikts (Energieversorger vs. Umweltschutzorganisation) hat also am Ende nichts mehr mit dem zu tun, wofür wir ihn gehalten haben. Letztlich waren sogar die Kontrahenten beide nur Stellvertreter. Letztlich liegt seine Auflösung in diesem Fall nicht in einer Kampagne, sondern darin, dass wir mit uns selbst ehrlich sind – also etwas mehr Wahrheit in unser Leben lassen. Dazu könnte aber wiederum eine Kampagne animieren! Hierzu hat Ghandi in seiner Lehre Satyagraha Regel aufgestellt.

Aus meiner Sicht sollten Kampagnen im Kern also darauf abzielen: den Menschen zu helfen ihre Weltbilder selbst in Ordnung zu bringen – durch echte Interaktion – ohne spezialisierte Instutionen, die selbst aus einem falschem Weltbild resultieren mögen. Und letztlich sollte sie auf das Stimulieren konkreter Aktivitäten und Lebensstiländerungen abzielen und nicht allein auf das Öffnen des Spendenbeutels (als modernen Ablaßhandel).

Auf die oben beschriebene Weise könnte man viele Konflikte analysieren und angehen. Ggf. ist meine hier vorgestellte Lösung auch nicht die einzig gültige. Sie illustriert jedoch, worum es gehen sollte: um einen offenen Umgang mit sich und den Elementen des Konfliktes. Im Übrigen ist diese Lösung nicht mir allein gekommen, sondern ebenfalls aus einer offenen Diskussion hervorgegangen. Als Mittel die Kommunikation einer solchen Diskussion so offen und ausgleichend wie möglich zu führen eignet sich in meinen Augen die gewaltfreie – genauer die einfühlsame Kommunikation. Doch darüber schreibe ich ein anderes mal.

Quellen:

Aquaponik.

Aquaponik mit Katzenfisch (Quelle: Wikipedia)Aquaponik ist ein Kreislaufsystem aus Aquakultur, also Fischzucht, und Hydroponik, in Wasser lebenden Pflanzen. Fische und Pflanzen liefern Nahrung für den Menschen in Bio-Qualität. Erfolgreiche Systeme gibt es bereits in den USA, aber auch in Deutschland betreiben bereits einige Menschen kleine Systeme.

Warum Aquaponik?

Es ist davon auszugehen, dass sich die Energieknappheit besonders in Großstädten zunächst immer mehr auf die Preise und später auch auf die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln auswirken wird. Das ist besonders darin begründet, dass der größte Teil der aktuell verbrauchten Energie im Nahrungsmittelsektor eingesetzt wird (auch beim CO2-Austoß macht die Landwirtschaft den größten Posten (40%) aus) und sich daher steigende Energiekosten dort mit als  erstes bemerkbar machen werden. Ein Beispiel: die starke Dürre hat 2011 u.a. zu  schlechten Ernten bei Zuckerrüben geführt. Dadurch hat sich der Zuckerpreis in manchen  europäschen Regionen stark erhöht. Die Erhöhung tut den meisten von uns noch nicht weh. Man kann sich jetzt ausmalen wozu steigende Energiepreise führen. Klar, aktuell mag dies unrealistisch wirken, wenn man die Dumping-Preisen vieler Lebensmittel-Discounter betrachtet – ganz unabhägig von der empfundenen oder tatsächlichen Notwendigkeit ist das Thema aber spannend und wenn es in den USA profitabel sein kann, warum nicht auch hier?

Ob aus Umwelt-, Krisen- oder Profitgründen ist also sinnvoll jetzt über Alternativen oder Ergänzungen der städtischen Nahrungsmittelversorgung nachzudenken. Bedauerlicherweise werden Grünflächen, wie Kleingartenvereine, immer noch im großen Ausmaß dem Beton geopfert. Und das, obwohl die urbane Landwirtschaft großes Potential hat CO2 zu binden.

Um die Stadtbevölkerung gut zu ernähren, braucht es effiziente Systeme die wenig Platz benötigen und dazu noch kostengünstig sind. Dies kann aus meiner Sicht z.T. durch Aquaponik als Element urbaner Landwirtschaft geleistet werden. Ein kleines System (1000 Liter) kann pro Jahr einen Ertrag von bis zu 70kg Fisch (z.B. Forelle) und bis zu 400 Gemüsepflanzen liefern. Wer mag schaut sich den TEDx-Warwick-Vortrag von Charlie Price (Englisch, 20min) an, um zu sehen, wie weit Aquaponik-Projekte getrieben werden können. Das ein solches Vorhaben auch unter unseren klimatischen Bedingungen möglich ist, zeigen einige deutsche Projekte: Es gibt bereits eine Anlage bei Lüneburg (Deutsch, 2min). Weitere Beispiele findet man im Aquaponik-Forum, über das man Kontakt zu Leuten aufnehmen kann, die bereits kleinere oder auch größere Anlagen betreiben.

Wie geht es los?

