“Permaculture around the world” mit Warren Brush.

Warren Brush

Permakultur-Vortrag: “Permaculture around the world” mit Warren Brush am Montag, den 03.06.2013 im makershub (Adresse: Große Bergstraße 160, 22767 Hamburg http://www.makerhub.de/) ab 19:00 bis 22:00, Eintritt 5-10 Euro (nach Selbsteinschätzung).

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Antares und Frank (Transition Hamburg) finden, dass der Permakultur-Designer Warren Brush einer der charismatischen Menschen unserer Zeit ist. Warren ist Permakultur-Lehrer, Mentor und Geschichtenerzähler und wird uns auf eine Reise voller inspirierender Geschichten und hoffnungsvoller Bilder, die euch friedensstiftende Arbeit der weltweiten Permakultur-Bewegung näherbringen wird, die alle Menschen und Gemeinschaften Amerikas, Afrikas, Asiens Australiens und Europas hilft zu einem nachhaltigeren und gleichbereichtigten Leben zu finden.

www.quailsprings.org/warren

Interview mit Warren Brush

http://www.greenfriends-europe.org/index.php/en/m-multimedia-en/m-video-en/m-video-permaculture-en

Presentation at the IPC10 (www.ipcon.org, Amman, Jordan, September 2011) “Permaculture and peacemaking in a thirsty world”
http://www.youtube.com/watch?v=HuwWaSpMn3U

Facebook-Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/129677577224141/

Wiederaufnahme des Verfahrens… Aktivitäten seit Februar.

Werte Leserschaft,

ich bedauere die lange Abstinenz unter der ihr zu leiden hattet. Mir war schon im Dezember bewusst, dass mein Aktivitätspensum das regelmäßige Schreiben schwierig machen würde, aber fast drei Monate nichts von sich hören zu lassen ist schon deftig.

Daher danke ich für das kontinuierliche Interesse von circa 200 Lesern pro Tag und für eure Zuschriften.

Ich war in der Zwischenzeit mit diversen Dingen beschäftigt. Hier ein Bericht über ausgewählte Aktivitäten.

Februar

  • Wintertreffen der Permakultur-Akademie. Besonders über Dragon Dreaming habe ich viel Neues erfahren: hier könnt ihr lesen, was Dragon Dreaming ist. Habe letztes Jahr dazu einen spannenden Einführungskurs bei Ilona Koglin gemacht – gibt jetzt auch diesjahr in HH wieder einen Kurs (29. und 30. Juni; ggf. hier klicken). Auf dem Wintertreffen haben uns das sehr charismatische Mentorenpärchen Katharina Phillip und Simon Neizel von wirundjetzt.de mehr über die spannenden Konzepte der empty-centered organisation und des empored fundraising nahegebracht – ich fand’s genial. Ich danke euch dafür, es war toll! wir-und-jetzt halte ich selbst für eine sehr spannende Initiativen-Variante mit sehr interessanten Erweiterungen zum Transition-Konzept – so habe ich das zumindest verstanden. Guckt euch das mal an. Soweit mir bekannt gibt es auch eine Interessentengruppe in Hamburg – mit denen ich allerdings noch keinen Kontakt aufgenommen habe: wenn einer von euch das liest: meldet euch doch mal bei uns :)

  • Permakultur-Einführungskurs: David Krüger (2. Vorstand der Permakultur-Akademie) und Judith Henning (1. Permakultur-Designerin in Hamburgs) und ich haben gemeinsam unseren ersten Permakultur-Einführungskurs gegeben. Das war eine ganz besondere Erfahrung – auch weil wir zusammen ein frisches und neues Kurskonzept entwickelt haben, das sich mit Sicherheit noch dynamisch entwickeln wird. Ich danke euch zwei für die tolle Zusammenarbeit – wir sind ein tolles Team :)

Für Interessierte – auf Grund eurer vielen netten Anfragen: ja, es wird in nicht allzu ferner Zukunft einen neuen Termin für einen weiteren Kurs dieser Art geben. Er wird allerdings etwas kürzer, dafür aber auch ein ganzes Stück günstiger werden: meldet euch bei Interesse mit eurer E-Mail-Adresse unter Kontakt bei mir, wenn ihr mögt.

März:

  • Warren Brush.

    Im März haben wir Warren Brush, einen international renommierten und in meinen Augen sehr charismatischen Permakultur-Lehrer, Mentor und Geschichtenerzähler für eine Veranstaltung gewinnen können. Ebenso habe ich an der Vorbereitung weiterer Filmvorführungen mitgearbeitet.

  • Die Folie für den Folientunnel ist gekommen und wir haben ihn aufgebaut! Auch haben wir nen Hackklotz für das über den Winter angeschleppte Holz durch das Engagement von Sebi bekommen.

Bilder dazu:

Folientunnel – Beispiel

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Stahlgerüst-Aufbau 1

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Stahlgerüst-Aufbau 2 – mit Builders Team

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Stahlgerüst-Aufbau 3 – mit Builders Team

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Stahlgerüst-Aufbau 4 – mit Builders Team

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Der Hackklotz (350kg) – 1

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Der Hackklotz (350kg) – 2 – mit Rollerteam.

Nen Bild vom fertig verkleideten Folientunnelgerüst kommt noch.

April

  • Schon im März, noch intensiver aber im April habe ich mit Gerald Roemer am Kurskonzept mit dem Arbeitstitel “Lebensstile und Ressourcen” gearbeitet. Just letztes Wochenende war es dann soweit und wir haben in Kooperation mit und im Haus am Schüberg gemeinsam ein Seminar gehalten: Footprint, Co2-Bilanz und neue Lebensstile – Instrumente für den notwendigen Wandel? Es hat sehr gut geklappt. Danke Gerald für deine geniale Vorbereitungsarbeit!

Als nächstes geht es heute Abend zu einer Filmvorführung von “Voices of Transition” im Abaton. Dort werden der Regisseur, Nils Aguilar, Maik (Transition Hamburg und Transition Pinneberg) und ich (als Vertreter von Transition Hamburg) im Anschluß mit dem Publikum diskutieren. Kommt doch ggf. auch vorbei. Es lohnt sich bestimmt!

Weitere Infos zu anderen Veranstaltungen und Events findet ihr hier: Webseite von Transition Hamburg:

Noch ein Hinweis: In Hamburg findet erstmals ein Permakultur-Design-Kurs statt. Mit meinem Permakultur-Design-Kurs hat sich meine Sicht auf die Welt und mein Leben nachhaltig verändert. Ich kann das nur jedem empfehlen. Hier mal eine Kurzbeschreibung und Hinweise für die Anmeldung:

Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität gestalten – 72h Permakultur Designkurs in Hamburg: Der ERSTE Permakultur-Design-Kurs in Hamburg – SEI DABEI! (es sind noch Plätze frei!)

