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Investieren auf dem P2P-Lending-Marktplatz von Mintos

mintos-logo-250x250Seit einiger Zeit lege ich Geld über verschiedene P2P-Lending-Anbieter an. Das Prinzip ist einfach: Einzelpersonen und Unternehmen, die Geld brauchen werde mit Einzelpersonen und Unternehmen zusammengebracht, die Geld verleihen möchten. Seit es die ersten P2P-Plattformen gibt, hat sich der Markt entwickelt und es gibt schon längst nicht nur noch Plattformen, die Privatpersonen untereinander für z.B. Konsumkredite vernetzten. Man kann via P2P-Plattformen heute auch in Immobilien-, PKW- oder verschiedene Aspekte der Unternehmensfinanzierung (z.B. Factoring) investieren. Meiner Meinung nach ist das Feld dadurch erheblich interessanter geworden.

Ich möchte in diesem Artikel speziell etwas auf Mintos eingehen. Es handelt sich dabei – wie bei vielen P2P-Anbieten – um ein lettische Firma. Anders als die meisten Plattformen, die selbst die Vermittlung von Kreditprojekten übernehmen funktioniert Mintos anders. Mintos hat Verträge mit verschiedenen sog. Anbahnern. Das sind Untenehmen, die Kredite für z.B. Immobilien, PKWs oder Rechnungsfinanzieung in Unternehmen in Estland, Lettland, Litauen, Georgien, Tschechische Republik und Polen vergeben. Einer diese Anbahner ist z.B. das estische Unternehmen Mogo, dass PKWs finanziert. Mogo bietet diese PKW-Kredite dann über Mintos an, so dass man dann als investierende Privatperson oder Firma Anteile an PKW-Darlehen erwerben und entsprechend dieser Anteile Zinsen erhalten kann. Eine typische Rendite liegt zwischen 5-15%. Mintos liefert dazu Statistiken. Interessant an Mintos ist, dass

  • man sehen kann in wen und was man genau jeweils investiert, z.B. Hinterlegen Unternehmen ihre aktuellen Leistungsdaten und auch den Zweck für den Kredit
  • man beim Investieren recht genau einstellen kann, welche Risikofaktoren einem wichtig sind (Loan-to-Value, Bonität, Besicherung)
  • und, was ich am spannendsten finde: man kann in verschiedene Bereichen der Unternehmensfinanzierung investieren, was viele andere Plattformen nicht ermöglichen.

Wer nicht Geld in z.B. persönliche Kredite oder Immobilienfinanzierung investieren möchte, aber die Rechnungsfinanzierung von Unternehmen interessant findet, ist bei Mintos richtig. Wen lange Anlagezeiträume schrecken: es gibt auch viele Kredite mit nur recht kurzer Laufzeiten von 1-12 Monaten. Man hat also sein eingesetztes Kapital relativ schnell zurück. Wem das im Einzelfall immer noch nicht schnell genug ist, kann angelegtes Geld durch Liquidierung der Kreditanteile am Zeitmarkt – notfalls mit etwas Abschlag – noch schneller zurückerhalten. Aber dazu später mehr.

Besicherung

Manche der Anbahner bieten Rückkaufgarantien: d.h., dass wen ein Kreditnehmer zahlungsunfähig wird, kauft der Anbahner den Kredit zurück. Das gilt z.B. für die meisten PKW-Kredite von Mogo. Selbstredend ist die Rendite für diese dann meist etwas niedriger.

Auto-Invest-Funktion.

Wie bei den meisten Portalen bietet Mintos die Möglichkeit an die Kreditprojekte einzeln unter die Lupe zu nehmen und manuell und benutzerdefinierte Beträge zu investieren. Man kann aber auch mit Hilfe der Auto-Invest-Funktion Portfolios definieren. Man kann wählen in welche Kredittypen (Immobilien, Privat, PKW, Geschäftskredit, Rechnungsfinanzierung), welche Länder, welche Anbahner, zu welcher Zinsrate man investieren will und wie viel Kapital pro Kredit eingesetzt werden soll und, ob erzielte Erträge direkt automatisch re-investieren werden sollen usw. Um durch Diversifikation mehr Sicherheit zu erreichen, empfiehlt es sich maximal 1% des Gesamtsumme in ein Kreditprojekt zu investieren: das bedeutet für z.B. eine Anlage von 1.000 EUR, dass man dem Portfolio-Builder mitteilt maximal 10 EUR pro Kreditprojekte zu investieren. Der Auto-Investor wählt entsprechend euren Einstellungen Kreditprojekt aus und investiert, sodass man nicht 100 oder mehr Kreditprojekte manuell finden muss. Man kann parallel mehrere solche Portfolio-Builder betreiben, um verschiedene Strategien zu testen. Ebenso kann man immer parallel noch weitere Einzelinvestitionen manuell ausführen.

Zweitmarkt

Auch interessant ist der Zweitmarkt. Hier kann man seine Darlehensanteile entweder verkaufen oder Teile bereits laufender Darlehen von anderen Investoren abkaufen. Je nachdem, ob die Kredite möglicherweise in Verzug sind, kann man Kreditanteile hier mit Abschlag erwerben. Anders herum kann man Kredite, die bereits seit vielen Monaten regelmäßig zahlen mit einem Aufschlag verkaufen. Mancher Anleger kann so eine deutliche Aufbesserung seiner Rendite erreichen. Anders herum kann man sein angelegtes Geld so auch aus länger laufenden Krediten – zwar möglicherweise mit Abschlag, besonders, wenn es schnell gehen soll – wieder liquidieren.

Risiken

Den interessanten Renditen stehen selbstverständlich auch Risiken gegenüber. Z.B. haben Kredite, die nicht besichert sind, natürlich ein Ausfallrisiko. Andererseits sind besicherte Kredite auch nur solange sicher wie der Besicherer sicher ist. D.h. wenn z.B. der Anbahner für PKW-Kredite, Mogo, der viele seiner Kredite besichert (was bedeutet, dass er ausfallende Kredite nach 30 Tagen zurückkauf) selbst in Geldprobleme geraten sollte, könnte er z.B. die Garantien möglicherweise nicht einhalten. Investieren ohne Risiko ist eine Illusion. Mintos als Plattform trägt durch die Besicherung durch Anbahner selbst ein relativ niedrigeres Risiko, als Plattformen, die die Besicherung selbst anbieten, denn es ist unwahrscheinlich, dass mehrere oder alle Anbahner pleite gehen – aber auch selbst das ist nicht unmöglich.

Ich kann nur sagen: Ich investiere immer nur Geld, dass ich absolut nicht notwendigerweise zum Leben brauche. Natürlich will ich das Geld zurück und erhoffe mir ein gutes Geschäft, bin mir aber im Klaren darüber, dass Anlegen auch immer mit Risiken verbunden sind und diese Risiken auch eintreten können! Desweiteren will ich noch sagen: ich bin kein zertifizierter Finanzexperte, sondern ein interessierter Laie und ihr könnt diesen Artikel allein als meine Meinung und nicht als Beratung auffassen.