Für ein solches Projekt ist zunächst etwas Recherche nötig. Wo soll das System stehen?  Bei mir wird es zunächst das Fensterbrett. Wie groß kann es sein? Bei mir werden es wohl 120 Liter (1 x 120 Liter oder 2 x 60 Liter) Wasser und ein dazu passendes Pflanzenbett mit Granulat. Welche Pflanzen sind geeigenet? Salat und Pfefferschoten und andere überirdisch wachsende Spezies sind geeignet, eher weniger geeignet sind Kartoffeln und Wurzelgemüse. Welcher Fisch eignet sich? Am häufigsten werden Tilapien genutzt. Sie fühlen sich aber besonders bei 28 Grad wohl. In unseren Breiten sind vielleicht andere Fische eher geeignet. Ich habe darauf noch keine Antwort. Da ich für Testzwecke nur wenig Wasservolumen verwenden werden, könnten es bei mir einfach Goldfische werden (die zumindest theoretisch auch essbar sind und in Südostasien auch regelmäßig auf den Teller kommen). Wie hoch sind die Anfangskosten und Betriebskosten und wieviel Zeit nimmt das ganze in Anspruch? Ich denke, dass ich zwei 60 Liter Becken für weniger als 50 Euro bekomme. Ich verwende meine Aquarienpumpe und muss noch  über einen Mechanismus nachdenken, mit dem das Pflanzenbecken alle 15 Minuten gefluten werden kann. Ich war mehr als ein Jahrzehnt lang Aquarianer und kann mir nicht vorstellen, dass das ganze mehr als 10 oder 20 Stunden im Jahr brauchen wird. Hierzu liefern bereits bestehende Projekte und das Aquaponik-Forum hilfreiche und wertvolle Inspiration und stimmen mich für mein Vorhaben mit 1-2 Aquarien auf der Fensterbank zu starten zuversichtlich.

Aquaponik Anlage von Growing Power in Milwaukee.

Besonders reizvoll fände ich es später gesammelte Erfahrungen in die Konzeption und den Betrieb eines FARM:Shops einzubringen.  Die Beschreibung einer Umsetzung in London findet sich im Vortrag von Charlie Price - eine andere Beschreibung findet sich hier.

Zu Besuch bei den Kennedys in Steyerberg.

Ich habe letztes Jahr Declan Kennedy auf einem seiner Vorträge auf dem Entrepreneurship Summit gesehen und am Abend am Stand der Weinkampagne kennengelernt. Die Weinkampagne bietet Weine in 3-Liter-Bag-in-a-Box-Kisten für einen guten Preis an.

Das Kennenlernen verlief in etwa so: ich bestellte einen Rotwein und fragte dann alsbald, ob es nicht möglich wäre, dass die Weinkampagne auch Biowein in ihr Sortiment aufnehmen könnte. Ein paar Minuten später kam Declan dazu, bestellte ebenfalls einen Rotwein und stellte diesselbe Frage. Daraufhin brachte uns der Weinkampagner zusammen und meinte, dass wir wohl gemeinsame Gesprächsthemen hätten. Und so unterhielten wir uns über Permakultur und Unternehmertum im ökosozialen Bereich, was jeweils genau die Themen waren, aufgrund der wir auf dem Summit waren. Insbesondere, da ich auf dem Weg bin eine Permakultur-Ausbildung zu machen war das Treffen sehr erhellend für mich. Auch Declan war angetan und lud mich ein ihn und Margrit doch einmal mit TJ im Lebensgarten in Steyerberg zu besuchen. Letztes Wochenende war es dann endlich soweit und TJ und ich waren zu Besuch bei den Kennedys.

Margrit und Declan Kennedy

Declan und Margrit Kennedy sind beide Architekten und haben in den letzten 30 Jahren viel für die Verbreitung der Permakultur in Deutschland getan.

Declan Kennedy

Declan Kennedy lehrte Achitektur u.a. an der Technischen Universtität Berlin und legte So war er etwa z.B. Direktor des europäischen Permakultur-Instituts zwischen 1984 und 1989. Seine aktuellen Projekte sind die Fortentwicklung des Permakulturpark im Lebensgarten Steyerberg (PaLS) und seine Arbeit für die GAIA Action Learning Academy for Sustainablity (GALA).

Margrit Kennedy

Margrit Kennedy lehrte bis 2002 Architektur als Professorin u.a. an der Univeristät Hannover im Bereich ‘Technischer Ausbau und Ressourcensparendes Bauen’. Bekannt ist sie vor allem für ihre Bücher zum Geldsystem. Ihr neuestes Buch zu diesem Thema ist “Occupy Money“, in dem sie auf etwas mehr als 100 Seiten ihre Kritik am Geldsystem beschreibt. Einen Überblick erhält man auf ihrer Webseite. Ihr erstes Buch zu diesem Thema, “Geld ohne Zinsen und Inflation“,  ist neben vielen weiteren Veröffentlichungen mittlerweile frei auf der von ihr und Declan betriebenen Bibliotheksseite herunterladbar.

Die Gemeinschaft Lebensgarten e.V. in Steyerberg.

Der Lebensgarten e.V. in Steyerberg wurde 1986 offiziell gegründet und versteht sich als Gemeinschaft, die soziale, ökologische und spirituelle Vision lebt. Auf dem 27 Hektar großen Gelände befinden sich neben 62 voll ausgestatteten und ökologisch sanierten Reihenhäusern, die u.a. die 99 Mitglieder beherbergen, eine große Gemeinschaftsküche (die Kultur-Küche, kurz KÜKÜ) mit ganz hervorrangendem Essen, mehreren Unternehmen (u.a. eine Gärtnerei, ein Einzelhandelsunternehmen für ökologische Baustoffe und Solartechnik, ein kooperativ betriebener Biolebensmittelladen, eine Goldschmiede, eine Organisationsberatung, sowie Angebieter von Massagen und Psychotherapie), mehrere Waldstücke und mehrere permakulturell angelegte und bewirtschaftete Felder (PaLS).

Gemeinschaftlichkeit

Von besonderer Bedeutung für die Mitglieder ist die gegenseitige Achtung und Toleranz – auch ihrer unterschiedlichen spirituellen Ausrichtungen. Es gibt gemeinsame Feste und Aktivitäten (z.B. Singen, Tanzen), dennoch hat jeder Lebensgärtner auch seine eigenen Projekte, Ideen und Interessen. Wichtig ist ihnen eine gegenseitige Unterstützung ihrer Entwicklung von Fähigkeiten und Talenten sowie eine Kooperation mit der Natur und  Ökologie im Alltag. Konflikte und Wachstumskrisen werden als Chance begriffen einander näher zu kommen.