Judith (1. Permakultur-Designerin Hamburgs)

Monika (erfahrene Permakultur-Designerin aus Berlin/Frankreich)

Monika und Judith wollen euch die Permakultur näher bringen und euch zeigen wie sie eure Sicht auf die Welt und euer Leben für immer verändern kann. Ihr wollt mehr als nur ein paar Infos für ein bischen mehr Nachhaltigkeit in eurem Leben? Ihr wollt ökologische, soziale ökonomische und Zusammenhänge der Permakultur genauer verstehen oder selbst aktiv werden? Als Selbstversorger? Oder als Teil einer (urbanen) Gemeinschaft? Oder wollt euch einfach einmal richtig tiefgreifend informieren: in jedem Fall ist dann der erste Permakultur-Design-Kurs (PDK) in Hamburg genau das Richtige für euch. Es wird nicht nur das vollständige PDK-Curriculum gelehrt, sondern Monika und Judith werden mit euch auch praktischen Lehreinheiten auf Hamburger Projekten durchführen und euch so mit einem Grundstock an Erfahrungen versorgen, um auch selbst loslegen zu können. Es lohnt sich!

Anmeldung auf dieser Webseite der Permakultur-Akademie (hier klicken)

Eckdaten.

START: Montag, 01.07.2012 ab 18h in der Kneipe von Werkstatt 3
EXKURSION: Sonnabend, 06.07.2012: Permakultur-Garten in Pinneberg kennenlernen, gemeinsames Essen und Feiern dort.
freier Tag: Sonntag, 07.07.2012
ENDE: Sonnabend, 13.07.2012 um 12h oder nach einem gemeinsamen Mittagessen.

Weitere Infos und Anmeldung dazu: auf dieser Webseite der Permakultur-Akademie (hier klicken)

Interview, Artikel, Buch und Vorlesung von und mit Niko Peach – Gastprofessor für Volkswirtschaftslehre am FB Produktion und Umwelt der Uni Oldenburg.

Niko Peach

Niko Paech auf einer Veranstaltung zur Postwachstumsökonomie (2011); Quelle: Wikipedia, Artikel: Niko Peach.

Liebe Leser,

bevor ich mich selbst wieder mit mehr eigenen Gedanken zu Wort melden werden, möchte ich euch hiermit auf spannende Texte und weitere Ressourcen zu bzw. von Niko Peach hinweisen. Peach ist Volkswirt und seit 2010 Gastprofessor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt („PUM“) an der Uni Oldenburg. Er beschäftigt sich mit Umweltökonomie, Nachhaltigkeitsforschung und ökologischer Ökonomie. Er ist meiner Kenntnis nach einer der wenigen ernstzunehmenden Wachstumskritiker und Postwachstumsökonomen in Deutschland. U.a. vertritt er die – aus meiner Sicht plausible – Behauptung, dass Produktion – auch sog. nachhaltige Produktion – nie umwelt- bzw. ressourcenneutral sein kann – es werden immer Stoffe und Energie umgesetzt. Daher setzt sich Peach – u.a. mit Bezug zu Ideen aus der Glücksforschung für mehr Genügsamkeit und Selbstzufriedenheit ein.

Interview mit und Artikel von Peach.

Dass er nicht nur redet, sondern auch seinen Idealen in seinem realen Leben folgt, könnt ihr gut einem Interview mit ihm nachvollziehen, dass am 25.11.2012 im Tagesspiegel abgedruckt wurde: “Sehe ich etwa aus wie ein Hippie?” (Danke für den Hinweis zu diesem Interview an meinen Permakultur-Mentor Erwin Zachl!). Ein interessanter Text aus Peachs Feder wurde in der September-Ausgabe der Le monde diplomatique im Jahr 2010 (genau: vom 10.09.2010) abgedruckt: “Die Legende vom nachhaltigen Wachstum. Ein Plädoyer für den Verzicht“. Peach hat mich bewogen eigene Lebensstilveränderungen und -experimente durchzuführen. Etwa mein Versuch über ein halbes Jahr mit einem ökologischen Fußabdruck von unter 2,7  (nachhaltiger Fußabdruck) zu leben. Aber dazu gg.f am a.a.O. mehr.

Peachs Buch “Die Befreiung vom Überfluss”.

Wer dann immer noch nicht genug hat, dem sei Peachs Buch Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie empfohlen. Dazu hat Christian von perendie.de zwei gute Rezensionsartikel geschrieben: Befreiung vom Überfluss (1)  und Befreiung vom Überfluss (2).

Aufzeichnung einer Vorlesung von Peach an der Uni Götting (2010)

Wem Lesen zu anstregend ist, kann im nachfolgenden ersten Teil (auf YouTube sind dann die weiteren Teile zu finden) einer Vorlesung Peachs gewinnen, die er 2010 einmal an der Uni Göttingen gehalten hat.

Peach einladen!

Wer Peach live erleben will: man kann ihn einfach anrufen und für eine Veranstaltung einladen. Das haben wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihen des Transition Netzwerk Hamburgs im Jahr April 2011 schon einmal gemacht: Vortrag über Postwachstumsökonomie in der W3. Peach gibt viele spannende Anstöße und eine volle Veranstaltung ist gewiss.

„Mit Permakultur bin ich in Kontakt gekommen, als…”

Liebe Leser,

gegenwärtig habe viel mit der Vorbereitung verschiedener Veranstaltungen zu tun. Daher hier einma ein Text aus dem Kontext meiner noch andauernden Permakultur-Ausbildung, den ich auf meinem etwas stiefmütterlich behandelten Ausbildungsblog permadise.de über meine Motivation für die Permakultur-Ausbildung geschrieben habe. In Kürze gibt es dann auch wieder aktuellere Texte. Viel Spaß damit!