Mir selbst gefällt das Angebot, die Risikoverteilung (Anbahner, Plattform, Ich), die Anlagemöglichkeiten sowie die Rendite, die ich bisher verdienen konnte bei Mintos gut.

Sofern ihr euch für Mintos interessiert, dann schaut es euch doch einfach mal an: hier klicken.

Viel Spaß auf eurem Weg in die Investor-Klasse!

Gruß Frank

Publiziert am von genughaben

5 Gedanken am Freitag – KW 21

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

heute leider noch einmal einen Tag später als normal – ist gerade viel zu tun – hier meine 5 Gedanken am Freitag.

  1. Video der Woche: In diesem Video spricht Paul Stamets über 6 Wege mit denen Pilze die Welt retten können (YouTube). Paul Stamets ist eine der Koryphäen auf dem Gebiet der Pilze. Der TED-Talk gibt ein paar Themen in Kurzform wieder, die Stamets in seinem Buch Mycelium Running: How Mushrooms Can Help Save the World: A Guide to Healing the Planet Through Gardening with Gourmet and Medicinal Mushrooms ausführlich beschreibt. Jedem, der mehr über Pilze erfahren will und was sie alles tun, ist sowohl das Video, als auch das Buch ans Herz gelegt. Zu praktischen Aspekten der Speisepilz-Zucht komme ich noch einmal später zurück.
  2. Lied der Woche: Little Boxes von Malvina Reynolds. Das Lieb beschreibt und karikiert die Konformität der Mittelschicht. Zur Geschichte und Rezeption könnt ihr hier weiteres lesen.
  3. Artikel der Woche: ‚Acrylglas-Akku‘ übersteht hunderttausende Ladezyklem (Spektrum der Wissenschaft). Diese neuen Gel-Batterien scheinen die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien extrem stark zu erhöhen. In dem Fall wäre ein festverbauter Akku – wie z.B. im iPhone – gar nicht mehr so dreist. Ich hoffe, dass sich das auch auf Auto-Batterien für eAutos übertragen lässt. Wenn jemand etwas genaues weiß, würde mich das interessieren.
  4. Experiment: Die 2×6 Minunten-Routine: Ich mache immer wieder Experimente zur Tagesroutine und ich habe darüber u.a. im Artikel „Effektiver werden – mit einer soliden Tagesroutine“ geschrieben. Vieles davon befolge ich bis heute. Seit circa 2 Wochen ist eine weitere hinzugekommen. Es ist die 2×6 Minuten-Routine: Immer gleich nachdem ich von der Arbeit abends nach Hause komme, nehme ich mir meine Kettlebell und arbeite 6 Minuten damit und danach setze ich mich 6 Minuten zum Meditieren hin. Warum mache ich das? Das Training mit der Kettlebell ist sehr intensiv und bringt meinen Körper innerhalb von ein paar Minuten auf Maximum und erzeugt Hormonausschüttungen: ich fühle mich danach sehr gut und wieder frisch. Die 6-Minuten-Meditation danach hilft den Kopf vom Tag zu klären – zumindest ein wenig. Und, warum nicht länger? Vielleicht 3-4 Monate habe ich täglich 20 Minuten meditiert und vielleicht einen Monat habe ich mit der Kettlebell 12 Minuten pro Tag gearbeitet. Beides hat aber wieder aufgehört und schon gar nicht habe ich beides gleichzeitig hinbekommen. Mit der 2×6-Routine möchte ich beide Aspekte – Kettlebell-Training und Meditation – dauerhaft in meinen Alltag zu integrieren. Die Theorie ist, dass es wohl kaum einen Tag geben sollte, an dem ich wirklich keine 12 Minuten Zeit habe, um das beides zu machen. Mal sehen wie gut das so läuft. Sofern ihr analoge Experimente fahrt, würde ich gerne davon hören!
  5. Zitat: Anlässlich der republikanischen Wahlen heute ein Zitat von Donald Trump: „Du kannst keinen guten Deal machen, wenn du dich nicht traust keinen Deal zu mache“. Und bei allem, was der Herr sonst so von sich gibt, hat das was wahres: wenn man immer wieder von dem, was man will abrückt, um anderen zu gefallen, dann erreicht man die das, was man will.

Ich hoffe, es war für euch etwas Interessantes dabei. Wie immer: wenn ihr hier etwas veröffentlich haben wollt, schickt mir eine Mail an genughaben (ett) yahoo (punggt) de.

Schönes Wochenende wünscht ich euch!

Frank

Publiziert am von genughaben

Veränderungen Wirklichkeit werden lassen.

Quelle: Wikipedia

Bei persönlichen Veränderungen, die nicht allein von unseren Fähigkeiten, sondern von unserer persönlichen Haltung abhängen durchlaufen wir nach dem transtheoretischen Modell eine Reihe von Phasen: Absichtslosigkeit, Überlegung, Vorbereitung, Handlung, Aufrechterhaltung und Abschluss. Veränderungen können sich auf  unsere persönlichen Finanzen (Schulden bzw. Sparen), unsere Gesundheit (Sport bzw. Ernährung) oder unser Art uns zu unterhalten (Konsolenspiele vs. Lesen) beziehen.

Voraussetzung: Es gibt etwas, dass verändert werden kann. Z.B. ein Problem, eine Verhaltensweise oder Sichtweise.

1. Absichtslosigkeit: Wir haben keine Absicht etwas zu ändern. Wir haben kein Problem oder wir nehmen kein Problem wahr oder entscheiden uns bewusst gegen eine Veränderung. Sofern andere meinen ein Problem an uns zu sehen, erwägen und vollziehen wir ggf. Veränderungen, um dem anderen zu gefallen. Wir tun dies aber nicht aus uns selbst heraus. Und die Veränderung ist somit wenig stabil, weil wir nicht selbst an ein Problem glauben.

2. Überlegung: Wir sind uns eines Problems oder eines Bereichs in unserem Leben bewusst und sehen (Handlungs-)alternativen, die wir ggf. ergreifen wollen. Wir tun aber noch nichts. Möglicherweise haben wir noch keine Absicht uns zu verändern, weil wir das Problem zwar sehen, es aber für wenig relevant halten und damit keinen Aufwand für gerechtfertigt halten. Es ist jedoch aber auch möglich, dass wir Alternativen gegeneinander abwägen.

3. Vorbereitung: Wir haben einen Willen zur Veränderung, wir haben uns für eine mögliche Veränderung unseres Sichtweise-, unseres Verhaltens oder Handelns entschieden und bereiten uns auf die Veränderung vor. Wir halten ein Problem für wichtig genug, ihm durch eine Veränderung zu begegnen. Möglicherweise testen wir bereits Alternativen (Beispiel: Ernährung: wir essen testweise 1 Woche vegan, 1 Woche vegetarisch, 1 Woche nur abends, 1 Woche nur jeden zweiten Tag usw.).