Themen

Eine Auswahl der Themen, für die sich die Lebensgärtner interessiern sind:  gesunde Ernährung, gesundes wohnen, Kulturarbeit, natürliche Heilungswege, soziale Kompetenz, systemische Arbeit und die positive Bewältigung von Konflikten. An dem gesammelte Wissen und den gemachten Erfahrungen können auch Außenstehende über das Seminarprogramm der Gemeinschaft teilhaben.

Aktuelle Entwicklung im PaLS

Auf einem neuen Landstück sind vor kurzem eine Wärmefalle mit diversen Obstbäumen angelegt worden. Noch kürzer liegt die Anlage eines Flußlaufs durch das Gebiet zurück, der eine noch anzulegende Aquakultur mit dem Obsthain in der Wärmefalle verbinden werden wird. Zusammen mit Declan habe ich am Sonnabend einen Teil des ausgegrabenen Flußlaufs isoliert und gestaltet, während TJ mit anderen Lebensgärtner_innen ein Mandalabeet für die Bepflanzung vorbereitet hat.

Das Haus der Kennedys

Declan zeigte uns am Nachmittag sein Haus, dass ganz im Sinne permakultureller Bauregeln gestaltet ist: auf der Süd-, Ost- und Westseite ist das Haus mit einem ineinander übergehenden Gewächshaus umgeben, dessen Fensterflächen so geneigt sind, dass die höher stehende Sommersonne reflektiert wird und die niedriger stehende  Wintersonne vollständig auf die Hauswand fallen kann. Auf der Südseite wird die Sonnenreflektion durch einen davor situierten Teich verstärkt. Ein passives Lüftungssystem ermöglicht eine Kühlung im Sommer und liefert Wärme im Winter. Dazu verbindet ein Rohr, dass 3 Meter tief in den Boden führt eine Öffnung auf der Außenseite mit einer Öffnung im Gewächshaus. Ist es heiß, wird im Gewächshaus oben eine Klappe geöffnet, durch die warme Luft aufsteigen kann. Der Sog, der dadurch entsteht bewirkt, dass durch das drei Meter in die Erde laufende Rohr von außen Luft angezogen wird. Die Luft wird in drei Meter Tiefe durch das umgebende Erdreich auf die dort immer herrschenden 10-15 Grad gekühlt. Der umgekehrte Prozess bewirkt im Winter eine entsprechende (Vor-)Wärmung der kalten Winterluft auf 10-15 Grad. Im Haus gibt es neben eine klassischen Toilette mit Wasserspülung eine Clivus multrum (eine Terra-Preta Toilette). Ausscheidungen und Küchenabfälle erreichen durch separate Zuführungen einen Fermentierungsbehälter, die zusammen mit Holzkohlegaben absolut geruchsfrei (!) über einen längeren Zeitraum zu Terra-Preta Erde werden. Ich war selbst etwas skeptisch, wenn ich auch schon Komposttoiletten gesehen habe. Ich bin jedoch immer wieder über die Geruchsfreiheit erstaunt. Die Toilette im Haus der Kennedys riecht gar nicht und damit wirklich weniger als reguläre Toiletten. Es gebe noch viele weitere Aspekte über die ich schreiben könnte, nur müsste man dazu mehr ein Buch als einen Artikel schreiben.

Solarenergie

Natürlich gibt es auf den Reihenhäusern im Lebensgarten diverse Solaranlagen: sowohl Photovolatik für Strom, mit dem sogar Solarautos betankt werden wie auch für Warmwasser.

Modellprojekt: off-grid Haus mit Terra-Preta-Permakultur-Garten.

Ein weiteres Highlight auf dem Gelände ist ein Modellprojektbau eines off-grid Hauses, dass völlig ohne Anschlüße aus ökologischen Baustoffen wie Strohballen und Lehm gebaut ist. Wasser wird aus Regen gewonnen, Warmwasser und Strom wird solar gewonnen, weiter benötigte Wärme wird durch nachhaltige Waldnutzung erhalten. Auch zu diesem Projekt könnte man sehr viel schreiben. Ich werde darauf noch einmal zurückkommen, falls ich – wie ich aktuell geplant habe – dort noch einmal einen Kurs gemacht haben sollte.

Alles in allem ist der Lebensgarten in Steyerberg aus verschiedenen Gründen ein interessantes, lohnenswertes und abwechslungsreiches Reiseziel. Und: entspannen kann dort auch sehr gut.

Kommentare zu Gerald Hörhan. Teil 3: Jugendkritik.

Hörhan hält die Jugend für faul, dumm und wohlstandsfixiert und zu angepasst. Faul und angepasst? Nun der Widerspruch in Hörhans Argumentation lässt sich noch leicht lösen. Die Jugend will konsumieren und dafür lieber angepasst und in Ruhe arbeiten, als sich auflehnen.
Hörhan hält die Dekadenz der Jugend im Übrigen für einen historischen Sonderfall. Dabei scheint er zu vergessen, dass bereits aus Sokrates Zeiten der folgender Auspruch stammt: “Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. [...]“. Die Jugend von heute findet sich daher offenbar in guter historischer Gesellschaft – obgleich ihr laut Hörhan heute die Autoritätsverachtung zu fehlen scheint…

Burnout-Kritik.