“Anfang 2009 habe ich zusammen mit TJ den Kurs “Lösungsstrategien für globale Krisen” von Thomas Fischbacher besucht, imdem es um die Entstehung und den Zusammenhang der globalen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen bzw. finanziellen Krisen und deren Lösung ging. Mir wurde erstmals klar wie die scheinbar unabhängigen Krisen zusammenhingen und welche Philosophien sie erzeugten. Zu nennen ist hier vor allem Ayn Rands philosophische Theorie des “Objektivismus” (u.a. Atlas Shrugged), die das Streben nach dem Eigennutz als höchtse Tugend preist, die Natur als Feind des Menschen verachtet und das Feuer als Mittel die Natur zu beherrschen – sowie alle Mittel für deren Erzeugung – heiligt. Auf Rands Ideen basiert der heutige Neoliberalismus bzw. Libertarismus. Ich war begeistert von E.F. Schumachers Sicht der menschlichen Wirtschaft (Small Is Beautiful: Economics as if People Mattered) zu erfahren, die den Menschen nicht wie die Randschen Philosophie zu einem trostlosen und einsamen Wesen allein auf der Suche nach immer größerem eigenen Vorteil deklassiert.
Ein weiteres wichtiges Thema war Schellings Konflikttheorie (The Strategy of Conflict) nach der ein Konflikt immer aus den unvereinbar einander zuwiderlaufenden Interessen zweier Parteien entsteht. Eine Theorie, die – unterstützt durch die mathematische Spieltheorie – plausibel klingt, aber fatal nur Sieger und Verlierer – und bestenfalls ein Patt kennt. Schellings Theorie und die daraus abgeleitete Strategien – wie etwa die Brinkmanship-Strategie – hätten die Welt einige Male fast in einen Atomkrieg geführt – ein Beispiel ist die Kubakrise im Oktober 1962.
Auch faszinierend fand ich Festingers Theorie der kognitive Dissonanz (Ich habe recht, auch wenn ich mich irre: Warum wir fragwürdige Überzeugungen, schlechte Entscheidungen und verletzendes Handeln rechtfertigen), nach der jeder Mensch bemüht ist möglichst einander widersprechende Kognitionen so aufzulösen, dass sein eigens Selbstwertgefühl erhalten bleibt – und seien daraus erwachsene Handlung auch unmoralisch. (Beispiel: Kognition 1: “Der Bettler vor mir ist arm”; Kognition 2: “Ich will ihm kein Geld geben”; Auflösung: “Der Bettler ist selbst schuld, dass er so arm ist, weil er bestimmt faul ist”)
Ich erfuhr, dass Ghandi Konflikttheorie einen Kontrapunkt zu Schellings Theorie bildet und nach seiner Auffassung viele Konflikte nicht so bittere unvereinbare Interessenkonflikte sind, sondern oftmals aus den widerseitig unvollständig verstandenen Motivationen und Bedürfnissen der Konfliktparteien erwachsen und daher viel häufiger Win-Win-Lösungen herbeiführbar sind. Ebenso wurde mir klar wie die Meditationpraxis und Ghandis entwickelte Satyagraha-Haltung (“an der Wahrheit festhalten”) – eine Methode bietet, unsere Selbsttäuschung durch selbstgefällige Auflösung kognitiver Dissonanzen auszuhebeln und zu überlisten, um so nicht leichtfertig andere und unsere Werte zu verraten.
Der drittwichtigste Aspekt war für mich das genaue Verständnis des Modells, das Nordhaus – ein renommierten, aber gleichzeitig fatal verirrter Klimaökonom – in seiner vielzitierter Veröffentlichung “Managing the Global Commons: The Economics of Climate Change” verwendet. Aus dem Modell, das seinem Buch zugrundeliegt, folgt, dass durch den Klimawandel keine besondere Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung ausgeht, weil die durch den Klimawandel in Mitleidenschaft gezogene Landwirtschaft nur einen unbedeutend geringen Teil am gesamten, monetär bewerteten Wirtschaftsaufkommen repräsentiert. Daraus folgt seine Empfehlung nur (zu) gering in die Klimawandel-Prävention zu investieren. Auch der STERN-Report leidet an einem ähnlichen blinden Fleck. Diese Sichtweise harmoniert perfekt mit der systematischen Unterschätzung der Auswirkungen des Klimawandels und wirkt in fataler Synergie mit Ayn Rands naturverachtende Sichtweise.
Dass eine auf gärtnerische Tätigkeit und mehr Menschenarbeit (genauer: Gedankenarbeit) ausgerichtetere alternativ Landwirtschaft, die Gründung von Gemeinschaften und die Verwendung regionaler Wirtschaftskreisläufe (und ggf. lokaler Komplementärwährungen) nicht bloß weniger Energie kosten und damit weniger Treibhausgase verursachen würde, sondern so nebenbei noch der Humusboden geschont und bessere und frischere Lebensmittel verfügbar würden und der damit einhergehenden Vermeidung von Massenbetrieben auch noch die Gefahr von Seuchen und die Notwendigkeit des Einsatzes von Antibiotika reduzieren und damit Resistenzbildungen verhindert werden können und nebenbei auch noch menschengemäßere und abwechslungsreichere Lebensentwürfe ermöglicht hat mich sowohl vom gärtnerischen, als auch vom sozialen Dimension der Permakultur vollends überzeugt und dazu geführt, dass ich seitdem – also nun seit 3,5 Jahren – permakulturell und auch im Rahmen der Transition Bewegung aktiv bin, in deren Rahmen ich u.a. eine GardenSharing-Initiative und das Transition Netzwerk Hamburg mitgegründete und mehr als 15 Veranstaltungen organsisiert oder geleitet und zwei Gartenprojekte – davon ein eigenes – mitaufgebaut habe. Allein die wirtschaftliche Dimension der Permakultur überzeugt mich nicht vollends und ist für mich daher Gegenstand meiner privaten Bemühungen die Ideen des Entrepreneurships von Faltin und des Customer Development Process / Business Canvas Modells von Dorf und den Innotavionsideen von Pauli (Blue Economy – dt. Ausgabe) mit permakulturellen Ideen zu verknüpfen. Landwirtschaftliche Business-Konzepte lassen sich ggf. mit Hilfe der Ideen Jeavons (biointensive Landwirtschaft) und Salatin entwickeln.
Besonders faszinieren tut mich an der Permakultur, dass ich Erkenntnisse aus früheren Interessensgebieten nahtlos einbringen konnte – sei es das Denken in Systemen (Erkenntnisse aus der Systemtheorie, z.B. “Die Grenzen des Denkens: Wie wir sie mit System erkennen und überwinden können” von Donella Meadows) oder der Kommunikation (u.a. Transaktionsanalyse) oder über alternative Energien und Chemie. Auch die Eingliederbarkeit meiner gegenwärtigen Interessen fasiziniert mich: sei dies die gewaltlose Kommunikation – die ich als praktische Anwendung der Lehren Ghandis begreife, die Ideen des Customer Development Process / Business Canvas Modell oder das Dragon Dreaming, dass ich als ein sehr menschennahes Projektmanagementmodell verstehe und dass auch gut als Designprozess taugen könnte oder die aus der Permakultur erwachsenden Interessen wie etwa physikalische Geographie, Ökologie und ökologisches Bauen. Diese Ganzheitlichkeit hat die Permakultur mehr und mehr zu meinem Steckenpferd gemacht und hat mich letztlich nun zur Permakultur-Ausbildung gebracht.”