4. Handlung: Wir verändern etwas. Wir haben einen Plan und wir haben uns für eine Alternative entschieden, die wir umsetzen wollen. In dieser Phase ist es möglich, dass es Rückfälle gibt. Besonders dann, wenn uns eine schwere Veränderung ausgesucht haben: also wenn also die Vorteile der Veränderung erst schrittweise und verzögert spürbar werden (z.B. gesundheitliche Vorteile oder mehr finanzielle Unabhängigkeit), während die Kosten unmittelbar spürbar sind (z.B. der Verzicht auf Süßigkeiten oder Konsumerlebnisse). Wir benötigen starke Selbstdisziplin und Menschen, die uns unterstützen.

5. Aufrechterhaltung: Wir behalten die Veränderung bei, nehmen die Veränderung aber immer noch als etwas Neues wahr. Sie kostet uns noch Aufwand: in Form von Selbstdisziplin oder in Form von Unterstützungsleistungen aus unserem Netzwerk. Wir sind bei Wegfall des einen oder anderen noch rückfallgefährdet.

6. Abschluss: Wir haben die Veränderung beibehalten und haben sie verinnerlicht. Die Veränderung fällt uns nicht mehr weiter als etwas „Neues“ auf, weil wir ein neuer Mensch geworden sind. Wir essen nun z.B. gesund und nicht mehr zuviel. Wir geben jetzt immer nur noch soviel aus wie wir einnehmen oder weniger. Wir machen jetzt Sport und sitzen nicht nur noch herum. Wir haben mit dem Rauchen aufgehört… oder anderes.

Ich glaube, dass die Phase der Tests in der Vorbereitungsphase sehr wichtig sind. Man verharrt sonst oftmals viel zu lang in rein abstrakten Überlegungen: mache ich dies oder das? Wie wird es sein, wenn ich … ? usw. Ich glaube es ist sinnvoller schnell zu einem ersten Test zu kommen: d.h. eine Veränderung über einen begrenzten Zeitraum auf Probe. Der Test kann uns schnell offenbaren, dass eine Veränderung überhaupt keine wesentliche Anstrengung kostet. Ich fand es z.B. sehr leicht nur noch kalt zu duschen. Natürlich ist es auch möglich, dass wir gerade die besondere Schwierigkeit feststellen. Aber selbst das bringt uns weiter: nämlich darin entweder das Kosten-Nutzenverhältnis der Problemlösung neu zu bewerten und damit entweder eine andere Lösung zu wählen oder das Problem nicht weiter zu betrachten oder eben merken, was wir sonst tun müssen, um effektiv zum Ziel zu kommen (z.B. die Heizung ausstellen, sodass zum Duschen einfach nicht spontan heißes Wasser verfügbar ist, was die Tendenz leicht zu warmen Duschen zurückzukehren erschwert und damit die Aufrechterhaltung erleichtert).
Ich glaube, dass Übungen wichtig sind. Das können z.B. wiederholte oder modifizierte Tests sein. Selbst wenn wir einmal nicht das erreicht haben, was wir wollten oder einmal oder auch mehrfach einen Ausreißer ins alte Verhaltensmuster hatten, ist das kein Grund es nicht wieder zu versuchen. Haben wir z.B. wieder einmal abends eine Zigarette geraucht nach x Monaten oder Jahren? Kein Grund gleich wieder anzufangen! Es ist nicht „alles verloren“. Einfach gleich wieder weiter nicht rauchen.
Ich denke, wir sollten im Zweifel kleine, aber ganze Schritte gehen: es bringt nichts alles auf eimal ändern zu wollen. Das Risiko zu scheitern ist groß. Das, was wir verändern gelingt aber leichter, wenn wir es definiert und vollständig tun. Kälter zu duschen funktioniert nicht, da wir keine Toleranz für das kalte Wasser entwickeln. Immer mal wieder weniger oder keine Süßigkeiten zu essen bringt genauso wenig wie gelegentlich weniger zu Rauchen: die Sucht bzw. die Vorliebe bleibt ständig im Gedächtnis und wir können leicht rückfällig werden. Es motiviert auch nicht sonderlich, wenn wir nach 2 Monaten Diät gerade mal 500 g abgenommen haben.
Es hilft – zumindest mir – ein Verhalten gleich ganz zu ändern: so werden auch die Vorteile des veränderten Verhaltens schneller spürbar.
Haben wir eine Veränderung vollzogen, so ist es möglich darauf aufzubauen. Angenommen wir sind nun Vegetarier geworden. Dann kann man als nächstes probieren nur noch einmal am Tag oder alle zwei Tage oder vegan zu essen. Haben wir das Auto zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs aufgegeben, dann ist es möglich, dass wir als nächstes aufs Fahrrad umsteigen. Es gibt noch viele weitere Bereiche, für die diese Überlegungen gelten.

Was sind eure Ideen?

Buchempfehlung zum Thema:

Die Kunst der Selbstveränderung: Kleine Schritte – große Wirkung

Original veröffentlicht am: 16. Okt. 2013 @ 16:30. Republiziert am 25. Mai 2016 22:30

Publiziert am von genughaben

15 weitere Tipps zum Geldsparen

save-661445_640Ich habe vor einiger Zeit schon einmal 20 Tipps zum Geldsparen veröffentlicht. Mir sind über die Zeit noch etwa 15 weitere eingefallen.

  1. Kauft euch nur identische Socken. Es ist einfach egal, ob die Waschmaschine mal eine Socke frisst und es gibt nie das Problem, dass dann eine übrig ist.
  2. Verwendet Linux statt Windows
  3. Lernt einfach Dinge – wie euer Auto selbst zu waschen (wenn ihr eins habt) oder bei eurem  Fahrrad einen Reifenschlauch zu flicken.
  4. Baut euch etwas von eurem Gemüse an. Lest How to Grow More Vegetables. Es ist der Knaller, was man auf 10qm alles anbauen kann.
  5. Bezahlt nicht mit Karte. Man verliert so stärker den Bezug zum ausgegeben Geld und es wird so leicht mehr als geplant.
  6. Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit / zum Einkaufen / zu Freunden. Es spart zusätzlich das Fitnesstudio. Wer noch Krafttraining braucht liest am besten Mark Laurens Buch Fit ohne Geräte. Wer mehr als nur Körperübungen will (wie ich z.B.), kann die Anschaffung einer guten Kettlebell erwägen- ich habe ein Modell von Dragon Door. Die Dinger sind zwar nicht ganz billig, aber ihr könnt die können noch von euren Urenkeln verwendet werden
  7. Nehmt euch Essen mit zur Arbeit. Man sport so leicht über 100 Euro im Monat. Dazu hilft euch einen fast wasserdichten super-durablen Henkelmann oder einen wasserdichten Food Container von Stanley. Ja, hier gilt: sparen indem man das richtige kauft und benutzt – homo faber, yeah! 
  8. Verwendet Coupons. Ich mache das nicht, weil es mir zu anstrengend ist. JH bekommt aber immer wieder interessanten Sachen dafür (günstiger).
  9. Checkt einmal im Jahr eure regelmäßige Ausgaben und recherchiert ggf. billigere Anbieter (Telefon, Handy, Versicherung, Internetprovider, Bankkonto …). Tragt Kündigungstermine und Erinnerung 3 Wochen vorher in eure Kalender ein. Weitere Anregungen hier: Finanziell Ausmisten.
  10. Packt Restessen immer gleich in den Kühlschrank – ggf. ins Eisfach. In Deutschland werden pro Person im Jahr circa Lebensmittel im Wert von 400 Euro weggeworfen.
  11. Wenn ihr überhaupt eins braucht: kauft kein neues Auto! Der Wertverlust ist gerade am Anfang besonders hoch.
  12. Lest Nachrichten online. Es gibt wirklich keine Grund Zeitschriften aus Papier zu lesen. Es gehen dabei nur Bäume drauf.
  13. Kauft weniger Fleisch.
  14. Kauft günstigen Wein. Es gibt ausreichend Studien die zeigen, dass selbst Experten edlen nicht zuverlässig von hochwertigem Wein unterscheiden können!
  15. Kauft euch ein ordentliches Rasiermesser und haltet es trocken und sauber. Das ist nicht nur männlicher, sondern hält auch ewig. Gut sind etwa der klassischer Rasierhobel von z.B. von Mühle oder Donovan. Alternative: lasst die Haare dran!