Bis auf wenige Jugendliche, die noch ordentlich anpacken können, sind die meisten jedoch wenig belastbar und nach Hörhan allzu schnell vom Burnout bedroht, was laut Hörhan in 90% der Fälle nichts weiter als Wohlstandsverwahrlosung ist.
Ich habe ja schon oft das Gefühl gehabt, dass Personen mit derart stromlinienförmigen Lebensläufen wie dem von Herrn Hörhan trotz aller Anstalten oft keine rechte Persönlichkeitstiefe besitzen. Zu oft und zu offensichtlich lässt er sich mit einem Aston Martin ablichten, gibt sich betont cool und prahlt. Das passt nicht zu einem Erweckungspropheten der Jugend.
Ich denke auch, die ein oder andere Niederlage prägt den Charakter und ebenso die Denkmuster eines Menschen mehr als alle Erfolge. Man darf Herrn Hörhan vielleicht auch gar nicht übelnehmen, dass er – dem offenbar schon von Anfang an nur applaudiert wurde – nicht begreifen kann wie andere ausbrennen können. Freilich hat der Burnout eben nicht unbedingt mit der tatsächlichen Arbeitsbelastung zu tun, sondern vielmehr mit der im Leben und bei der Arbeit empfundenen (Selbst-)Wirksamkeit, die vielen – insbesondere Verschuldeten – fehlt.

Deutsche mit Migrationshintergrund wissen wie man arbeitet.

Unter den verbleibenden “hungrigen”, leistungsbereiten jungen Menschen haben viele eine Migrationshintergrund, sagt Hörhan. Ja, es entspricht auch meiner Erfahrung – das trotz des schlechten Rufes, den Migranten hierzulande (immer noch) genießen unter ihnen nicht wenige sind, die noch wissen wie man ordentlich arbeitet. Es gibt in der Gründungszene nicht wenige Migranten und nicht selten kommen Deutsche mit Migrationshintergrund  schneller z.B. zu einem Auto – weil sie Sparsamkeit im Gegensatz zu vielen “Urdeutschen” gewohnt sind.

Trotz dieses Lichtblicks in Hörhans Äußerungen, findet er für die Jugend – wie auch für die Mittelschicht – phasenweise nur Schimpfworte.
Die Jugend sei der Politk egal und sie habe keine Lobby – und diese offenbar auch nicht in der Person Hörhan. Oder doch?

Kritik an der Occupy-Bewegung.

Es fehle, so Hörhan, der Jugend an Wirtschaftsmacht – und an klaren Zielen. So gingen Jugendliche im Rahmen der Occupy-Bewegung nur auf die Straßen, weil es so lustig sei, sagt Hörhan. Nun, ich weiß zwar nicht woher er seine Sicherheit nimmt, von einer übermäßigen Beschäftigung mit der Faktenlage scheint diese Haltung jedenfalls nicht herzurühren.

Wer auch einmal die Perspektive der Absolventen aus den USA, die sich der Occupy-Bewegung angeschlossen haben ansehen mag, kann dazu ein paar ausgewählte Statements unter den folgenden Links finden.

http://wearethe99percent.tumblr.com/post/12324810536/i-am-24-years-old-and-am-90-000-in-debt-from
http://wearethe99percent.tumblr.com/post/12383519234/occupywallst-org-in-grad-school-to-become-a
http://wearethe99percent.tumblr.com/post/12421051313
http://wearethe99percent.tumblr.com/post/12421083717/how-many-young-graphic-designers-will-lose-their

Unser aller Wohlstandverwahrlosung…

Noch ein Wort zur Wohlstandsverwahrlosung. Mir ist schon der Gedanke gekommen, ob nicht bereits die letzten zwei Generationen zu einem großen Teil wohlstandsverwahrlost sind. Immerhin ist es nun seit mehr als 60 Jahren möglich, dass ein Großteil der Menschen im Westen ohne konkrete körperliche Anstrengung arbeiten und dabei soviel verdienen kann, dass er/sie trotzdem an einem sehr großen Teil der Konsummöglichkeiten teilnehmen kann. Dies ist historisch tatsächlich eine einmalige Situation und eine, die sich voraussichtlich auch niemals mehr wiederholen wird.
So normal der heutige Lebensstil jedem vorkommen mag: die sich langsam zuspitzende Ressourcenverknappung – als deren Symptom beispielsweise Umwelt-, Finanz-, Technologie- und humanitäre Krisen auftreten – wird es bald wieder sehr nötig werden, dass ein deutlich größerer Teil der Menschen als aktuell in der Lage ist, auch manuelle Arbeiten auszuführen.

… und was danach kommt.

Ich halte es beispielsweise bei einem Benzinpreis von mehr 2 Euro für zunehmend unwahrscheinlich, dass die 1,8 Millionen Hektar Rasenflächen noch weiter rein maschinell oder überhaupt gepflegt werden. Und ich halte eine derartige Entwicklung für allerlei Bereiche, in denen ölgespeiste Arbeiten einfach durch menschliche Bemühungen ersetzt werden könnten für zunehmend wahrscheinlich (Besonders in der Landwirtschaft). Herr Hörhan scheint sich eines solchen Umbruchs bewusst zu sein. So merkt er beispielsweise an, dass es nie wieder zu so einem wirtschaftlichen Aufstieg wie in den 60er Jahren kommen wird. Statt aber von seiner Feststellung, dass die Anstellung als Sachbearbeiter keine Zukunft habe, den Schritt zu gehen und zu bemerken, dass der Mensch offenbar insgesamt wieder mehr wird selbst machen müssen, enthüllt er seine Ahnungslosigkeit, in dem er meint, es käme in Zukunft noch mehr auf gute Verkäufer an. Die dann was genau tun sollen? Die Leute zum Kaufen zu überreden? Woher kam noch gerade die Finanzkrise? Ach richtig, durch die Überschuldung durch Konsum… (die er ja selbst kritisiert).