15 weitere Tipps zum Geldsparen

Ich habe vor einiger Zeit schon einmal 20 Tipps zum Geldsparen veröffentlicht. Mir sind über die Zeit noch etwa 15 weitere eingefallen.

  1. Kauft euch nur identische Socken. Es ist einfach egal, ob die Waschmaschine mal eine Socke frisst und es gibt nie das Problem, dass dann eine übrig ist.
  2. Verwendet Linux statt Windows
  3. Lernt einfach Dinge – wie euer Auto selbst zu waschen.
  4. Baut euch etwas von eurem Gemüse an. Lest “How to Grow More Vegetables“. Es ist der knaller, was man auf 10qm alles anbauen kann.
  5. Bezahlt nicht mit Karte. Man verliert so stärker den Bezug zum ausgegeben Geld und es wird so leicht mehr als geplant.
  6. Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit / zum Einkaufen / zu Freunden. Es spart zusätzlich das Fitnesstudio. Wer noch Krafttraining braucht, besorge sich noch ne Kettlebell und lest hier bald, was euch das bringt.
  7. Nehmt euch Essen mit zur Arbeit. Man sport so leicht über 100 Euro im Monat.
  8. Verwendet Coupons. Ich mache das nicht, weil es mir zu anstrengend ist. TJ bekommt aber immer wieder interessanten Sachen dafür (günstiger).
  9. Checkt einmal im Jahr eure regelmäßige Ausgaben und recherchiert ggf. billigere Anbieter (Telefon, Handy, Versicherung, Internetprovider, Bankkonto …). Tragt Kündigungstermine und Erinnerung 3 Wochen vorher in eure Kalender ein. Weitere Anregungen hier: Finanziell Ausmisten.
  10. Packt Restessen immer gleich in den Kühlschrank – ggf. ins Eisfach. In Deutschland werden pro Person im Jahr circa Lebensmittel im Wert von 400 Euro weggeworfen.
  11. Wenn ihr überhaupt eins braucht: kauft kein neues Auto! Der Wertverlust ist gerade am Anfang besonders hoch.
  12. Lest Nachrichten online. Es gibt wirklich keine Grund Zeitschriften aus Papier zu lesen. Es gehen dabei nur Bäume drauf.
  13. Kauft weniger Fleisch.
  14. Kauft günstigen Wein (aber dann ruhig Bio). Es gibt ausreichend Studien die zeigen, dass selbst Experten edlen nicht zuverlässig von hochwertigem Wein unterscheiden können!
  15. Kauft euch ein ordentliches Rasiermesser und haltet es trocken und sauber. Das ist nicht nur männlicher, sondern hält auch ewig.

WordPress Artikel automatisch auf einer Facebook Seite veröffentlichen.

Ihr habt auch einen WordPress Blog und einen Facebook Account? Dann könnt ihr die geschrieben WordPress Blog-Artikel automatisch auf einer Facebook Seite veröffentlichen, um auch dort Lesen zur gewinnen! Dazu gibt mehrere (z.T. kostenpflichtige und z.T. kostenfreie). Lösungen  Ich beschreibe die kostenfreie Methode , die ich gewählt habe.

Zunächst eine Facebook Seite erstellen.

  1. Im Suchfeld “Create Page” eingeben und mit “Enter” bestätigen.
  2. Seiten-Kategorie auswählen (für Webseiten/Blogs kann man z.B. die “Brand or Product” wählen).
  3. Kategorie auswqählen, Facebooks Kondition akzeptieren und mit “Get Started” bestätigen.
  4. Eigentlich war es das schon. Es ist aber schöner, man hat ein Bild oder ein Symbol für die Fan-Seite. (Ich habe dazu prosaisch mit Inkscape den Titel meines Blogs, “Genug haben”, in zwei Blautönen auf grau-blauen Hintergrund geschrieben, als .png mit dem Maßen 180 x 115 exportiert und dann als Profilbild hochgeladen.)
  5. Man kann (und sollte) noch einige Einstellungen machen: Seitenname, Seitebeschreibung, eventuell Altersberschränkung usw. usf.

Wie kommen nun meine neuen WordPress-Postings auf mein Facebook-Seite?
Dazu muss ein Plugin installiert werden: z.B. das kostenfreie Plugin “NetworkedBlogs”.

  1. Im Suchfeld “NetworkedBlogs” eingeben (oder über Apps raussuchen), auswählen und den Anweisungen folgen.
  2. Man muss fünf Blogs denen man folgt wählen – wenn Sie keine Idee haben, was Sie lesen wollen: einfach erst mal etwas auswählen, damit die Installation erfolgreich verläuft – man kann die Auswahl später noch anpassen.
  3. Ist das erledigt klickt man auf die Schaltfläche “Register a Blog.
  4. Man gibt nun Blognamen, Webadresse (URL), drei Stichwörter (damit können andere Ihren Blog dann später suchen – die Stichworte können auch später noch geändert werden) ein, wählt die Sprache der Artikel gibt eine Beschreibung ein.
  5. Nun muss man sich als Author des Blogs authentifizieren. Dazu gibt es zwei Optionen möglich: durch Freunde bestätigen oder per Widget authentifizieren lassen. Ich es per Widget gemacht. Das geht aber schneller, ist aber etwas technisch aber keine Panik ich erkläre wie es geht!
  6. Man wählt also “Use widget to verify ownership (instant, but some technical skills required)”.
  7. Auf der folgenden Seite wählt man “Install Badge” aus.
  8. Es öffentnet sich nun ein Fenster mit Code. Den kann man, muss man aber nicht verstehen, kopieren reicht :) .
  9. Nun meldet man sich in seinem WordPress-Blog an.
  10. In der Rubrik “Design” öffnet man den Bereich “Widget”.
  11. Man wählt das Widget “Text” aus und zieht es per Drag and Drop in den “Erster Widgetbereich”.
  12. Man klickt im Reiter für das neue Widget “Text” dann auf “Bearbeiten” und sucht einen Titel aus (z.B. “MeinBlog in NetworkedBlogs” und kopiert den Widget-Code in das Textfeld und klickt auf “Widget speichern”.
  13. Nun wechselt man nun zurück auf die Seite, in der man den Code für das Widget kopiert hat und klickt auf “Verify Widget”.
  14. Als nächstes öffnet man wieder die installierte “NetworkedBlog-App” auf Facebook und klickt auf “Syndication”.
  15. Man gewähre “NetworkedBlogs” die angefragten Rechte (auf “Grant Permissions” klicken).
  16. Nun kann man den eigenen Blog aus dem Drop-Down-Menü mit dem Namen “New Posts from:” wählen und unter “Will be automatically published to:” auswählen, wo neue Posts des Blogs veröffentlich werden soll: hier wählt man nun die erstellte Facebook-Seite (“Fan Page”) aus.
  17. Man kann den Erolg durch die Veröffentlichung eines Testposts überprüfen!
  18. Wenn Sie nun neue Artikel in ihrem WordPress-Blog veröffentlichen, werden Sie automatisch auch auf Ihrer Facebook Seite angezeigt. Auf die Seite können Sie nun Bekannte und andere Facebook nutzer aufmerksam machen.