Überarbeitet und republiziert: Original veröffentlicht am:28. Jan 2013 @ 09:15.

Publiziert am von genughaben

5 Gedanken am Freitag – KW 20

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

einen Tag später als normal hier meine 5 Gedanken am Freitag.

  1. Ereignis der Woche: Ich habe jetzt mehr als 100 Subscriber auf meinem Blog (RSS + Newsletter) und freue mich sehr über euer Interesse und euer Vertrauen – viele Dank dafür!
  2. Artikel der Woche: Unsere demokratische Internetprothese. Interview mit Enno Park. Enno Park ist ein interessanter Typ. Seit er 2011 ein Cochlear Implantat hat, bezeichnet er sich selbst als Cyborg und wirft interessante Fragen und Perspektiven zum Thema Technologie, Mensch, Identität und Demokratie auf. Als ein Cyborg wird ein Mischwesen aus organischen und synthetischen Komponenten verstanden. Laut dieser Definition hat Park für sich recht: er ist in gewisser Weise ein Cyborg. Er geht aber einen Schritt weiter. Schon seit langer Zeit optimieren wir Menschen uns durch Explantate – also Geräte, die wir benutzen, die unsere Fähigkeiten verbessern und zu denen wir zuweilen auch  mehr oder weniger intime Beziehungen haben. Es fing mit Werkzeugen an. Persönlicher wird es mit Brillen, Ferngläsern und mechanischen Uhren. Sie liefern uns Services: Sehen und Zeitangaben – analog zu unserer biologische Ausstattung. Ein Smartphone mit Internet ist eine besonders leistungsfähige Form des Explantats, mit dem wir zu Dingen fähig sind, die sich noch vor wenigen Jahrzehnten kein Mensch hätte vorstellen können. Wenn wir also einmal von der Position einer synthetischen Komponenten (in uns: Implantat) und außerhalb von uns (Explantat) absehen, sind wir „alle schon ein bisschen Cyborg“, meint Enno Park. Und ich gebe im Recht. Die ganze Story könnt ihr hier nachlesen. Gut sind auch die Videos mit Enno Park. Klickt bei Interesse selbst einmal ein bisschen hin und her.
  3. Eiserne Reserve vor Wertverlust schützen – so mache ich das. Ihr fragt euch, was ihr mit eurer eisernen Reserve machen sollt? Ich habe immer für circa 18 Monate Minimalversorgung auf einem Tagesgeldkonto liegen. Bis jetzt aktuell für 0.5%. Dank des niedrigem Leitzins und entsprechend schwacher Verzinsung sicherer Produkte werden also jährlich 1-1.5% meiner eisernen Reserve durch die Inflation gefressen. Nun sind die Verzinsungen von Tages-, aber auch Festgeld von Bank zu Bank und insbesondere von Land zu Land verschieden. Aber wer will und kann sich schon ständig mit Recherche und mit dem Eröffnen von Konten beschäftigen? Hier kommt weltsparen.com (kein Affiliate-Link) ins Spiel. Wenn man sich da anmeldet, kann man unter Angeboten verschiedener Banken aus verschiedenen Ländern wählen. Ich werde da ab demnächst 50% meiner eisernen Reserve für 1% anlegen. Da ich kein Anlageberater bin, ist das hier keine Empfehlung, sondern ein Bericht darüber, was ich mache. Eine Randnotiz, warum das ganze für mich kein Problem ist außerhalb Deutschlands anzulegen (vermutlich wird es Portugal), ist dass, die Einlagensicherung europaweit bis 100.000 EUR gilt. Nett ist auch die Willkommensprämie von bis zu 75 EUR. Bei mir nur 25 EUR, weil ich mich nur für Tages- und nicht auch Festgeld entscheiden werde.
  4. Value Produkt der Woche. Wer meinen Artikel „Und wenn ihr doch einmal etwas kaufen “müsst”, nehmt beste Qualität.“ gelesen hat, weiß, dass ich mit der Auswahl der meisten meiner Anschaffungen recht pingelig bin. Absolut zufrieden bin ich diese Woche aber wieder einmal mit meinem Henkelmann im klassischen Stil gewesen, den ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann. Er ist ungemein praktisch und durabel. Und besteht – bis aus dem Dichtungsring – nicht aus Plastik und auch dieser kommt nicht mit dem Essen in Berührung. Es gibt auch welche mit Plastik-Deckel. Sie haben den Vorteil, dass sie auch für Suppen geeignet sind. Ich kann aus praktischer Erfahrung berichten, dass es mit dem oben genannten Modell aber auch für Essen + Soße gut geht, solange diese dickflüssig ist. Für mich ist das Teil für den Transport selbst-gemachten Mittagessens unentbehrlich. Meinen habe ich 2008 gekauft und ich erkenne trotz mehrfacher Benutzung jede Woche keinerlei Abnutzungserscheinungen. Wenn ihr absolut ein Modell braucht, dass wasserdicht ist, dann nehmt diesen Food Container von Stanley der 720 ml fasst. Hier berührt im Deckel etwas Pastik das Essen. Das ist der Preis für die absolute Wasserdichte. Sowohl die Henkelmann-Modelle, als auch die Firma Stanely haben eine Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückgeht. Nach 8 Jahren, die ich diese Produkte verwende, bin ich überzeugt von deren Qualität. Also, falls ihr einen Lebensmittelbehälter braucht: nehmt einen von denen oder etwas analoges und sonst steckt die 30 – 50 EUR auf euer Sparkonto.
  5. Zitat der Woche: Wenn du keine Fehler machst, dann sind die Probleme, an denen du arbeitest, nicht schwierig genug. Und das ist ein grosser Fehler – Frank Wilczek, Nobelpreis für Physik 2004. Ich selbst setzte das allerdings nicht alls All-In-Strategie um. Schon klar, dass wer auf das richtige Pferd setzt und alles gibt auch den höchsten Ertrag haben mag und dies auch dem ein oder anderen gelingt. Da ich aber auf der Bell-Kurve lebe, denke ich, sind auch die, denen das gelingt nicht nur ihres Glückes Schmied, sondern haben einfach Glück. Umgekehrt heißt es für mich: wir müssen etwas wagen – das Risiko eingehen Fehler zu machen -, sonst können wir nichts gewinnen und/oder etwas Lernen.