Arche B

Wenn ich über den Ausbildungsstand der jetzigen Gesellschaft nachdenke, kommt mir immer die Szene aus Douglas Adams “Per Anhalter durch die Galaxis” in den Sinn, als das Raumschiff, Arche B, mit Filmproduzenten, Unternehmensberatern, Investmentbanker usw. auf der prähistorischen Erde landet und mangels vorhandener Technologie, die alle echte Arbeit übernimmt und in Ermangelung jeglicher Fähigkeiten zu nichts weiter in der Lage sind als zu Höhlenmenschen zu degenerieren. Ich bin mir nicht sicher was nun peinlicher ist: Herrn Hörhans Fabulieren bzgl. der Gesellschaft oder die Vorstellung wie er wohl mit Schaufel oder anderem Werkzeug “performen” würde.

Um den Aspekt sachlich zu beenden: mir fehlt bei Hörhan insgesamt zu sehr die soziale und völlig die ökologische Dimension. Das Thema Ölpreissteigerung, was längst keine fixe Idee mehr ist oder auch des zunehmenden sozialen Drucks – längst nicht mehr nur in Dritte-Welt-Ländern – verfehlt Hörhan in seinen Beschreibungen inhaltlich völlig.

Ein Finanzjongleur als Staatenretter?

Hörhan empfielt den Griechen Buffet als Heilsbringer. Nichts gegen Buffet persönlich. Er hat schon etwas Geniales. Aber Griechenland – und auch der Rest Europas – inklusive Deutschland, braucht dringend Leute mit mehr Weitblick (und tatsächlichen Kenntnissen), als ihn Finanzleute gewöhnlich mitbringen. Diese Empfehlung hat etwas reichlich ahnungsloses und zeugt aus der Überzeugung, dass Geld allein etwas bewirkt – was aber eben nicht der Fall ist. Dazu möchte ich auf dieses Bild verweisen. Wie wird wohl die Gesellschaft aussehen, falls wir nicht die Lösung wie in diesem Bild dargestellt erreichen können?

Das Internet als Antowrt auf die Misere?

Wenn man ihn fragt, was er denn von der Jugend erwarte, wo doch auch schon die Eliten versagen, dann verweist er auf Zuckerberg und Facebook. Auf die faktischen Probleme dieser Welt sollen Internetanwendungen die Lösung sein? An der Stelle hätte Hörhan auch ruhig zugeben können, dass er keine Ahnung hat.
Natürlich ist Zuckerberg zu bewundern – obgleich man auch sagen muss, dass eben auch sehr viel Glück dazu gehört so erfolgreich zu werden. Es gab und gibt ja bei Leibe nicht nur ein soziales System im Web. Auch wenn Dienste wie Facebook und Twitter die Revolutionen in den arabischen Staaten unterstützt haben, so braucht eine tatsächliche Trendwende in Sachen globale Krisen wesentlich mehr als nur Internetsoftware und Crowd-Sourcing – so toll und wichtig diese Aspekte auch sein mögen. Letztlich sind gerade Innovationen im Internet eben von Natur aus virtuell und so sehr ich diese Medium bewundere und als geniales Hilfsmittel zur Gewinnung von Erkenntnissen, dem Nachschlagen von Informationen und dem führen von Diskussionen halte, ist und bleibt es ein Werkzeug. Die Vorstellung unser Leben könne schrankenlos virtualisiert werden halte ich für unmöglich und auch nicht wünschenswert.
Denn auch wenn der Anteil unsere Lebenszeit, der durch Smartphones und Computer virtuell aufgewertet wird steigt, ist eben die aufzuwertende Realität Grundvoraussetzung für das Internet und diese hat konkrete Bedarfe, deren Versorgungsgrundlagen knapper wird. Das ist das Problem.

Die Grenzen der Virtualisierbarkeit unseres Lebens und des Wirtschaftswachstums.

Betrachten wir die wirtschaftlichen Trends, so verbreitert sich augenblicklich vor allem das Fahrwasser für Technologie die das Internet nutzbar machen bzw. nutzen. Die Idee jedoch, dass dieser Trend dauerhaft fortbestehen kann ist ein Trugschluß. Nicht nur, weil es klare Grenzen für die Virtualisierbarkeit der Welt gibt, sondern weil die virtuelle Sphäre nicht ohne Energie auskommen kann und selbst weitere Verbräuche verursacht (das dort Nachgelesene will zumindest zum Teil auch real umgesetzt werden). Es gibt aber kein BIP-Wachstum ohne Energieverbrauch und wenn die Energie knapper wird, dann gibt es auch kein dauerhaftes  Wachstum mehr und dann helfen auch Ideen wie die Zuckerbergs nicht viel. (Hörhan erweist sich, wie er in der Diskussion mit Müller, Ostermann und Peach im Nachtjournal unter Beweis stellt, sowieso nicht als sonderlich beschlagen, wenn es um die realistische Einschätzung des zukünftigen Wirtschaftswachstums geht – wie alle bis auf Niko Peach auch nicht.) Statt neuer Wachstumsmärkte wäre es wichtiger zu überlegen wie eine Nullwachstumswirtschaft aussehen könnte. Ich will noch darauf hinweisen, dass diese Innovation nicht ausschließen muss. Die Natur selbst ist ein gutes Beispiel für ein innovatives netto nicht wachsendes System…

Was Jugendliche tun könnten.