Viel Spaß und Erfolg beim Bloggen!

Quelle:

  • http://www.networkedblogs.com/
  • http://www.wordpresstutorials.de/2011/03/17/wordpress-artikel-automatisch-auf-facebook-posten/

Die Robinsonwirtschaft.

Robinson Crusoe und Freitag auf einem Gemälde von Carl Offterdinger (1829-89)

Robinson Crusoe und Freitag auf einem Gemälde von Carl Offterdinger (1829-89) (Quelle: Wikipedia; Artikel: Robinson Crusoe)

Um Grundlagen der Wirtschaft in Einführungsveranstaltungen an Universitäten verständlich zu machen wird häufig das Beispiel von Robinson Crusoe herangezogen, der einst auf einer tropischen Insel strandete. Anhand dieses Beispiel wird illustriert, dass die ökonomischen Prinzipien sogar dann noch gelten, wenn es nur um eine einzelne Person geht. Diese Prinzipien sind so fundamental, dass sie jeder kennen sollte.

Weiterlesen

Muster eines guten Tages im Jahr 2012.

Ich schreibe gelegentlich auf wie so ein TagesabIauf bei mir aussieht. Ich tue das vor allem nach guten Tagen als Affirmation. Funktioniert soweit. Außerdem finde ich es interessant die Veränderungen über die Zeit zu beobachten. Hier ein gute Beispieltag vom Oktober 2012.

  • 07:00 aufwachen
  • 07:05 2 x 3min oder einmal 5min Entspannungsübung / Kurzsmedition (Schneidersitz. halber Lotus oder auf gemühtlich auf einem Stuhl die Hände auf den Oberschenkeln. Ich atme in den Bauch und konzentriere mich auf meine Atmung und Körperempfindungen – ich bin den ganzen Tag über etwas frischer als ohne die Übung. Sehr empfehlenswert)
  • 07:12 Frühstück machen (meist 3 Eier, Spinat und Bohnen + Kanne grünen oder schwarzen Tee oder einen großen Espresso aus einem Edelstahlkocher); war ich abends zu faul, mache ich auch noch eine Portion für das Mittagessen, wenn ich nicht plane es auszulassen.
  • 07:15 Während ich Frühstück mache beginne ich mit Liegestützen (mache gerade die 100 Liegestütze Challenge – dazu verwende ich die App 100 Push-ups. (Ja, ich besitze ein teueres Smartphone – und nein es ist nicht Second Hand. Das ist eine wenigen teueren Schwächen, die ich mir als Computer-affiner Mensch gönne)). Alternativ mache ich auch Kniebeugen und Trizepsübungen.
  • 07:25 Frühstücken (mit Glück zusammen mit TJ, ist aber eher selten, da sie früher raus muss als ich und ich nicht gut in der Lage bin früher aufzustehen).
  • 07:45 Ich lege Arbeitsunterlagen samt 2-3 Bücher in meinen Rucksack – ich weiß immer erst in der Bahn, was ich wirklich lesen möchte. Außerdem lese ich auf der Rückfahrt meist gerne etwas anders.
  • 07:55 Ich verlasse das Haus. Und fahre mit dem Fahrrad zum Bahnhof.
  • 08:18 Ich fahre mit dem Regionalexpress oder mit der S-Bahn in die Stadt. Die S-Bahn braucht zwar länger, aber da kann ich dann eben auch etwas länger lesen.
  • 08:45-17:15 Arbeiten. Meine Arbeit besteht größtenteils aus Gesprächen, Emails, Office-Dokumenten und Programmieren und wird von einer Mittagspause unterbrochen, zu der ich mir meist etwas Selbstgekochtes mitnehme oder nichts esse.
  • 17:30 Feierabend! Falls eine Veranstaltung ist, fahre ich vorher zu Hermann oder treffe mich mit Jan zum Max-Kraft Training oder fahre zum Kung Fu. bzw. direkt zum Veranstaltungsort, wenn der Termin früh beginnt. Meist bleibe ich dann bis spät in der Stadt, sodass ich TJ nur noch schlafend antreffe; (leider trainiere ich aktuell nur 1-2x die Woche)
  • 17:32 Regionalexpress nach hause: Ich lese etwas, wenn ich nicht müde bin, alternativ höre ich gelegentlich ein Hörbuch: aktuell etwas über gewaltfreie Kommunikation (Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. 4 CDs). Dauerbrenner ist auch immer wieder ein Teil des PDC von Mollison aus dem Jahr 1981.
  • 18:00 Zuhause.
  • 18:30 Ich muss, wenn ich nachhause komme meist sofort etwas essen: das sind aktuell entweder Biofleisch mit Linsen/Bohnen und Gemüse oder ein Seitan-Gemüse-Eintopf oder eine Suppe – die Ernte aus dem Garten liefert aktuell Fenchel, Kürbis, Salat, Tomaten und seeeehr viel Kohl. Seit vielen Jahren mache ich Diätexperimente – aktuell mache ich Low-Carb Variante – daher keine Kartoffeln – das passt gut, da wir aktuell auch keine ernten. Geerntetes Obst verarbeiten TJ und ich: Äpfel (ich: Muß, Applewoi und eingelegt) und Plaumen (TJ: u.a. mit Rotwein einkochen – macht Supermitbringsel und schmeckt seeeehr lecker – nur für mich aktuell nicht wegen low carb)
  • 19:00 Da ich schon seit einiger Zeit kein Fernsehen mehr gucke und auch auf die tägliche Dosis “Was alles in der Welt schlechter geworden ist”-Fernsehen/Webblogs verzichte widme ich mich gleich einer gehaltvolleren Lektüre: aktuell lese ich im Wechsel: Marc Aurels “Selbstbetrachtungen”,  “People & Permaculture” von Looby MacNamara und Tim Ferris “Die 4-Stunden-Woche”. Marc Aurel gefällt mir am besten. Ich genieße es mich in die Vergangenheit zu versetzen und dennoch Dinge zu lesen, die mir für mein heutiges Leben noch immer viel sagen.
  • 20:30 Etwa alle 2-3 Tage schreibe ich 1-3 Blog-Artikel, die auf diesem oder anderen Blogs erscheinen. Häufig fabriziere ich auch nur Entwürfe. Alternativ schreibe ich aktuell an einem Kursprogramm. Es dauert länger als ich dachte, macht aber auch mehr Spaß als ich erwartet habe. Ich erledige private Email-Konversationen.
  • 22:00 Ich versuche TJ davon zu überzeugen, dass man besser vormittags früh arbeiten kann als noch bis spät in die Nacht zu wirken. Manchmal läuft diese Konversation auch genau umgekehrt und sie bemüht mich vom selben Zusammenhang zu überzeugen. Wir haben ähnlich dicke Schädel, sind jedoch beide meist vor 0:00 im Bett.
  • 0:00 Schlafen.