Ich hoffe, es war für euch etwas Interessantes dabei. Wie immer: wenn ihr hier etwas veröffentlich haben wollt, schickt mir eine Mail an genughaben (ett) yahoo (punggt) de.

Schönes Wochenende wünscht ich euch!

Frank

Publiziert am von genughaben

Arbeitsteilung

Spezialisierung und Arbeitsteilung sind ein universell auftretendes Phänomen. Es gibt sie nicht nur unter den Menschen, sondern auch im Tierreich. Staatenbildende Insekten wie Ameisen oder Bienen spezialisieren sich auf unterschiedliche Aufgaben. Bienen spezialisieren sich im Laufe ihres Lebens z. B. auf die Brutpflege, das Sammeln von Honig oder das Bewachen des Stocks. Arbeit, die in unserem Körper/unseren Zellen erledigt werden muss teilt sich auf verschiedene Organe/Organellen auf. Prachtanemonen und Exemplare des Falschen Clownfisch, aber auch Bäume kooperieren unter Mithilfe von Mykorrhiza-Pilzen. Auch in der menschlichen Geschichte hat es immer Arbeitsteilung gegeben. Sei es die Aufteilung der Arbeit zwischen Mann und Frau, als die Menschen noch als Jäger (=Mann) und Sammler (=Frau) das Land durchstreiften, die Fließbandarbeit in Henry Fords Autofabriken oder die moderne  territoriale Aufteilung der Billig-Pizzaherstellung auf 4 Ländern im Wege der Globalisierung (Milch und Käse = Irland, Tomate = Italien, Wurst = Ungarn, Zusammensetzen und Backen = Deutschland).

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Publiziert am von genughaben

Erziehung und Ausbildung

Liebe Leute,

heute erneut ein Beitrag von Martin, der hier bereits mit den Artikeln: Der Tisch meiner TantePermakultur-Prinzipien und PädagogikKinder im Sinne der Permakultur erziehen vertreten ist. Heute eine Übersetzung aus Jacobs Blog: Early Retirement Extreme. Jacob hat schwerpunktmäßig zwischen 2008 und 2011 über Minimalismus und Geld geschrieben. Leider schreibt er seitdem nicht mehr. In der folgenden Übersetzung thematisiert Martin Erziehung und Ausbildung. Wer sich neben dieser gelungenen Kritik weiter mit dem Thema auseinandersetzen mag, dem empfehle ich die Lektüre von Ismael von Daniel Quinn, der diese Ideen intensiv betrachtet. Viel Spaß beim Lesen!

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Frontalunterricht 1940 (Quelle: Wikipedia) – viel zu oft sieht es heute noch genauso aus.