Junge Leute sollten praktische Fähigkeiten erlernen, anpacken können und dies auch wollen – und zu allererst verstehen, dass sie das auch müssen und zuletzt verstehen, dass es auch mehr Spaß macht, als sein Leben lang immer nur in einem Büro zu verbringen.
Aus meiner Sicht ist es das, was passieren muss. Ich persönlich glaube weder an einen “Doomsday”, der eine allumfassende, sich hin zur Autarkie versteigende Krisenvorsorge nötig machen würde, noch daran, dass (viele) Menschen mit Hörhans Strategie weit kommen werden. Ich denke jedoch auch – und da bin ich mir mit ihm wieder einig, dass Bürojobs auf Dauer keine Zukunft mehr haben werden. Seine Schlussfolgerungen teile ich jedoch nicht.
Dass es viele neue Unternehmer (besser noch Entrepreneure) wird geben müssen, glaube ich auch, dass diese jedoch vorwiegend gute Verkäufer sein müssen, glaube ich kaum. Auch gute Verkäufer werden nötig sein, ja. Nur jedoch in einem anderen Sinne: um lokale, ggf. selbst oder gemeinschaftliche produzierte Waren lokal anzubieten. Denn insbesondere der Transport-Sektor ist und wird mit als erstes von weiter steigenden Ölpreisen betroffen sein – was die ausgeartete territoriale Arbeitsteilung (a.k.a. Globalisierung) langsam aber sicher zurückschrauben wird – zumindest eben für Produkte bei denen es sowieso nicht sonderlich nötig war – wie etwa für die Herstellung von Fertigpizza.
Was der Mensch am nötigsten braucht und wie dies lokal zu bewerkstelligen ist, ist eine Frage, deren Beantwortung diverse Betätigungsfelder eröffnet.
Um sie zu beantworten und die daraus resultierenden Konzept umzusetzen bedarf es anderer Kenntnisse und Fähigkeiten als für Bürojobs – und dem Willen mit seinen Händen auch anderes als Tastaturen zu bedienen.
Niemand begeht indes einen Fehler, sich um seine persönlichen Finanzen zu kümmern, um ein (finanziell) unabhängigeres Leben führen zu können – und dazu bietet Hörhan schon Ansätze – wenn man es schafft die richtigen ⅔ seiner Texte zu überlesen. Als Alternative dazu empfehle ich die Entwicklung von Fähigkeiten.

[1] http://www.welt.de/politik/deutschland/article13705627/Deutsche-Jugend-dumm-faul-wohlstandsfixiert.html
[2] http://www.format.at/articles/1006/525/261685/gerald-hoerhan-es
[3] http://www.freitag.de/community/blogs/lee-berthine/die-mittelschicht-buckelt
[4] http://www.deraktionaer.de/aktien-deutschland/investment-punk–einfacher-erfolg–bloedsinn–12005099.htm

Arbeitsteilung.

Spezialisierung und Arbeitsteilung sind ein universell auftretendes Phänomen. Es gibt sie nicht nur unter den Menschen, sondern auch im Tierreich. Staatenbildende Insekten wie Ameisen oder Bienen spezialisieren sich auf unterschiedliche Aufgaben. Bienen spezialisieren sich im Laufe ihres Lebens z. B. auf die Brutpflege, das Sammeln von Honig oder das Bewachen des Stocks. Arbeit, die in unserem Körper/unseren Zellen erledigt werden muss teilt sich auf verschiedene Organe/Organellen auf. Prachtanemone und Falscher Clownfisch, aber auch Bäume kooperieren unter Mithilfe von Mykorrhiza-Pilzen. Auch in der menschlichen Geschichte hat es immer Arbeitsteilung gegeben. Sei es die Aufteilung der Arbeit zwischen Mann und Frau, als die Menschen noch als Jäger (=Mann) und Sammler (=Frau) das Land durchstreiften, die Fließbandarbeit in Henry Fords Autofabriken oder die moderne  territoriale Aufteilung der Billig-Pizzaherstellung auf 4 Ländern im Wege der Globalisierung (Milch und Käse = Irland, Tomate = Italien, Wurst = Ungarn, Zusammensetzen und Backen = Deutschland).

Arbeitsteilung tritt dann auf, wenn die Ausführung einer Arbeit oder die Bewältigung eines Problems kompliziert ist, sie aber in verschiedene Teilschritte untergliedert werden kann, die getrennt (parallel) voneinander abgearbeitet werden können (Die Komponenten eines Computers können getrennt hergestellt werden, eine Raumfarbe kann jedoch nur von einer Person angerührt werden).

Die Verteilung der Arbeiten auf mehrere Mitarbeiter steigert durch Geschwindigkeits- und Kostenvorteile die Arbeitsproduktivität. Kaum jemand könnte ein Auto bauen, sofern er selbst dazu noch das Erz für die nötigen Metalle der Komponenten schürfen müsste. Die Ausbildungs- und Einarbeitungsdauer kann sich bei Arbeitsteilung dramatisch verkürzen.

Nehmen wir an, es gebe zwei Fachgebiete A und B, deren erlernen die gleiche Dauer D beansprucht. Die Fachgebiete A und B sind für die Erledigung zweier Tätigkeiten zur Herstellung eines Produktes nötig. Zwei Personen könnten nun jeweils beide Fachgebiete erlernen und würden dazu die Ausbildungszeit 2D benötigen. Lernt jeder nur ein Fachgebiet, sind beide bereits nach der Zeitdauer D einsatzbereit. Der Zeitvorteil ist offensichtlich.

Da dieser Zusammenhang so bis zu einem bestimmten Tätigkeitsniveau lohnt, gibt es heute im Grunde überwiegend Spezialisten – und nur kaum noch Generalisten. Für die industrielle Massenproduktion hat das große Vorteile – und damit auch für die Konsumente.

Die Arbeitsteilung hat aber auch sowohl für den einzelnen als auch generelle gravierende Nachteile.

Nachteile für den Einzelnen

Die Beziehung zur Arbeit bzw. zum hergestellten Produkt wird abstrakter und auch unklarer. Je einfacher die konkrete Tätigkeit der Arbeit ist, desto eher können sich Langeweile und Frustration einstellen, was sich negativ auf die Produktivität und die Zufriedenheit der Menschen auswirkt.