An freien Tagen: lese ich noch mehr. Gelegentlich verfalle ich auch wieder meiner “Wie viel schlechter die Welt geworden ist”-Informationssucht und blättere z.B. durch fefes-Blog.
Ich nehme mir mehr Zeit für Kursunterlagen oder tue etwas für Transition Hamburg oder bin im Garten – auch mit anderen – bzw. mit TJ unterwegs um Verschenktes oder Getauschtes abzuholen. Aktuell nimmt die Ernte und deren Verarbeitung viel Zeit in Anspruch.

Müll oder Ressource?

Das Buch Permaculture Principles and Pathways Beyond Sustainability von Permakultur-Miterfinder David Holmgren entspinnt sich entlang von 12 ausgewählten Prinzipien, die den Permakultur-Designer – aber auch alle anderen Menschen – bei seiner Arbeit bzw. in ihrem Leben leiten können:

Das 6. Prinzip lautet: Produziere keinen Müll 

Siehe für Symbol, Mottos und Erklärungen auf Englisch auch unter permacultureprinciples.com.

Das Symbol des Prinzips ist der Regenwurm, der aus totem pflanzlichen Material (“Biomüll“) die wichtigste Ressource der Welt herstellt: Humusboden, der die Nahrung für alle Pflanzen darstellt. Diese Pflanzen wiederum sind die Grundlage für Überleben aller anderen Lebenwesen – uns inklusive. Das Symbol verdeutlich, dass viele (die meisten?) Abfälle im rechten Licht betrachtet als Ressourcen aufgefasst werden können.

Freilich gibt es Unterschiede:

  • Kategorie 1 Abfälle sind im rechten Licht betrachtet keine Abfälle, sondern können bei richtiger Anwendung sogar eine wertvolle Ressource sein: wie etwa Biomüll.
  • Kategorie 2 Abfälle sind störend und unter bestimmten Umständen gefährlich: wie z.B. Plastikabfälle.
  • Kategorie 3 Abfälle sind am schlimmsten. Unter Kategorie 3 Abfälle fallen Substanzen, die die Qualität aller anderen Ressourcen verschlechtern können: zu ihnen gehören Dioxin oder Plutonium.

Ein Motto des 6. Prinzips: Produziere keinen Müll lautet auf Englisch ‘A stitch in time saves nine‘ und bedeutet übersetzt soviel wie: “Ein Griff zur rechten Zeit spart viel Müh und Leid.” Das Motte spielt darauf an, dass bei adäquater Behandlung und Vorsicht Müll gar nicht oder zumindest erst später entstehen muss bzw. kann. Wer also pfleglich mit z.B. Kleidung und Schuhen oder aber auch seinem PC umgeht, der muss sie/ihn erst später ersetzen. Eine weitere Übersetzung des Englischen Motto könnte daher auch: “Vorsicht ist besser als Nachsicht” lauten.

Wir Menschen haben es als einzige Spezies auf der Welt geschafft die diversten  Stoffkreisläufe, in denen natürlich weder Müll entstehen noch aufwändige Vorprodukte benötigt bzw. von fern hertransportiert werden müssen künstlich in nicht-nachhaltige Einweg-Prozesse zu “organisieren”: mit Unmengen an Müll als Ergebnis

Das geht soweit, dass wir sogar an vielen Stellen Dinge als Müll bezeichnen und behandeln, die im Grunde keine Müll sind. Dies geschieht oft im Namen der vermeintlich immer so effizienten Arbeitsteilung. Häufig werden Kategorie 1 Abfällen als Müll aufwändig entsorgt/abtransportiert, obwohl wir sie genauso gut auch (gleich selbst) hätten als Ressource nutzen können.

Praktisch gilt das z.B. für (Pferde-)Mist auf (Pferde-)Höfen, der aufwändig abtransportiert werden muss – wenn nicht ein Bauer oder ein Gärtner (wie wir auch von Permakultur in Pinneberg) letztes Wochenende etwa davon wenigstens einen kleinen Teil nutzen – und das nicht allzuweit entfernt…

Letzten Sonnabend, haben wir Pferdemist von einem etwa 300m entfernten Pferdehof auf unsere Grunstück gebacht:

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Ausgeladener Pferdemist im Permapi-Garten im Winter 2013. Mist kommt von einem Pferdehof etwa 300m vom Garten entfernt.

Danach haben wir den Hänger dann in der Nähe eines Schweinstalls aufgestellt.

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Hänger auf dem Grundstück eines Schweinezüchters aus der Nachbarschaft des Permapi-Gartens.

Nach Besuch der Schweine…

schweine

Schweine nahe dem Permapi-Garten im Stall.

… eröffnete uns ihr Besitzer wir könnten den Hänger in ein paar Tagen voll mit Schweinemist wieder abholen und das ganze ruhig 2-3 mal machen. So sollten wir dann alles an Dünger für den Garten bekommen, was wir brauchen – umsonst und aus der Nähe – also ohne hohen Energieaufwand.