Von Natur aus versuchen Kinder – zumindest in den ersten Jahren – ihren Eltern nachzueifern. Meist hängen ihre Wertvorstellungen eng mit denen ihrer Eltern zusammen, sei es dass sie ganz ähnliche haben oder auch, dass sie diametral entgegengesetzte Ideen entwickeln, um sich von ihnen abzugrenzen.
Durch Beobachten und Nachmachen lernen Kinder wichtige Fertigkeiten für ihr eigenes Leben.
Sie lernen den Respekt vor anderen Menschen, ihren Pflichten nachzukommen, ihre täglichen Aufgaben zu erledigen, mit dem Scheckbuch zu wedeln oder auch sparsam mit Geld umzugehen. Sie lernen, Wertentscheidungen zu treffen, Geschäfte zu machen, preiswert zu essen, ein Mahl zuzubereiten und abzuwaschen. Ihre Eltern zeigen ihnen, wie man Brot backt, die Wohnung putzt und entrümpelt, Fahrrad fährt, den Garten pflegt, ein Regal aufhängt oder ein Abflussrohr repariert.
Um den gestiegenen Ausgaben nachkommen zu können, benötigen viele Haushalte heute zwei Einkommen. Die Erziehung der Kinder wird dann oft „outgesourct“ und wie sie es von ihrer Arbeit als Lohnsklave gelernt haben, betätigen sich die Eltern oft eher als Manager ihrer Kinder und deren Karriereplanung denn als Rollenvorbild. Die Kinder werden gefördert und unterstützt, um schließlich ihre Traumausbildung machen zu können.
Was ist aus den Zeiten geworden, als den ganzen Tag mit Steinen gekickt wurde oder Frösche aus dem Teich gesammelt wurden? Überhaupt, was ist mit den Fröschen passiert?
Zum Glück werden die meisten der erforderlichen Fertigkeiten, um als Konsument erfolgreich zu sein in den öffentlichen Schulen gelehrt. Es geht gar nicht so sehr um die Themen, die gelehrt werden als vielmehr um die Art und Weise des Lehrens.
Während der zwölf Jahre in der Schule lernen die „erfolgreichsten“, also die am besten angepassten Kinder, Autoritäten nicht in Frage zu stellen, keine Fragen zu stellen, die nicht direkt mit der gestellten Aufgabe zusammenhängen, es geht um die Abfolge klarer Abläufe. Sie lernen, dass es besser ist etwas zu versuchen als es zu machen, im Team zu agieren und sich nicht abseits zu stellen. Sehr wichtig ist auch, dass sie lernen, immer längere Zeit still zu sitzen, während sie mental oft unterfordert werden.
In der Freizeit geht es dann oft darum, von anderen gemocht zu werden und dazuzugehören, innerhalb eines bestimmten Rahmens dürfen sie sich als besonders und einzigartig erleben. Dies sind die Grundlagen für den späteren Erfolg im Beruf. Gäbe es diese Form des Verhaltenstrainings nicht, so könnte die (relativ begrenzte) Vermittlung von Inhalten wesentlich schneller erreicht werden. Was wäre, wenn 12jährige mit dem Wissen und der Intelligenz von Universitätsstudenten- jedoch ohne die erworbene Disziplin, ohne die Fähigkeit ruhig zu sitzen und ihre Kreativität zu unterbinden plötzlich auf den Arbeitsmarkt kämen? Wer weiß, ob sie überhaupt einer Arbeit nachgehen wollten?
Ford_assembly_line_-_1913Die Ausbildung der Massen steht in Zusammenhang mit der Massenfertigung von Produkten.
Unterricht besteht heute meist darin, dass ein Lehrer (Meister) 20-25 in Reihen sitzenden Schülern (Auszubildenden) etwas vorträgt (anleitet) und analog läuft es mit Managern und ihren Angestellten.
Praktisch alle behandelten Themen sind so formuliert, dass man zu nur einer möglichen Antwort kommen kann, meist mithilfe von Methoden, die das Lehrbuch vorgibt.
Die Themenstellungen werden danach ausgesucht, inwiefern sie später testbar sind, bevorzugt über standardisierte Examina mit vordefinierten Antworten.
Daher geht es bei den meisten behandelten Themen eher um mechanische als um organisch natürliche, es geht also um ein wohldefiniertes Problem, für das mit der geeigneten im Lehrbuch zu findenden Schritt-für-Schritt-Methode die Lösung gefunden werden kann. Vernachlässigt werden somit vielschichtige, nicht-lineare Probleme mit komplexen Lösungen.
Infolgedessen haben auch die Schüler gewisse Vorteile, die sich darauf konzentrieren, das Lehrbuch auswendig zu lernen, anstatt sich um ein tiefes Verständnis des Problems zu bemühen. Dies stellt ein großartiges Training für das intelligente Einhalten von Prozeduren dar, aber auch eine sehr wirksame Methode, um den kreativen Einsatz von Intelligenz zu untergraben.
fastFoodRestaurantDie Teststrukturen sind recht einfach gehalten. In einigen Kapiteln des Buches wird es Absätze geben nach dem Schema „Es gibt drei bekannte Beispiele für…“ und im Test wird dann etwa die Frage gestellt: „Nennen Sie drei Beispiele für…“. Dies unterscheidet sich nicht sehr von einem Job, in dem etwa drei verschiedene Burger zum Verkauf stehen und es an der Kasse drei Bilder von Burgern gibt („Drücke die richtige Taste“). Oder es gibt drei verschiedene Formulare, die entsprechend auszufüllen sind. Durch solche Formen von Ausbildung lernt man nicht viel Dauerhaftes und auch ein tieferes Verständnis eines Problems ist nicht erforderlich. Es wird also keine wirkliches Wissen ausgebildet und schon gar nicht Weisheit. In diesem Sinne entspricht es meiner Meinung nach sehr den Nachrichtenmedien. Meist werden auf diese Weise die Intelligenz und das Kurzzeitgedächtnis der Studenten getestet sowie deren Vermögen und Willen, diese Talente einzusetzen, um ihre Testergebnisse zu optimieren. Glücklicherweise wird bei vielen Bürojobs den Bewerbern nicht viel Basiswissen abverlangt. Die Abläufe für die meisten Stellen können von einer einigermaßen intelligenten Person mit einem ausreichenden Gedächtnis und der Fähigkeit, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren, erlernt werden. Viele Arbeitgeber stellen nur die Leute ein, die dieses Maß an Konformität und Anstrengungsbereitschaft bewiesen haben – die einen Abschluss haben.
Hingegen werden viele andere wichtige Themen in der Schule nicht vermittelt. Wahrscheinlich ist es nicht verkehrt anzunehmen, dass jüngere Menschen, die in einer „primitiven“ Kultur aufgewachsen sind, die Welt um sie herum verstehen, wenn sie erwachsen sind. Sie kennen sich mit essbaren und mit giftigen Pflanzen aus. Sie können jagen und ihr Essen selbst zubereiten und kennen sich mit dem Ernährungswert des Essens aus. Sie sind in der Lage, sich selbst zu kleiden, ein Haus zu reparieren und sogar eines zu bauen. Sie kennen sich mit Sex aus und damit Kinder zu haben.
Auf der anderen Seite wissen Menschen der „fortgeschrittenen“ Zivilisation praktisch nichts über unsere Welt. Obwohl sie vollständig von technologischen Gütern für unsere Bedürfnisse abhängen, verstehen die wenigsten etwas davon, wie diese Dinge funktionieren, etwa elektrisches Licht, die Heizung, die Herstellung von Lebensmitteln, Telekommunikation, Transportwesen usw. Wir verstehen es nur, die Zündung zu betätigen und Knöpfe zu drücken, wodurch dann auf magische Weise die gewünschte Funktion ausgeführt wird.

Übersetzung aus earlyretirementextreme.com von Martin Wehning.

Publiziert am von genughaben

5 Gedanken am Freitag – KW 19

480px-Mr_Pipo_thoughts.svgLiebe Leute,

wer hier regelmäßig liest kennt es: immer freitags gebe ich meinen Senf dazu ab, was mir in dieser Woche interessantes untergekommen ist und, dass ich für mitteilenswert halte. Das sind: Artikel, Geschichte, Kommentare, Persönliches, Produkte, Serien, YouTube-Videos, Zitate, Konzepte und wirre Gedanken, die mir diese Woche zu den Themen persönliche Fähigkeiten, Freiheit, Hauswirtschaft, Minimalismus, Investitionen oder Nachhaltigkeit und Off-Topic kamen.