Wer dringend aufsteigen will, muss im Job permanent sehr gut sein, um sich gegen zahlreiche Konkurrenten auf dem Weg hoch auf die Karrierepyramide (*) durchzusetzen. Dazu ist großer Zeiteinsatz notwendig, weswegen wenig Möglichkeiten verbleiben auch in anderen Bereichen Kompetenzen aufzubauen. Deshalb haben viele auf ihre Tätigkeit Spezialisierte kaum weitere Fähigkeiten. Sofern der Job im spezialisierten Bereich verloren geht, ist die Suche einer anderen Tätigkeit ggf. mit hohen Barrieren versehen.
Der fehlenden weiteren Fähigkeiten wegen werden auch im normalen Alltag ständig Leistungen andere Spezialisten benötigt. Sei es direkt in Form von Dienstleistungen oder aber durch die Verwendung von Spezialisten hergestelltn Maschinen. Die Abhängigkeit ist enorm.

(*) Es wird oft von einer Leiter gesprochen. Tatsächlich gleichen Hierachien in Unternehmen jedoch mehr Pyramiden. Es gibt keine beliege Zahl von Chefsesseln.

Generelle Nachteile

Hocharbeitsteilige Produktionsinfrastrukturen reagieren nur träge auf grundlegende technische Innovationen. Das Design von Autos ändert sich nur über Jahrzehnte nur langsam – wenn man nicht gerade wie Joe Justice produziert.
Die schrittweise Beförderung von Mitarbeitern kann darin resultieren, dass jemand ob seiner Leistung solange befördert wird, bis er in einem Arbeitsbereich angekommen ist, den er eigentlich nicht (so gut) beherrscht – weswegen er von dort nicht weiter aufsteigt (dieses Phänomen ist bekannt als Peter Prinzip).
Die territoriale Arbeitsteilung, die die Globalisierung mit sich brachte, steht auf tönernen Füßen, da sich nur solange vernünftig funktioniert wie Energie (für den Transport) billig ist. Wer wohl die ganzen Tomaten in Italien essen wird, wenn sich irgendwann der Transport nach Deutschland nicht mehr lohnt? Und was werden wir Deutschen dann abends wohl essen? Zumindest in dem Punkt sehe ich für die Deutschen Verbesserungsmöglichkeiten am Horizont.

Wie zu Anfang erwähnt hat es Arbeitsteilung schon immer gegeben und es wird sie auch immer geben, aber ein so tiefgreifende Spezialisierung auf einzelne Aufgaben wie heute hat es zuvor wohl nie gegeben. Das bewirkt nicht nur eine Abhängigkeit von anderen, sondern auch, dass der Außenblick für den Gesamtprozess verlorengeht. Im Auge des Spezialisten wird die ganze Welt zum Nagel für den Hammer des zugehörigen Fachgebietes. Ein Jurist sieht nur juristische Probleme, ein Handwerker nur handwerkliche Probleme, ein Versicherer nur Versicherungsfälle und ein Lehrer nur pädagogische Probleme. Diese enge Sichtweise verhindert die breite Perspektive, die für die Lösung tiefgreifender Probleme vonnöten ist.

Zeit haben.

Vor ein paar Tagen habe ich einen sehr interessanten Artikel auf Bernis Blog zeithaben.org gelesen.

Berni rechnet sehr plausibel vor, warum bereits eine Autofahrt bei 160 km/h erheblich (zeitlich) teuerer ist als eine mit 120 km/h. Der erhöhte Benzinbedarf für die 40 km/h schnellere Fahrt ist so teuer, dass man mindestens 32 Euro netto pro Stunde bzw. 9000 Euro brutto pro Monat verdienen müsste, damit sich die schnellere Fahrt tatsächlich zeitlich lohnt. Bernard bezieht sich dabei auf eine Fahrt mit einem BMW 535i Touring. Sehr spannend!

Der Punkt erinnert mich an die Diskussionen, die innerhalb einer Fluggesellschaft anlässlich der Frage stattfanden eine Überschallflugzeugroute von London (oder Paris?) nach New York einzuführen. Neil Postman schrieb dazu in “Die zweite Aufklärung“, dass die Manager sich überlegt hatten, was Menschen mit der zusätzlichen (Frei-)Zeit anfangen würden und ihre Schlußfolgerung war, dass die meisten sie wohl vor dem Fernseher verbringen würden. Also bauten die Manager in alle Flugzeuge ihrer Flotte Fernseher ein, statt Überschallflugzeuge zu kaufen. Höchstwahrscheinlich war der Grund wohl eher finanzieller Natur, dennoch ist Neil Postmans Interpretation interessant.

Bernhards Argumentation konsequent befolgend, sollte man sich nun für den eigenen Wagen und den eigenen Stundenverdienst eigene Geld-Zeit-Kosten für Reisegeschwindigkeit ausrechnen, um möglichst nicht wesentlich schneller (oder langsamer) zu fahren, als kostenoptimal.

Das Gedankenexperiemnt ließe sich noch weiter aufbohren, wenn man bedenkt, dass es ebenfalls energieeffizientere (niedrigtourig) und weniger energieeffiziente Fahrweisen gibt und es für jedes Auto in Abhängigkeit von Motor und Chassis eine optimale Fahrtgeschwindigkeiten gibt.

Abhängig von der Motorisierung liegt diese laut http://www.energie.ch/auto zwischen 50 und 120 km/h. In einem Bild unter der Rubrik “Fahrverhalten” sind Kurve für unterschiedliche Motorleistungen dargestellt, die den Benzinverbrauch in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit angegeben. Die optimale Geschwindigkeit für einen 50 kW-Motor liegt ungefähr bei 65km/h und für einen 100 kW-Motor bei circa 90 km/h.