Ein Vorteil des Schweindünger ist, dass er im Gegensatz zum Pferdemist keinen Hafern enthält, den man im Falle des Pferdemists erst durch heißkompostieren zerstören müsste, sofern man nicht einzelne Haferhalme überall im Gemüsebeet haben möchte (die Hafer- wie auch andere Gräsersaat wird beim heißkompostieren zerstört – man muss es aber richtig machen, um mehr als 50 Grad Celsius zu erreichen!).

Tage vorher habe ich einen weiteren jahreszeittypischen “Abfall” als Ressource eingesammelt:

baummuell

Entsorgte Weihnachtsbäume.

Weihnachtsbäume! Mit der Axt bearbeitet passen bis zu fünf mittlere Bäume (Fichte und Nordmanntanne – circa 30kg Holz) in einen Corsa:

baumtransport

Weihnachtsbaumtransport im Raumwunder Opel Corsa.

Insgesamt 18 Bäume habe ich aus einem Radius von circa 3km um den Garten herangekarrt:

weihnachtsbäume_permapi_klein

Ein Teil der Weihnachtsbaum-Ernte.

Größere Stämme werde ich im Ofen verfeuer. Äste bewahren wir für ein Osterfeuer auf.

Energetische und finanzielle Betrachtung:

Ich bin insgesamt circa 10 km gefahren und habe etwas weniger als einen Liter Bezin verfahren. Sagen wir ich hätte einen Liter gebraucht. Ein Liter Benzin wiegt 0,75 kg. Ein kg Bezin hat einen Heizwert von circa 12 kWh.

Das Holz hat einen Heizwert von circa 4 kWh pro kg. Bei 90kg Holz sind das dann also 360 kWh.

Ich habe also gut das 27-fache an Energie gewonnen. Selbst wenn ich noch Autoabnutzung etc. miteinbeziehe bin ich mind. beim 15-fachen.

Kosten tut mich der Liter Bezin 1,5 Euro. Der Heizwert von 45kg (der Anteil, der in den Ofen kommt) beträgt 180 kWh. Eine kWh Wärme kostet 10ct bei uns. Also habe ich auch hier ein gute Plus gemacht (18 Euro – 1,5 Euro = 16,5 Euro)

Bliebe die Bewertung der Arbeitszeit: ich habe weniger als eine Stunde gebaucht und habe praktisch 16,50 Euro verdient.  Aber soll man sich für ein gutes Workout an der Luft mit der Axt wirklich berechnen? Ich tue das nicht.

Was ist und was soll diese “Gewaltfreie Kommunikation” eigentlich?

Die Giraffe ist das Symboltier für die Gewaltfreie Kommunikation.

Die Giraffe ist das Symboltier für die Gewaltfreie Kommunikation. Quelle: Wikipedia; Artikel: Gewaltfreie Kommunikation.

Als ich die Bezeichung “Gewaltfreie Kommunikation” (GfK) das erste mal gehört habe, war ich recht skeptisch. Aufgrund laienhaften Interesses bin ich ein wenig mit den Konzepten der Transaktionsanalyse, der klientenzentrierten Psychotherapie oder dem Kommunikationsmodell von Schulz von Thun vertraut. Diese Konzepte selbst erschienen mir bereits für die Praxis vereinfachte Anlehnungen an psychotherapeutische Konzepte (wie etwa der Psychanalyse o.ä.) zu sein.

Nicht, dass man mit all den benannten Konzepte nicht letztlich auch das friedvolle menschliche Miteinander im Sinn hat, aber trotzdem erschien mir die GfK zunächst als weichgespült und  esoterisch. Aber ich sollte mich irren.

Ich bekam eine Audioversion des Buches Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens des Begründers Marshall B. Rosenberg geschenkt und der Groschen fiel bereits, als Rosenberg erklärte, dass der Zusatz “gewaltfreie” im Sinne Mohandas Karamchand Ghandis Konzept der Gewaltlosigkeit zu verstehen ist. Rosenberg erläuterte, dass die GfK im Grunde besser als empathische Kommunikation bezeichnet werden solle. Später lernte ich noch, dass die GfK in der Tat auf der klientenzentrierten Psychotherapie aufbaut, sie diese aber eben um Ideen M. K. Ghandis erweitert. Das ist insbesondere bedeutsam, da – obgleich viele Friedensnobelpreisträger sich auf Gandhi beziehen – Ghandis Strategien zur Konfliktlösung ganz im Gegensatz zu den konfrontativen Konflikttheorien (z.B. die Schellings) kaum Beachtung im Diskurs der Konfliktforschung finden.

Ghandis Konfliktverständnis

Ghandi versteht Konflikte mehr als das Ergebnis des gegenseitigen Missverstehens der gegenseitigen Bedürfnisse und weniger als eine tatsächliche unverrückbare Differenz zweier Parteien. So meint dann auch Rosenberg, dass es viel mehr darum gehen könnte, die eigenen wie die fremden Bedürfnisse zu erkennen, die zu bestimmten Gefühlen führen und damit zu Angriff oder Rückzug in der Kommunikation führen könnten, um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen bzw. sie erfolgreich – d.h. im Sinne aller Beteiligter – zu lösen.

Lebensentfremdende vs. empathische Kommunikation

Ein zentrale Rolle in der GfK spielt die Empathie (=Mitgefühl). Rosenberg geht davon aus, dass die Form, in der wir  miteinander kommunizieren einen entscheidenden Einfluß darauf hat, ob wir Empathie für unseren Gesprächspartner entwickeln oder nicht und das davon abhängt wie erfolgreich wir im Gespräch aufeinander eingehen können und somit unser aller Leben gegenseitig bereichern können oder nicht.

Rosenberg unterscheidet hierbei zwei Formen der Kommunikation:

  • die lebensentfremdende Kommunikation (“Wolfskommunikation” n. Rosenberg)
  • die empathische Kommunikation (“Giraffenkommunikation” n. Rosenberg)

Lebensentfremde Kommunikation erwächst (1) aus der Bewertung bzw. Verurteilung des Gegenübers, (2) der Verleugnung der eigenen Verantwortung für eigene Gefühle und Bedürfnisse sowie (3) dem Aussprechen von Forderungen anstelle von Bitten.

Ein Grundmodell der GfK: Beobachten, Fühlen, Bedürfnis und Bitten.

Die Konzepte der GfK soll empathische Kommunikation ermöglichen helfen. Was mit der GfK möglich ist bringt Rosenbergs Zitat auf den Punkt:

Stell dir vor, es ist Streit und keiner verliert. … Geht das? Die eigenen Interessen durchsetzen, ohne andere zu verletzen? Die eigenen Bedürfnisse befriedigen, ohne andere zu schädigen? Grenzen setzen, ohne Gewalt anzuwenden? Immer mehr Menschen glauben, dass das möglich ist, und trainieren deshalb »Gewaltfreie Kommunikation« (GfK).” Marshall B. Rosenberg.