  1. Ereignis der Woche, eher des Halbjahres, denke ich: Gestern fiel auf einem relativ entvölkerten Bahngleis eine Person circa 20m von mir entfernt auf die Gleise. Ich bin sofort zum Bahnsteigrand gehechtet und zog sie wieder auf das Gleis zurück. Beobachtung: man wird auf einmal unheimlich schnell. So ganz nah war zwar kein Zug, aber die Bahnsteighöhe war auf mindestens 150 Meter Länge zu hoch, als das man da so locker wieder allein hätte heraufklättern können – zumindest nicht ohne vernünftige Armmuskulatur. Und ganz so weit weg war der nächste Zug dann nämlich auch nicht mehr… Die Person behauptete sie wäre alkoholisiert gewesen und nur gefallen. Kann ja auch sein. Gerochen habe ich allerdings nichts. Naja: letztlich haben JH und ich sie in den nächsten Zug gesteckt und noch zwei Leuten Bescheid gegeben, die sie dann am Hbf mitnehmen würden. Ob ich mich jetzt als Held feiere? Ich denke, so würde jeder handeln. Jedenfalls dachte ich danach: wir müssen einfach alle mal ein bisschen mehr aufeinander Acht geben. Das ich recht durch den Wind war und auf nicht so viel mehr Acht gab zeigte sich dadurch, dass ich ungefähr 10 Minuten nach dem Ereignis mein Portemonnaie verloren habe. Auch habe ich mir im Garten noch ein paar Bienenstiche geholt. In dem Moment könnte man sich fragen, ob gute Taten überhaupt belohnt werden, aber diese Art Verbindungen zu ziehen wäre eher typisch für magisches Denken, was für mich eher untypisch ist. Aber wenn ich es schon einmal nehmen will: mir soll es recht sein: lieber jemanden (vielleicht) gerettet und dafür mit meinem Portemonnaie bezahlt!
  2. Artikel der WocheWie giftige Pflanzenstoffe uns gesünder machen. Neben den Antioxidantien sind es Stoffe in Pflanzen, die adverse Reaktionen auslösen, die sie gesund machen. In den geringen Mengen, in denen sie in den Pflanzen, die wir essen vorhanden sind, bewirken sie, dass unser Körper Abwehrstoffe bildet und so gegen ernsthaftere Gefahren besser gewappnet ist. Sehr interessant und wieder einmal ein Aufhänger für mich euch u.a. mehr Kohl in eurer täglichen Ernährung nahezulegen! Genauers könnt ihr dazu hier nachlesen.
  3. Video der Woche: Wie unterschiedlich Leute 100 Dollar ausgeben. Cooles Video darüber wie 8 unterschiedliche Leute 100 Dollar für unterschiedliche Lebensmittel ausgeben. Das Video illustriert ganz gut wie man entweder sehr viel oder sehr wenig für dieselbe Menge Geld bekommen kann.
  4. Produkt der Woche: Was soll’s. Manchmal gebe ich eben doch Geld aus. JH meinte auch: wenn man schon sein Portemonnaie verliert, dann soll man sich nicht auch noch extra bestrafen, sondern sich was Gutes tun: und zwar mit Geld. Okay, dann dachte ich, ich kaufe mir eine Langhantel für Zuhause. Das fand JH dann aber doch nicht so gut (es hat eben doch auch Nachteile in einer kleinen Wohnung zu wohnen!), also habe ich mir eine Akupressurmatte bestellt. Ich halte zwar die Meridiantheorie ungefähr so glaubwürde wie Homoöpathie, aber seid ich gelernt habe, dass der Placebo-Effekt sogar unabhängig vom eigenen Glauben funktioniert: was soll’s. Die Kritiken sind gut und ich habe so ein Ding auch schon mal bei einer befreundeten Paar ausprobiert und fand’s ganz gut. Also warum nicht. Falls ihr damit Erfahrung habt, dafür oder dagegen seid: lasst es mich wissen.
  5. Zitat über das ich vor allem am Anfang der Woche nachgedacht habe: „Den Reichtum eines Menschen kann man an den Dingen messen, die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren.“Henry David Thoreau, (1817 – 1862), US-amerikanischer Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker.

So, das war’s für Kalenderwoche 19. Ich hoffe es war etwas für euch dabei. Wenn ihr was Interessants habt, was ich hier mal posten soll, schickt’s an genughaben (ett) yahoo (pungt) de.

Ein schönes Wochenende und frohe Pfingsten!

Euer Frank

Publiziert am von genughaben

Carsharing

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Das Bild ist zwar in Rom aufgenommen, trifft aber gut, was ich meine.

Der Besitz einer Maschine für den Individualverkehr ist anachronistisch. Das Versprechen von Freiheit und Potenz kann in einer Zeit der aller örtlichen Überfüllung kaum noch realisiert werden. Gefühlt ist die Stadt (hier: Hamburg, aber ich denke Analoges gilt für jede andere Stadt in Deutschland) von Tag zu Tag näher am absoluten Verkehrsinfarkt. Nicht nur die Straßen sind voll, sondern auch alle Straßenbegrenzungen sind absolut zugeparkt. Und ich meine zugeparkt. Nicht selten komme ich selbst in Nebenstraßen 10-20 Meter Abschnitte ohne akrobatische Fähigkeiten kaum noch zwischen den dichtgepackten Autos vorbei. Mit dem Fahrrad kann man das gleich ganz vergessen.

Inkludiert man alle Kosten gibt es kaum ein Auto, das substanziell weniger als 4-500 EUR im Monat kostet (der ADAC liefert dazu sehr viel Zahlenmaterial). Wer ein Auto nicht WIRKLICH braucht, gibt also zwischen 20-25% eines mittleren Einkommens (2.000 EUR netto) für die Illusion von Freiheit aus. Konservativ geschätzt würde der Erhalt entsprechender Kosten für das Ziel finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen bedeuten, dass ihr 150.000 EUR extra sparen müsst ( (500 EUR * 12) / 0,04 = 150.000 EUR). Wer keine derartigen Ziele verfolgt: ihr gebt bei einem mittleren Gehalt dafür eine ganze Woche arbeiten. EINE WOCHE! Nur für euer Transportmittel! Es ist ein freies Land, natürlich, aber man sollte sich dessen wenigstens bewusst sein!

Mir erklärt sich der Autobesitz insbesondere in Großstädten nicht, da es heute so leicht wie noch nie ist sich kurzfristig bei einem von diversen CarSharing-Anbietern ein Auto zu leihen. Das war das eigentliche Thema des Artikels. Entschuldigt das Gerante – oder auch nicht.

300px-GreenwheelsGreenwheels z.B. liefert schöne Use Cases: hier. Auch Cambio ist cool. Eigene Rechnung (basierend auf Greenwheels): Selbst wenn ihr euch einen VW Up! 6x die Woche für 3 Stunden leiht und circa 30km fahrt, kostet euch das „nur“ 360 EUR im Monat.  Noch etwas günstiger ist es, wenn ihr fest 10 EUR im Monat zahlt, dann bekommt ihr ein paar Freikilometer extra. Klar: man muss den Wagen frühzeitig buchen und ggf. zwischen 2-3 Wagen in der Nähe pendeln. Aber so wie ich den aktuellen Verkehr einschätze, muss man ja eh etliche Minuten für die Parkplatzsuche und die Laufzeit planen – egal, ob man ein eigenes oder fremdes Auto hält.

Es hört sich ja für manche immer wieder extrem an: aber ich würde eher umziehen, als ein Auto zu kaufen. Ich finde es extrem jeden Tag x km zu fahren. Oder eben 10km mit dem Fahrrad fahren. Das geht mit etwas Übung. Einkäufe sind auch nur eine schwache Ausrede:

  • Für schwere Dinge (bei den meisten nicht wirklich oft): Carsharing
  • Für normale Einkäufe – wie wäre es mit einem Rucksack? Zur Not: Lastenrad?
  • Ansonsten: bestellt’s euch nach Hause! In Deutschland machen das mittlerweile zumindest REWE und Edeka. Bald kommt noch Amazon Fresh dazu. Ich mag Jeff Bezos zwar, frage mich aber wieso wir, das Land der Aldi-Brüder das schlechter hinbekommen als die Briten: dort gibt es schon seit vielen Jahren zig Bestelldienste. Die meisten haltbaren Dinge sollte man meiner Meinung nach sowieso alle 6-12 Monate in einer großen Ladung bestellen. Damit erübrigt sich auch ein Großteil der Vorbereitung für die Zombie-Apokalypse (ihr wisst, schon, der Zeitpunkt, ab dem die Fleischpreise zu hoch sein werden…)

facepalm-400x250Die Fahrt zum Kindergarten: okay, klar, dass geht heute nur noch im Panzer. Mein Vater musste früher noch die 5km mit mir Radfahren: die Leute hatte nichts in den 80ern! Das geht heute natürlich nicht mehr. Heute ist Krieg. Diese ganzen Gefahren. Völlig verrückt! Insbesondere in Großstädten. Heute braucht man mindestens einen X5 oder Q7 – wie soll man sonst seine Familie schützen? Und vor allem: wie soll man auch sonst in einem Auto vernünftig sitzen? D.h. wie auf der Couch vorm Fernseher m)

Nur um hier keiner Neo-Luddistischen Vermutung Vorschub zu leisten: ich freue mich sehr auf die Zeit, wenn TeslaGoogle und Fiat oder auch Apple + X endlich die ersten Tarife für ihre selbstfahrenden Autos anbieten. Leider wird das wohl aber noch ein paar Jahre dauern – von denen sicherlich 90% für die juristischen Fragen draufgehen werden.