Ich finde gerade keine genau Quelle zur Treibstoffökomie des BMW 535i Touring. Jedenfalls hat der Wagen einen 200 kW-Motor. Denke ich mir eine analoge Kurve oberhalb der beiden Kurven für 50 bzw. 100 kW-Motoren, könnte man schätzen, dass die optimale Geschwindigkeit des BMW 535i Touring bei 110-120 km/h liegt. Den Bezinverbrauch für 120 km/h hat Berni bereits auf 10,5 Liter angegeben. Das passt ungefähr, da offenbar die Motoren pro 50 kW circa 2 Liter mehr pro 100 km verbrauchen. Es würde sich demnach auch aus energetischen Gründen anbieten mit einem BMW 535i Touring um 120 km/h zu fahren – nicht schneller und auch nicht langsamer.

Damit es nun nicht zu einem “wohlbegründetem” Heizen in 30er-Zonen kommt wäre  mein spontaner Vorschlag, dass es für Stadt- und Autobahnfahrten einfach unterschiedliche Autos gibt. Ich hielte es eh für sinniger Innenstädte komplett für pivate Fahrzeuge zu sperren und dafür entsprechend mehr Optionen des öffentlichen Nahverkehrs und kleine Leihwagen anzubieten. Außnahmen wären freilich Transporte schweren Gewichts sowie Krankenwagen, Feuerwehr und Versorgungsfahrzeuge. Ich denke, dass würde sich auch positiv auf die durchschnittlichen Geschwindigkeit des Stadtverkehrs aufwirken.

 

Konsum und Depression.

Trauriger alter Mann von Vincent van Gogh von 1890 (Wikipedia)

Eben lese ich einen interessanten Artikel, den mir Herm zugespielt hat. Diesen fasse ich hier inklusive einiger Kommentar zusammen.

Zwei Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Konsumismus unglücklich macht, ja Depressionen auslöst. Der Konsum ist daher auf zweierlei Weise Motor unserer Überflußwirtschaft. Zum einen erzeugt die durch Werbung stimulierte Kauflust die Wirtschaft. Und zum anderen lösen die durch Konsum mitausgelöste Störungen des Wohlbefindens eine erhöhte Nachfrage nach Psychopharma aus. Eine Win-Win-Situation für die Wirtschaft und eine Lose-Lose Situation für die Verbraucher (früher auch bekannt als “Bürger”).

Den Ergebnissen einer Studie der Northwest University zufolge sind Menschen mit übermäßigem Statusbewusstsein, starker Wohlstandsfixierung sowie hoher Wertschätzung vieler materielle Besitztümer am ehesten depressiv und anti-sozial eingestellt. Ich will ja keine Namen nennen, aber ist diese Ergebnis tatsächlich geeignet Verwunderung auszulösen? Ich denke nicht.

Ich finde das ist eine interessante Parallele zu dem Film ”The Corporation“, in dem die raffgiere Natur der juristischen Person “Aktiengesellschaft” mit den Mitteln der DSM-IV-Richtlinien analysiert wird, die Psychologen für die Beurteilung des geistigen Zustandes von Menschen verwenden. Im Film kommt man zu dem Schluß, dass die “Persönlichkeitsstruktur” der Aktiengesellschaft inhärent psychopathisch ist. Selbst das wirtschaftsfreundliche Magazin “The Economist” schrieb in einer Kritik zu dem Film: „Beide Lager der Globalisierungsdebatte sollten aufmerken. The Corporation ist ein überraschend rationaler und intelligenter Angriff auf die wichtigste Institution des Kapitalismus.“ (Quelle). Den Film darf man übrigends legal z.B. hier ansehen.

Das Menschen mit stark materieller Neigung eben weniger immaterielle Neigungen (zu denen gewissermaßen alle sozialen Qualitäten zählen) haben erscheint mir recht logisch.

Nachdenklich stimmt mich, dass offenbar nicht nur der geizige Konsument von Melancholie bedroht ist, sondern auch jeder beliebige Mensch, der sich in Situationen befindet, die das materielle Denken stimulieren.

Im Experiment wurden einer ersten Gruppe Bilder ohne Konsumgüter und einer zweiten Gruppe Bilder mit Konsumgütern wie Autos, elektronsiche Geräte und Schmuck vorgelegt. Das Ergebnis des anschließenden Tests war, dass sich Personen der zweiten Gruppe als depressiver, ängstlicher und weniger interessiert an sozialen Aktivitäten wie Parties (!) einschätzten und sich lieber allein beschäftigen als die Personen der ersten Gruppe.

Um einer Stimulation des materiellen Denkens zu entgehen empfehlen die Wissenschaftler vor allem einfach den Fernseher öfter auszulassen. Hilft auch ungemein, wenn man etwas mit seinem Leben anfangen möchte. Der Deutsche verbrachte 2004 im Durchschnitt 210 Minuten vor dem Fernseher. Ich vermute nicht, dass sich das allzu sehr verbessert hat.

In einem zweite Experiemte wurden die Versuchsteilnehmer nach ihrer materiellen Orientierung geordnet. Es ergab sich, dass diejenigen, die sich am meisten zu Wörtern wie “Wohlstand” und “Macht” hingezogen fühlten mit größerer Wahrscheinlichkeit misstrauisch und weniger bereit waren mit anderen zu kooperieren. Entsprechend schlußfolgern Wissenschaftlicher, dass materieller Status die Menschen trennt und nicht vereint.

Die Ergebnisse der Studien passen gut zu den Ergebnissen der Messungen der Glücklichkeitsindizes Bruttonationalglück bzw. Happy Planet Index, zu denen ich bereits etwas geschrieben habe: die Menschen in vielen reichen Staaten sind trotz (wegen?) der größerer materieller Güterverfügbarkeit, weniger glücklich als in diveren Staaten, die weniger besitzen.

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