Um dieses Ziel zu erreichen bietet uns die GfK (u.a.) einen vierteiligen praktischen Prozess an. Dieser besteht aus den  Phasen: Beobachten, Fühlen, Bedürfnis und Bitten.

  1.  Beobachten: Was beobachte ich genau jetzt? (*) Was sehe oder höre ich?
    • Wichtig ist es hier Beobachtung und Bewertung strikt trennen zu lernen. “X hat etwas mich beleidigt.” ist eine Bewertung.
    • Wenn ich Bewertungen habe, dann beobachte ich eben meine eigene Bewertung. “Als ich das und das von X gehört haben, kam mir der Gedanke “das kränkt mich”. Das ist eine Beobachtung.
  2. Fühlen. Was fühle ich genau jetzt? (*)
    • Wichtig ist es zu lernen, was genau eigentlich Gefühle sind. Ein Gefühl ist etwas, dass aus mir allein kommt.
    • “Ich fühle mich ausgenutzt.” etwa ist keine Gefühlsäußerung. “ausgenutzt fühlen” ist eine als Gefühl getarnte Bewertung (“ausgenutzt sein”) – also eine Form lebensentfremdender Kommunikation.
    • Ein Gefühl ist z.B. Trauer, Angst oder Wut.
  3. Bedürfnis. Welches meiner Bedürfnisse ist jetzt unerfüllt?
    • Das Gefühl, dass ich gegenwärtig verspüre ergibt sich aus den Bedürfnissen, die gegenwärtig erfüllt bzw. unerfüllt sind.
    • Wenn ich festgestellt habe, was genau ich fühle, ist der nächste Schritt also festzustellen, welches unerfüllten Bedürfnisse zu meinen aktuellen Gefühl führt.
    • Bedürfnisse sind allgemeine Qualitäten wie Nähe, Verständnis oder Sicherheit, die wir vermutlich mit allen Menschen gemein haben.
    • Die gefühlsauslösenden Bedürfnisse zu erkennen ist wichtig, um die Selbstverantwortung zu erkennen und um eine Lösung möglicherweise unter in jedem Fall freiwilliger Beteiligung anderern zu finden.
  4. Bitten. Was brauche ich jetzt?
    • Habe ich erkannt, welches meiner Bedürfnisse gegenwärtig unerfüllt ist, so kann ich mich selbst oder aber andere um Dinge bitten. Was könnte ich selbst oder was könnte jemand anders tun, damit ich bekomme, was ich brauche, um mein Bedürfnis zu erfüllen und mich so wieder gut zu fühlen?
    • Die Form der Bitte ist wichtig. Fordern wir, driften wir in die lebensentfremdende Kommunikation ab.

Eine Anwendung des Grundmodells findet ihr u.a. hier auf Wikipedia.

Die GfK – wie wahrscheinlich fast alle Kommunikation – macht situativ (wenn sie sich also auf den gegenwärtigen Augenblick bezieht) am meisten Sinn. Die objektive Kommunikation über vergangene Situationen ist insgesamt schwierig zu betrachten, da unsere Erinnerungen eigentlich immer subjektiv und damit ungenau und somit selten deckungsgleich mit denen des Gegenübers sind, weil sie stark im eigenen Sinne verfärbt sind (bzw. sein können) – und so leicht zu Bewertungen zu unseren Gunsten führen können – z.B. aus Gründen, die ich hier beschrieben habe. D.h. aber nicht, dass man nicht auch über Vergangenes sprechen kann: wir können unsere gegenwärtigen Wahrnehmungen unserer Erinnerungen in uns als Beobachtung auffassen.

Die gewaltfreie oder einfühlsame Kommunikation von Marshall B. Rosenberg bietet u.a. mit dem beschrieben Prozess eine Methode an, mit dem wir in Konflikten unsere gegenseitigen Gedanken nicht als Interpretationen und Urteile abtun, sondern als Beobachtungen fassen und die Situationen mit dem Gegenüber partnerschaftlich durch einen empathischen Prozess gemeinsam durchgehen und prüfen können und damit Gefühlsblockaden lösen oder gar nicht erst aufkommen lassen können.

Übertragung auf gesellschaftliche Konflikte

Ich habe in meiner Kritik “Kampagnen und Konflikte” einige Thesen aus Andreas Graf von Bernstorffs “Einführung in das Campaigning” kritisiert über die ich bei Ilona von fuereinebesserewelt.info in ihrem Artikel “Chinesische Taktiken für geschickte Campaigner” gelesen habe. Am wichtigsten war für mich das zugrundeliegende Konfliktmodell. Geht es z.B. in einem Kindergartenstreit um ein Spielzeug wirklich um ein Spielzeug? Wie sieht es mit Erwachsenenkonflikten aus? Was wenn die meisten – oder gar alle – Konflikte sich nicht anhand eines so klaren Interessenkonfliktes entfalten, sondern sich durch ein gegenseitiges Mißverständnis von Beobachtungen, Gefühlen, Bedürfnissen als Interpretationen, Verurteilungen und Forderungen ergeben?

Ghandis Leben und auch Rosenbergs praktische Erfahrungen sprechen dafür. Rosenberg, arbeitet Jahrzehnte erfolgreich als Mediator in vielen Krisenregionen – mit Kindern und Erwachsenen, Schülern und Lehrern, Polizisten und Gangstern.

GfK-Trainer, Ausbildung, Kurse.

Über die Jahre hat Rosenberg viele Menschen in GfK ausgebildet – und es gibt heute viele GfK-Trainer, bei denen wir GfK lernen können. Einer davon ist Markus Asano, bei dem ich im letzten Jahr einen Kurs zur Selbstkommunikation (Das Leben in die Hand nehmen) gemacht habe. Dort habe ich gelernt, dass der o.g. Prozess zwar ein sehr zentrales Element der GfK ist, aber lange nicht das einzige Element. Ich kann jedem empfehlen zumindest einmal einen Einführungskurs zu besuchen, um festzustellen, was damit anzufangen ist.

Für den Januar des Jahres 2013 konnten wir Markus Asano gewinnen im Rahmen der Reihe “live local love local 2013″ eine eintägige Enführungsveranstaltung zu halten. Die Anmeldung ist hier möglich: http://tthamburg.wordpress.com/l4/gfk-einfuehrungsseminar2013-01/

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