Bis dahin: cool wäre es doch, wenn alle mit Auto, die Lust habe nebenher auch Taxi-Fahrer wären. Das hat es schon einmal gegeben. In den USA nannten die sich Jitneys. Die wurden dann zunächst von den Straßenbahnbetrieben juristisch platt gemacht, bevor diese dann von Autoherstellern – allen voran General Motors –  gekauft und stillgelegt wurden. Heute könnte man das sehr einfach per App lösen. UberPop war ja dem Grunde nach eine gute Idee. Wenn aber schon durch Vermittlung der Fahrdienstleistung 20% an das Portal gezahlt werden müssen, ist das schon krass. Und es gibt noch weitere Probleme. Cool wäre es aber, wenn ich einstellen könnte, das ich heute da und da hinfahre, einen Knopf drücke, der sagt, dass ich x-mal für y Personen auf der Strecke bereit wäre zu halten und dann einfach Leute mitnehmen könnte. Mal gucken, vielleicht kommt sowas ja noch.

Bis dahin: vermeidet ein eigenes Auto, wenn ihr könnt (<- und prüft das gründlich!), fahrt Rad, fahrt ingesamt weniger (ist ja auch Lebenszeit!), zieht ggf. um. Und falls ihr doch mal Auto fahrt: versucht es zu genießen, sofern das möglich ist. Den eigentlich ist es der phantastisch das wir komischen haarlosen Affen mit Maschinen umgehen die den x-fachen Energie-Output haben, den wir mit unseren kleinen Muskeln so erzeugen können. Stattdessen schimpfen viele im Auto mindestens so viel wie ich hier heute 🙂

Publiziert am von genughaben

Wäsche waschen

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Kleidung (Quelle: Pixabay)

Manchmal wird die Waschmaschine als eine Wegbereiterin für die Emanzipation der Frauen genannt. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob der Zeitaufwand für die Reinhaltung unserer Kleidung noch immer so viel niedriger ist, als in Zeiten, in denen uns nur einfache Möglichkeiten zur Verfügung standen. Ich denke zumindest, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Zeitersparnis durch die Maschine dadurch wieder aufgefressen wurde, dass einfach viel häufiger gewaschen wird als früher.

Googlet gerne selbst einmal hin und her oder fragt in euren Freundeskreis: es ist nicht selten, dass 2-Personenhaushalte durchschnittlich die Waschmaschine 3-4x pro Woche verwenden! In nicht wenigen Familien wird mehr als 1x pro Tag (!) gewaschen. Ich gebe es zu: ich kenne mich mit der Kinderaufzucht nicht aus und möchte das daher nicht bewerten. Aber wozu muss man als Einzelperson mehr als eine Maschine Wäsche pro Woche waschen? Mit etwas Management geht es auch mit weniger und das ohne sich gehen zu lassen – auch ich arbeite in einem Büro und habe gelegentlich Kundenkontakt!

Kleider-Management

Ich wechsle meine Kleidung mehrmals am Tag. Das kommt aus der Zeit, als ich noch klein war. Damals gab es Schul-, Spiel- und Besuchskleidung. Die Kleidung für Besuche (meist am Wochenende) war strikt nicht zum Spielen anzuziehen und auch die Kleidung für die Schule war mit mehr Sorgfalt zu behandeln – also auch nicht wirklich zum Spielen vorgesehen. Die Kleidung zum Spielen durfte hingegen ruhig auch einmal dreckig werden.

Analog zu dieser Zeit habe ich heute Arbeits-, Freizeit und Gartenkleidung sowie ein paar Stücke für besondere Anlässe. Die Kleidung für besondere Anlässe, aber auch die Arbeitskleidung wird pfleglich behandelt. Sie ist repräsentativer. Die Freizeitkleidung habe ich ab abends bis zum Schlafen an. Es ist nicht soo schlimm, wenn die nicht immer 100% in Topform ist und beispielsweise Falten aufweist. Ähnliches gilt für die Gartenkleidung: meine Gärtnerhose wasche ich nur alle x Einsätze. An einer Gartenhose dürfen ruhig Erdreste sein.

Weniger zu Waschen hilft den Eintrag abgeriebener Fasern ins Abwasser zu reduzieren und verlangsamt die Alterung der Kleidung. Auch zum Trocknen solltet ihr Trockner vermeiden und stattdessen die unterschätze, hocheffiziente und zu unrecht unbeachtete Technologie der Wäscheleine zurückgreifen 🙂 Genaueres könnt ihr hier nachlesen.

Regeln für den Umgang mit Kleidung

1) Verwendung der Sicht- und Riechprobe: was nicht dreckig aussieht und auch nicht riecht ist nicht dreckig!
2) Auslüften ist King: nach einmaligem Tragen kann man viele Kleidungsstücke nachdem man sie ausgelüftet gut wiederverwenden.
3) Maschinen nur voll waschen.
4) Reduktion der Waschtemperatur auf 30 Grad für das meiste. Wenn etwas wirklich entkeimt werden muss, wasche ich es bei 60 Grad und tue wenig Desinfektionsmittel dazu. Küchenhandtücher und andere Dinge, die wirklich dreckig werden, werden i.d.R. auch bei 60 Grad sauber. Wenn es wirklich nicht geht (was circa 1-2 pro Jahr passiert), dann wird eben doch einmal bei 90 Grad gewaschen.

Wie Kleidung wechseln?

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich wechlse

  • Unterwäsche und Socken – 1x pro Tag
  • T-Shirts – alle 1-2 Tage – je nachdem wie viel ich geschwitzt habe
  • Hosen und Pullover – alle 3-7 Tage, außer sie werde dreckig

Kleidungsvolumen

Die von mir regelmäßig verwendete Kleidung umfasst circa das Volumen von zwei Waschmaschinen: eine Ladung ist immer in Benutzung, die andere kann gewaschen, getrocknet oder zusammengelegt im Schrank liegen. Ich sehe nicht wozu ich mehr Kleidung besitzen soll.

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